Bild: Alex Cearns
Und wir können viel von ihnen lernen.

Die Haare sind ihnen ausgefallen, ein Auge fehlt, sie gehen mit Prothesen: Hunde, auf die diese Beschreibungen zutreffen, würden nur wenige als makellos bezeichnen. 

Die australische Fotografin Alex Cearns macht es. In ihrem Buch "Perfect Imperfection" macht sie Hunde mit vermeintlichen Fehlern zu Protagonisten – und zeigt, wie vollkommen sie trotzdem sind. 

Pip zum Beispiel:

Als Pip sieben Wochen alt war, wurde sie von einer Tierschutzorganisation auf Bali gerettet. Sie lebte auf der Straße, litt an Krätze und hatte ihr dunkles Fell verloren. Cearns fotografierte den Welpen. Es war das erste Foto der Serie "Perfect Imperfection" – und verbreitete sich rasend schnell im Internet.

Später wurden durch eine Spendenaktion 15.000 Dollar gesammelt, mit der die Tierschutzorganisation, die Pip gerettet hatte, weitere Tiere aufpäppeln konnte. 

Wir haben Alex Cearns gefragt, was sie an den Tieren so fasziniert – und was wir Menschen von ihnen lernen können.

Alex, warum fotografierst du diese Hunde?

Ich fotografiere Tiere und finde sie generell alle toll, aber die, die man als anders wahrnimmt, liegen mir besonders am Herzen. Das sind Tiere, denen ein Bein fehlt, die ohne Augen geboren wurden oder Narben von Misshandlungen tragen. Tiere verlieren sich nicht in ihren Leiden. Sie passen sich ihrem Körper an und sie überleben mit Entschlossenheit. Sie wollen trotzdem überall dabei sein, soweit sie das können, genauso wie Tiere ohne Behinderungen. Ich finde das bewundernswert.  

So sehen die Tiere aus: 
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Vor ein paar Jahren warst du noch Polizistin. Wie kam es, dass du deinen Job gekündigt hast?

Ich bin niemand, der halbe Sachen macht. Seit ich die Digitalfotografie für mich entdeckt habe, habe ich mir autodidaktisch das Fotografieren beigebracht. Ich habe auch mal Landschaften und Menschen fotografiert, aber nichts begeistert mich so sehr wie Tiere. Ich habe mir ein Fotostudio aufgebaut, immer mehr Aufträge bekommen, Preise gewonnen – und dann 2010 meinen Job gekündigt, um Vollzeit mit Tieren zu arbeiten.

Woher kommt die Faszination?

Ich bin im australischen Outback aufgewachsen und habe mich schon als Kind mit meiner Mutter um verletzte Kängurus und andere wilde Tiere gekümmert, sie aufgepäppelt und wieder freigelassen. Außerdem war ich ein Einzelkind und im Outback gab es nicht so viele Spielgefährten. Meine ständiger Begleiter waren Hunde, Meerschweinchen, Pferde, Kaninchen und Schafe. Tiere sind schon immer Teil meines Lebens.

Alex mit ihrem eigenen Hund Pixel(Bild: Alex Cearns)
Wie laufen deine Foto-Aktionen ab? 

Ich versuche immer, die Persönlichkeiten der Tiere darzustellen. Ein paar Informationen habe ich schon über sie, das, was ihre Besitzer oder die Tierschutzorganisation, für die ich sie fotografiere, mir vor dem Shooting zusenden. Dann setze ich mich etwa einen halben Meter vor sie und versuche, in weniger als einer Stunde ihr Wesen durch die Linse einzufangen. Dabei unterscheiden die Tiere mit Wunden und Makeln sich überhaupt nicht von komplett gesunden Tieren.

Was möchtest du mit deinen Bildern bewirken?

Mein größtes Anliegen ist Tierschutz. Seit ich Tiere fotografiere habe ich weltweit mit mehr als 100 Tierschutzorganisationen gearbeitet. Ich möchte Menschen auf diese Organisationen aufmerksam machen und ihnen zeigen, wie schön die Tiere sind, um die sie sich kümmern. 

Was können Menschen von deinen Hunden lernen?

Vieles. Dass Schönheit mehr ist, als die erste Erscheinung – das Äußere ist nur ein Schaufenster. Behinderte Tiere geben genauso viel Liebe wie jedes andere Tier. Und sie verdienen ein genauso erfülltes und glückliches Leben. Sie inspirieren mich dazu, das Positive zu sehen. 

Mehr zu Alex und ihrer Arbeit findest du auf Facebook, Twitter und Instagram.


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