Bild: Léo Caillard
Der Künstler Léo Caillard fragt uns, was wir mit Mode ausdrücken wollen.

Wir knöpfen unser Hemd auf, wenn wir lässig wirken wollen. Wir tragen einen Blazer, wenn wir Eindruck schinden wollen. Und ein enges Shirt, um zu zeigen, wie sportlich wir sind. Unsere Kleidung soll individuell sein, unser Inneres nach Außen kehren. Auch Mode macht uns zu dem, was wir sind.

Das zeigt der Franzose Léo Caillard uns, wenn er griechische Skulpturen aus dem 16. und 17. Jahrhundert in angesagte Kleidung steckt. Das Projekt “Hipster in stone” wirft die Frage auf, wie die Gesellschaft unsere Mode bedingt und andersherum. Seit 2013 schaut sich Caillard in Paris Statuen und die Mode der Hipster an, um sie dann miteinander zu kombinieren.

Wenn der Künstler fertig ist, hinterlässt er retuschierte Bilder: Götter in zerfetzten Shirts, mit hochgekrempelten Ärmeln, in kurzen Shorts oder mit Hipster-typischen Holzfällerhemden.

Mode bestimmt unseren Eindruck eines Menschen. So sieht es aus, wenn Léo Caillard Altertum und Moderne verbindet – die Fotostrecke:
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Wer die angezogenen Skulpturen sieht, ist von dem Aufeinandertreffen der verschiedenen Jahrhunderte fasziniert. "Wenn eine Statue nackt ist, ist sie eine Ikone aus vergangenen Zeiten. Aber sobald sie angezogen ist, wird sie zu jemandem in unserem Alltag, ein Nachbar, ein Passant auf der Straße", sagt Caillard zu bento. "Mode verändert unseren Eindruck von der Skulptur völlig."

Zu Beginn des Projekts arbeitete Caillard noch mit realen Personen. Er produzierte Fotos von den Statuen und castete danach Menschen mit ähnlichem Körperbau. Auch sie fotografierte er im gleichen Studio mit demselben Licht. Anschließend kombinierte er beide Aufnahmen am Computer – so sollte es möglichst realistisch wirken.

Mehr zum Künstler aus Paris

Léo Caillard, 30, absolvierte die "Gobelins"-Schule für Fotografie in Paris und studierte klassische Kunst an der "Ecole du Louvre". Noch mehr Werke findest du auf seiner Homepage oder bei tumblr.

Seit drei Jahren arbeitet Caillard mittlerweile an dem Projekt. Aktuell kooperiert er mit Museen, zum Beispiel dem Louvre, um die Skulpturen dieses Mal tatsächlich zu kleiden. Das sei wesentlich aufwendiger. Caillards Wunsch ist es, auch in deutschen Museen zu arbeiten.

(Bild: Léo Caillard)

Kritisieren oder verspotten will Caillard die echten, menschlichen Hipster mit seiner Kunst hingegen nicht. Hipster, die sich mit ihrem Modestil – Nerdbrille, Vintage-Klamotten, Röhrenjeans, Tattoo und Bart – dem Mainstream widersetzen wollen, werden damit selbst zum Mainstream: In allen von uns stecke einer, sagt Caillard. "Der Begriff steht doch nur für unseren jungen, modernen Style."

Was Hipster-Mode über uns sagt? Diese Frage möchte Caillard den Betrachter selbst beantworten lassen.


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