Bild: Fat & Furious Burger
Zwei Grafiker aus Paris machen aus ihrem Hunger Kunst.

Die beiden Pariser Grafikdesigner Thomas Weil und Quentin Weisbuch haben ihre Mittagspause schon sehr oft gemeinsam verbracht, sie gingen in Dönerläden, zum Bäcker, in Schnellrestaurants. Hier stillten sie gemeinsam ihren Hunger – so lange, bis sie irgendwann genug hatten von dem immer gleichen Angebot, das sie in den Lokalen vorfanden: die immer gleichen Salate, Baguettes, Fritten, Burger.

Wann gibt es mal was, das wirklich außergewöhnlich schmeckt – und auch so aussieht? Das fragten sich die beiden.

So extrem sieht es aus, wenn Thomas und Quentin Burger gebraten haben – die Fotostrecke:
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Seitdem denken sich Thomas und Quentin Woche für Woche einen neuen Burger aus, ein Mittagsmahl nach ihren Traumvorstellungen. Einen Burger zum Beispiel, der so groß ist wie eine Kugel Eis und der auf einer Waffel thront. Einen Burger, dessen Brötchenhälften wie ein Dino-Ei aussehen, mit gerade erst gesprungener Schale. Und einen Burger, der an einen vor Zuckerglasur tropfenden Bratapfel erinnert. Mhhhh.

"Es dauert eine halbe Stunde, sich einen neuen Burger auszudenken, dann rennen wir in den Supermarkt, braten das Ding – und machen ein Foto", sagt Quentin.

Kindlich und naiv und genau richtig(Bild: Fat & Furious Burger)

Ob lecker oder nicht: Das Bild von der Traum-Bulette im Fantasie-Brötchen posteten Thomas und Quentin zunächst nur auf Instagram. Doch was dort aus ihren Gedanken entstand, das fanden sehr bald Zehntausende toll – und die beiden Träumer wurden erfolgreich.

Aus ihrer Idee wurde ein Projekt, "Fat & Furios Burgers". Heute kooperieren sie mit Restaurants, die ihre Burger nachbraten und verkaufen. Die kosten dann fünf – oder sogar 50 Euro. Es gibt einen Katalog voller Burger-Bilder. Und ein richtiges Foto-Studio, in dem Thomas und Quentin seit Kurzem ablichten, was aus Pfanne und Backofen kommt. Es gibt Burger-Shirts, Plakate, Jutebeutel.

"Unsere Burger sehen nicht nur krass aus, die schmecken auch", sagt Quentin.

Die Bilder erfüllen all das, worum man sich nie zu bitten, was man sich in der Küche nie zu kombinieren trauen würde. Gedanken und Fragen, die Thomas und Quentin während ihrer Arbeit zulassen: Was passiert, wenn man eine Burger-Uhr baut, mit einer Oblate als Zifferblatt? Wie sieht es aus, würde man einen Burger in einer Puderdose servieren? Und wie schmeckt ein Burger, der eigentlich Sushi ist?

Keine blöden Fragen sind das, nichts, wofür sich die Künstler schämen müssten: Sie spielen mit dem Normalen, mit (Ess-) Gewohnheiten – und fordern Konsumenten so heraus, mit mehr Mut und ja, auch mit mehr kindlicher Naivität durch das Leben zu schreiten.

Wie etwas eigentlich sein, aussehen, schmecken müsste: Thomas' und Quentins Einstellung ist, dass genau das nicht interessiert. Ihre größte Inspirationsquelle sei und bleibe dabei übrigens seit jeher nur eines, sagt Thomas: der eigene Hunger.

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