Sprayer aus aller Welt unterstützen ihn nun.

"Fuck H&M" steht in riesigen schwarzen Buchstaben quer über den Schaufenstern einer amerikanischen "H&M"-Filiale. Und es ist nicht die einzige. 

Zurzeit finden sich zahlreiche Bilder von solchen Schmierereien auf Instagram. Unter dem Hashtag #fuckhm hat sich in den USA ein Protest formiert. Die User kämpfen gegen die schwedische Modefirma und für einen amerikanischen Streetart-Künstler. 

Was ist passiert? 

H&M hat eine neue Sportswear-Kollektion. Diese bewirbt die Firma mit Bildern und Videos auf ihrer Website. Die Fotostrecke zeigt immer wieder ein männliches Model in verschiedenen Locations

Eine davon ist eine Betonwand auf einem Handballplatz im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Auf der Wand ist ein Graffiti vom Streetart-Künstler Jason Williams, der sich "REVOK" nennt. Die Bilder von dem Model vor der Wand und das Graffiti von "REVOK" sind also Teil der H&M Kampagne

Das gefällt dem Künstler gar nicht: Er hat H&M wegen der unerlaubten Nutzung seiner Kunst verklagt. Doch H&M wollte sich zunächst wehren – und ebenfalls klagen.

Um dieses Graffiti streiten sich H&M und der Künstler(Bild: Screenshot H&M )

Das sagt Künstler "REVOK":

Er wirft der Modefirma vor, dass sie durch die "nicht authorisierte Nutzung" seiner Kunst und deren kommerziellen Nutzung seinem Ruf schaden würde. Menschen, die seine Kunst kennen, könnten durch die Bilder der Kampagne glauben, dass "REVOK" und H&M kooperierten. 

Schon im Januar meldete sich "REVOK" über seinen Anwalt bei H&M. Es soll eine Klage wegen Copyright-Verletzung, Fahrlässigkeit und unfairem Wettkampf laufen. (The Source)

Und so reagierte H&M:

Die Firma hat nun auf die Vorwürfe reagiert und ebenfalls einen Brief veröffentlich. Darin schreibt der Anwalt der Firma, dass es sich bei dem Graffiti von "REVOK" um das Produkt eines kriminellen Verhaltens handele. Demnach würden seine Ansprüche auf Copyright nicht greifen, denn laut Gesetz gelte Copyright nicht für illegal angefertigte Kunst

Das Recht ist scheinbar auf der Seite von H&M. Vor dem Fotoshooting vor "REVOK"s Graffiti habe sich die Firma bei der örtlichen "Behörde für Park- und Erholungsanlagen" erkundigt. Die Behörde habe gesagt, dass das Graffiti tatsächlich Vandalismus sei und das Eigentum der Stadt New York verunstalte. H&M fordert nun gerichtlich eine Erklärung von "REVOK". Er soll seine Ansprüche auf Copyright zurückziehen. (Hyperbeast

  • Außerdem soll die Modefirma das Gericht in New York gebeten haben, jegliche Form von Streetart von Copyright-Ansprüchen zu befreien. Für die Künstler würde das bedeuten, dass ihre Werke von Firmen als Location für Werbe- oder Fotoshootings genutzt werden können, ohne dass der Künstler dem zustimmt oder Geld dafür bekommt. (I Love Graffiti)

Künstler und Fans der Streetart-Szene reagierten verärgert.

Sie sehen die Rechte von Streetart-Künstlern in Gefahr und rufen die Graffiti-Community auf, sich zu wehren: 

Es gibt viele Dinge auf dieser Welt, die wichtiger sind als dieses Problem. Aber wenn wir jetzt nicht handeln, sind unsere Karrieren und unsere Einkommensquellen in Gefahr und wir werden unsere Kunst eines Tages in einer Werbung für eine Marke sehen, die wir hassen und daran nichts ändern können. Nutzt die sozialen Medien um diese Botschaft in der weltweiten Künstler-Szene zu verbreiten und lasst H&M wissen, was wir von ihnen denken. Sie haben deutlich gemacht, was sie von uns halten. (I Love Graffiti)

Wie geht es weiter? 

Zurzeit ist unklar, wer Recht bekommt. Einige Stimmen sagen, dass die Wand, auf der sich das Graffiti befindet, Eigentum der Stadt New York sei. Weil es sich zudem um ein eindeutig illegal produziertes Werk handele, habe der Künstler keinen Anspruch auf Copyright. 

Andere Quellen geben "REVOK" Recht. Das Graffiti sei seine originale Arbeit, die durch die Werbekampagne von H&M unerlaubter Weise vervielfältigt wurde. (Metro)

Ob der Protest der Graffiti-Künstler nun "REVOK" helfen wird oder zu noch mehr Problemen mit H&M führt, wird sich zeigen.

Update, Freitagmorgen: 

H&M will nun doch nicht klagen, sondern mit dem Künstler gemeinsam eine Lösung finden. Man respektiere die Arbeit von Künstlern. (The Daily Beast)

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Grün

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Das ist längst bekannt. Trotzdem verkaufen Konzerne immer noch Wasser in Plastikflaschen. Auch dort, wo es gar nicht nötig ist und es sauberes Trinkwasser aus der Leitung gibt.

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