Chan ist ein 75-jähriger, koreanischer Opa, der in Brasilien lebt. Für lange Zeit hatte der Rentner einen Auftrag: Seine beiden Enkel Arthur und Allan zur Schule zu fahren. 

Als seine Tochter sich jedoch entschied, mitsamt ihrem Mann und ihren Söhnen zurück nach Korea zu ziehen, brach für ihn eine Welt zusammen. Keine Kinder, keine Enkel, keinen Auftrag mehr. 

Ihm blieb wenig anderes übrig, als den ganzen Tag zu Hause zu sitzen und fernzusehen, erzählt die Familie in einer Instagram-Story.

Er ist ein grummeliger, alter Mann.
Ji Lee

Seine Familie, allen voran seine Frau und sein in New York lebender Sohn Ji Lee, machten sich wirklich Sorgen um ihn. Bis Ji Lee eine Idee hatte: "Ich erinnerte mich daran, dass mein Vater früher für uns Kinder gemalt hat. Vielleicht könnte er damit ja wieder anfangen?

So einfach war das allerdings nicht, berichtet er. Denn der 75-jährige "grummelige, alte Mann" kannte sich mit dem Internet nicht aus, konnte keine E-Mails verschicken. Und dann war da noch ein Problem: "Er hasste die Idee", sagt Ji Lee. 

Alles änderte sich jedoch, als auch Ji Lee Vater wurde. Denn den nun dreifachen Großvater Chan traf in diesem Moment eine Erkenntnis: "Wie lange werde ich noch leben? Mein Enkel wird mich vielleicht niemals kennenlernen." 

Plötzlich gab es einen Grund, mit dem Malen wieder anzufangen. Er wollte etwas erschaffen, das bleibt

Bei einem Familienbesuch in New York ließ er sich deshalb, gegen all seine Vorbehalte, von seinem Sohn Instagram erklären. 
Die ersten Bilder sahen aus wie scheiße.
Ji Lee

Und er begann wieder mit dem Zeichnen. Die ersten Bilder "sahen aus wie scheiße", sagt sein Sohn Ji Lee. Aber der alte Mann blieb dabei. 

Superhelden, Dinosaurier, Spielzeug oder Geburtstagsgrüße, inzwischen malt Chan ein Bild pro Tag.

So sehen Chans Zeichnungen aus:
1/12

Seine ebenfalls 75-jährige Frau Kyong Ja Ahn hat auch Gefallen an der Idee gefunden, und denkt sich zu jedem Bild eine kurze Geschichte aus. Aus Brasilien schicken sie die Nachrichten und Fotos in die USA und nach Korea – durch das Projekt ist die Familie jeden Tag in Kontakt, über drei Kontinente hinweg. (BBC)


Mit seinem Instagram-Profil hat er inzwischen ein so großes Publikum erreicht (fast 300.000 Abonnenten), dass die Familie eine weitere Idee hatte. Auf einer Website kann man Drucke von Opa Chans Zeichnungen kaufen

Die Erlöse gehen zum Teil an einen wohltätigen Zweck, der Rest wird gespart. Damit seine drei Enkel später mal auf die Uni gehen können. 

Ob sich Chan das vorher ausgemalt hätte? 

Today

Ein Jahr nach dem Anschlag: Schwulenclub in Orlando soll Museum werden

Im Juni vergangenen Jahres erschoss ein Attentäter dort 49 Menschen und verletzte viele weitere, jetzt soll im Schwulenclub Pulse in Orlando eine Gedenkstätte mit einem Museum errichtet werden. (Zeit Online)

Ihr Club sei bereits "heiliger Boden" und solle nun ein "Ort der Heilung" werden, sagte Club-Besitzerin Barbara Poma laut Medienberichten. Sie hofft dabei auf Unterstützung von Angehörigen der Opfer und Überlebenden sowie von Polizisten, Feuerwehrleuten und Rettungssanitätern, die den Opfern geholfen hatten.