Bild: Kito Fujio

Eine riesige Heuschrecke, sie sieht aus, als ob sie gleich zum Sprung ansetzt. Daneben ein blauer Wal, sein Maul weit geöffnet. Und ein Roboter, mit leuchtenden Augen erwidert er eindringlich den Blick des Betrachters. Beep beep beep. Es wirkt, als wird er jeden Moment lebendig – na ja, so lebendig, wie ein Roboter eben werden kann.

Die Gebilde stehen auf japanischen Spielplätzen, sie sind eigentlich Rutschen, Schaukeln, Wippen. Der Fotograf Kito Fujio hat sie aufgenommen, immer nachts, immer angestrahlt mit kalten, weißen Strahlern. 

Es entstehen entrückte, schaurige Fabelwesen – die doch seltsam vertraut wirken. 
Denn die Bilder erinnern an eine Kindheitsfantasie – in der Spielzeuge nachts lebendig werden:
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Fujio war Büroangestellter, 2005 kündigte er und wurde freier Fotograf. Über die Jahre hat er die nächtlichen Spielplatz-Szenen gesammelt, oft auf Hochhausdächern oder kleinen Straßenecken – halt immer dort, wo Platz für ein Spielplatz ist. (Spoon-Tamago)

So stehen die Bilder für den Zusammenstoß von japanischer Mythologie und Manga-Welt mit einem immer optimiertem Alltag. Spielspaß muss auf kleinste Quadratmeter passen. Zugleich entführen die riesigen Roboter, Insekten und Echsen in eine ferne Traumwelt. 

Fujio hat seine Bilder in einem Buch veröffentlicht. Hier bietet er es an.

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