Beim Blick auf die verstaubte Gitarre hinter dem Sofa, die lang vergessene Fremdsprachen-App oder den nie eingelösten Gutschein für den Malkurs hat sich manch einer schon gedacht: "Hätte ich damit mal früher angefangen, dann wäre ich heute bestimmt richtig gut." Man zuckt mit den Schultern, ärgert sich über sich selbst und verdrängt die Pläne schnell wieder. Bis man dann das nächste Mal über die vergessene Idee stolpert.

Dass es allerdings nie zu spät ist, eine neue Fähigkeit zu lernen, zeigt die Japanerin Kimiko Nishimoto. Die 89-Jährige begeistert das Internet und die japanische Kunstwelt mit ihren witzigen und selbstironischen Porträts – dabei hat sie erst mit 71 Jahren das erste Mal überhaupt eine Kamera benutzt. 

Kimiko spielt gerne vor der Kamera und nimmt sich dabei selbst nicht allzu ernst. 

Mal hängt sie an einer Kleiderstange im Garten rum...
... und mal ist sie makaber als Mord- oder Entführungsopfer im Garten gefesselt: 

Alle Fotos macht sie selbst. Angefangen hat alles vor 17 Jahren mit einem Anfänger-Fotokurs, den ihr Sohn damals gab. In ihrer Heimatstadt Kuamoto im äußersten Südwesten Japans wurde sie schon nach einigen Jahren zum Geheimtipp und wurde in Galerien ausgestellt – jetzt hat sie es bis nach Tokio geschafft. Die Epson "Epsite" Gallery zeigt ab Mitte Dezember 2017 bis zum 18. Januar 2018 ihre Fotos. (Daily Mail

"Asobokane" heißt die Ausstellung, was in Kimikos Dialekt "Lass uns spielen" bedeutet. Ein passende Bezeichnung für ihren Stil: 

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Dabei ist Kimiko gar nicht nur ironisch und witzig, sondern drückt ihre Kreativität auch anders aus. In ihrem kleinen selbstgebauten Studio macht sie heute zum Beispiel ganz kunstvolle Detailaufnahmen von Blumen und Spielzeugen – weil es nie zu spät ist, noch etwas Neues zu lernen.

My photographic work. No retouch.

Posted by 西本喜美子 on Thursday, November 23, 2017

Fühlen

Ich bin in unserer Beziehung nie die Priorität. Sollte ich mich trennen?
Antonia, 26, fragt: