Bild: Atelier ARI
Und warm hält sie auch noch.

Die meisten Menschen lachen, wenn sie gegen diese Mauer anrennen. Viele tun es immer wieder. Denn die Kunstinstallation "Open Border" steht auf einer Eislaufstrecke und ist in alle Richtungen durchlässig. Mit der Aktion wollen die niederländischen Künstler des Ateliers ARI gegen die Abschottungspolitik von US-Präsident Donald Trump protestieren. Trump hatte angekündigt, eine Mauer zwischen Mexiko und den USA bauen zu lassen (bento).

Andere Mauern trennen Menschen, unsere bringt sie zusammen.
Paul van den Berg, Künstler

Aufgebaut hat das Duo die Mauer in der kanadischen Großstadt Winnipeg – auf dem dortigen Assiniboine River entsteht jährlich eine der weltweit längsten natürlichen Eislaufbahnen. Jeden Winter werden Künstler dazu eingeladen, die rund fünf Kilometer lange Strecke mit eigenen Installationen und Kunstwerken zu ergänzen. Mit der diesjährigen Mauer setzen die Künstler von ARI ein klares Statement gegen die Politik des südlichen Nachbarn USA.

So sieht die Mauer aus:
Die Mauer steht auf dem zugefrorenen Assiniboine River im kanadischen Winnipeg.
Der zugefrorene Fluss wird jedes Jahr im Winter zur weltweit längsten natürlichen Eislaufstrecke.
Bei Außentemperaturen von minus 40°C fühlt es sich zwischen den Wänden der Mauer fast schon warm an.
Das orange leuchtende Kunstwerk ist in der weißen Schnee- und Eislandschaft schon von weitem zu sehen.
Großer Vorteil gegenüber der Trump-Mauer: Spätestens wenn das Eis schmilzt, verschwindet die Mauer wieder.
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Der niederländische Künstler Paul van den Berg, einer der beiden Initiatoren des Projekts, hat mit bento über seine Arbeit gesprochen:

Wann hattet ihr die Absicht eine Mauer zu bauen?

"Das 'Open Border'-Projekt ist Teil des diesjährigen Kunstwettbewerbs in Winnipeg. Unser erstes Ziel war ein radikaler architektonischer Eingriff. Deshalb die Mauer. Als es dann konkreter wurde, merkten wir, wie politisch die Installation ist und wie sehr sie an die aktuelle US-Politik und die Flüchtlingskrise in Europa erinnert."

Was wollt ihr mit dem Projekt erreichen?

"Wir möchten eine Diskussion über Grenzen und Einwanderung anstoßen. Wir bieten keine Lösung an, aber wir wollten ein Statement setzen, weil wir die Idee, eine Mauer zwischen zwei Länder zu bauen, kalt und unmenschlich finden. Andere Mauern trennen Menschen, unsere bringt sie zusammen."

Gibt es Reaktion aus den USA?

"Wir haben Reaktionen aus der ganzen Welt erhalten, der größte Teil davon war sehr positiv. Offenbar haben die Leute verstanden, wie widersprüchlich unser politisches Anliegen und dieses spielerische Objekt sind und wie es dennoch zusammengehört. Auf eine Twitter-Reaktion vom US-Präsidenten persönlich warten wir aber noch."

Mehr politische Kunst auf bento:


Trip

Lasst uns jetzt alle mal Urlaub in den USA machen!

Gerade hat eine Bekannte Flugtickets für einen Trip nach Florida storniert, sie wollte eigentlich Verwandte besuchen. "Ich bin doch nicht dumm", sagt sie. "Meine Eltern kommen aus dem größten muslimischen Land der Erde – wie soll das bitte bei der Einreise werden?"

Sie ist Deutsche, ihre Eltern kommen aus Indonesien. Dort leben mehr als 200 Millionen Muslime, mehr als in jedem anderen Land (Pew Research Center). In den Augen des neuen US-Präsidenten Donald Trump ist das ein ziemlich sicheres Zeichen, dass dort nur "schlimme Typen" hausen.