Wie sie damit politische Botschaften verbreiten.

Donald Trump reitet mit wehendem Mantel auf einem weißen Pferd, er sitzt da erhobenen Hauptes wie Napoleon. In einem anderen Moment wird der US-Präsident zum nordischen Supergott Thor und schwingt einen mächtigen Hammer. Oder er fegt mit einem Besen die "Politische Korrektheit" beiseite. 

Seit Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten ist, wird er auch im Netz zum Meme – zum Internetphänomen. Das schafft er einerseits selbst, mit seinen Tweets. Dann gibt es Kritiker, die sich in Fotomontagen über ihn lustig machen. Aber es gibt auch: Anhänger, die es ernst meinen.

Eine kleine Netzgemeinde huldigt Trump in Foren mit selbst gebastelten Montagen als Gott oder Superheld – und verbreiten nebenbei ihre politischen Botschaften.

In großen Foren wie 4chan oder reddit ist Trump so zu einer Kunstfigur geworden. Nutzerinnen und Nutzer machen ihm zum Fantasy-Krieger oder Kaiser. Das ist ironisch und unterhaltsam, manchmal verstörend oder komplett albern

Die Trump-Memes lassen sich in 3 Kategorien unterteilen:

1. Trump als historischer Held
2. Trump als Fantasy-Warlord oder Superheld
3. Trump eingebettet in Karikaturen
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Hinter den Bildern steckt mehr als nur Internet-Quatsch. Es geht um Politik. Und um eine gemeinsame Identität, sagt die Netzkultur-Expertin Karolin Schwarz zu bento.

Memes werden oft dazu genutzt, um eine gemeinsame Identität aufzubauen, sagt Schwarz. Heißt: Auch wenn es in den Bildern oft um Feindbilder geht, sind sie weniger für die Augen der Gegner als für die eigene Gemeinschaft gedacht. 

Es geht darum, bestehende Denkmuster zu bestätigen. Ideen wie "Politische Korrektheit ist eigentlich Zensur" oder "Feminismus unterdrückt Männer" werden durch Bilder wie diese in den eigenen Reihen bestärkt und selbstverständlich gemacht, sagt Schwarz.

Entsprechend soll Trump größer, mächtiger und himmlischer aussehen

Immer wieder finden sich Vergleiche mit Napoleon oder Jesus Christus. Er ist Diktator, Eroberer, Prophet. Das gleiche gilt für Memes, in denen er als Superheld oder Fantasy-Krieger dargestellt wird – als Captain America zum Beispiel. 

Die Botschaft: Trump rettet die Welt – oder erobert sie zumindest, mit allen Mitteln. Nur, dass in der Realität natürlich nicht dunkle Lords, Aliens oder Orks seine Herrschaft bedrohen, sondern: Liberale, Feministen und Muslime. 

Der Trick hinter solchen Memes: Gefährliche Botschaften werden in harmloser, lustiger Form verpackt.

Das sagt zum Beispiel die Populismus-Expertin Alice Marwick. Durch Witze könnten Rechte im Netz ihre Ideen spielerisch verbreiten: "Faschismus ist sozial mehr oder weniger Tabu. Humor ist einer der einzigen Wege, ihre Positionen zu äußern". (The Guardian)

Also: Wenn Trump als Zug die angebliche jüdische Verschwörung hinter Hillary Clinton aus dem Land fegt, sieht das albern aus. Albern genug, dass der Urhaber sagen könnte: Ist ja alles nur ein Scherz. Es könnte aber auch als antisemitisches Gedankengut verstanden werden.

Marwick sagt:

Ironie hat eine strategische Funktion. Es erlaubt Menschen eine weit rechte Idee zu äußern, ohne sich zu ihr bekennen zu müssen.

Das sei das größere System hinter Memes, provokanten Thesen und scheinbarem Blödsinn im Netz. Es testet, wie weit man gehen kann, ohne auf direkten Widerstand zu treffen. 


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