"Für wen hast du dich denn so schick gemacht?"

Warum putzt du dir die Zähne? Klar, weil du später vielleicht noch einen Typen küssen willst. Warum zum Teufel hast du dir die Haare abgeschnitten? Die Jungs mögen dein Haar doch viel lieber lang!

Röra Blue kennt diese Sprüche – und ist genervt. Die sexistischen Kommentare begegnen ihr auf Instagram, unter ihren Fotos, oder im echten Leben; Wenn sie zum Beispiel ihre Fotos mit Hilfe ihres Vaters inszeniert, Passanten neugierig werden und die ganz selbstverständlich davon ausgehen, dass Röra Blues Vater der Künstler ist und nicht die 20-Jährige selbst.

"Ich wollte dieses Thema erkunden, weil es mich betrifft und Millionen andere Frauen auch", sagt die kalifornische Fotografin zu Verne. Deswegen hat Blue den Alltagssexismus und den unterschwelligen Druck, dem viele Frauen ausgesetzt sind, in Kunst verwandelt. Die Sprüche projiziert sie auf Röcke, Zungen, Suppen.

Im Slider: "Handle with care" von Röra Blue
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Blues Instagram-Account hat über 50.000 Follower, Tausende Menschen haben die Fotoserie geliket, einige teilen ihre Erfahrungen mit Alltagssexismus in den Kommentaren. Genau das will Röra Blue erreichen.

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Wenn es passiert, müssen wir den Mund aufmachen.
Röra Blue

Jede Frau erfahre diesen Alltagssexismus, sagt sie. Aber nicht immer würden die Frauen es merken, dafür sei der Sexismus zu tief in der Gesellschaft verwurzelt und zu normal geworden. Deswegen müssten Frauen die Sprüche und alltäglichen Demütigungen immer wieder anprangern: "Wir können nicht schweigen. Einige Dinge muss man aussprechen."

Die Kommentare unter ihren Fotos zeigen: Blue hat mit ihrem Projekt einen Nerv getroffen.

Lust auf mehr von Röra Blue?

Die Kalifornierin macht nicht nur "Handle with care". Im #Unsentproject sammelt sie die Nachrichten, die Menschen an ihre erste große Liebe senden würden – wenn sie den Mut dazu hätten.

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"Nazis raus": Wie sich die "Identitäre Bewegung" in Berlin blamiert hat

Anhänger der "Identitären Bewegung" sind am Samstag auf das Brandenburger Tor in Berlin geklettert. "Sichere Grenzen – sichere Zukunft" stand auf einem Banner, das sie oben auf dem Tor anbrachten. Menschen auf dem Pariser Platz beschimpften die "Identitären" mit Sprechchören: "Nazis raus".

Die Polizei bestätigte den Vorfall. Etwa 15 Menschen seien auf das Tor geklettert. Nach einer knappen Stunde war die Aktion beendet. Die Polizei stellte die Identität der Personen fest und ermittelt nun wegen Hausfriedensbruch und eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.

Die "Identitäre Bewegung" sind Rechtsextreme, die seit 2012 in Deutschland aktiv sind. Die Gruppierung wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Flüchtlinge und Zuwanderer islamischen Glaubens werden von den "Identitären" in extremer Weise diffamiert.

Der Twitter-Account des rechten Bündnisses "Ein Prozent", das mit der "Identitären Bewegung" eng verknüpft ist, verkündete die Aktion.