Bild: Aria Watson
Sie hat uns erzählt, was sie damit bewirken will.

"Grab 'em by the pussy" und "Young and beautiful piece of ass" – diese Dinge hat Donald Trump wirklich gesagt. Deutlicher kann man seine Meinung nicht kundtun, trotzdem haben ihn die Amerikaner zu ihrem Präsidenten gewählt. An den Tagen nach der Entscheidung demonstrierten wütende Studenten, halb Amerika ist immer noch fassungslos. (bento)

Jetzt ruft das Fotoprojekt einer 18-jährigen College-Studentin den Amerikanern noch einmal eindringlich in Erinnerung, was für ein Mann das ist, der Präsident sein wird.

Aria Watson ist so wütend über Trumps frauenfeindliche Einstellungen, dass sie seine Sprüche auf die Körper von Frauen malte. "#SignedByTrump" heißt ihr Projekt.

Im neuen Kontext wird wieder sichtbar, was von Trumps Unterstützern bestritten wird: Seine Sprüche sind nicht nur "locker room talk", sie haben konkrete Auswirkungen und werden wahrscheinlich das Frauenbild vieler Amerikaner beeinflussen. Und sie sind einfach nur menschenverachtend. Schließlich gibt der künftige US-Präsident zum Teil konkrete Handlungsanweisungen: "You have to treat them like shit."

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Inwzischen haben Millionen Menschen Aria Watsons Fotos gesehen, sie werden nun sogar auf T-Shirts gedruckt.

Hier erzählt sie, wie sie sich während des Wahlkampfs und nach Trumps Wahlsieg fühlte – und was sie mit ihren Fotos erreichen möchte:

"Ich habe mit '#SignedByTrump' ein paar Wochen vor der Wahl begonnen. Es war ein Projekt für meinen Fotografie-Kurs. Als ich sah, dass Donald Trump die Wahl gewinnt, wusste ich, dass ich noch härter daran arbeiten muss. Zunächst dachte ich, seine Kampagne sei ein Witz. Ich konnte nicht glauben, dass dieser Mann sich um das Amt des Präsidenten bewirbt. Dass er gewinnt, habe ich nicht erwartet. Ich bin immer noch geschockt.

Ich fürchte, dass Trumps Einstellung zur neuen Norm wird.
Aria Watson.


Bei den vergangenen Wahlen war ich noch zu jung, um wirklich zu verstehen, was passiert. Auch in diesem Jahr durfte ich nicht wählen, weil ich am Tag der Wahl noch 17 war – aber ich habe mich so viel informiert, wie noch nie. Ich bin stolze Feministin. Mir ist übel geworden, als ich hörte wie Trump sagte "grab them by the pussy." Frauen sind keine Objekte. Es macht mir Angst, dass er das sagen kann und dennoch gewählt wird. Ich fürchte, dass Trumps Einstellung zur neuen Norm wird.

A few days after Donald Trump had won, I went and joined the Portland's Resistance and peacefully protested. This was my...

Posted by Aria Watson on Monday, December 12, 2016
Lasst euch nicht zum Schweigen bringen, gemeinsam sind wir stärker.
Aria Watson


Ich komme aus Warrenton, einer kleinen Küstenstadt in Oregon. Die Models zu finden, war sehr schwierig. Ich habe sogar ein Selbstporträt schießen müssen. In den Fotos sind nur weiße Frauen zu sehen, viele Menschen fragen nun, warum. Ich hätte tatsächlich gerne auch Afro-Amerikanerinnen fotografiert. Aber die einzige farbige Frau, die ich kenne, ist noch nicht 18. Alle Frauen sind anonymisiert, ihre Gesichter sollen nicht zu sehen sein, weil ich nicht möchte, dass sie mit den negativen Kommentaren umgehen müssen.

(Bild: Aria Watson)

In den letzten Tagen habe ich unglaublich viele Nachrichten bekommen, einige haben mich zum Weinen gebracht. An alle, die '#SignedByTrump' unterstützen: Lasst euch nicht zum Schweigen bringen. Ich weiß nicht, wie Trump ins Weiße Hause kommen konnte, aber es ist passiert. Wir müssen nun zusammenhalten, gemeinsam sind wir stärker."


Trip

Ein Besuch in einem verwunschenen japanischen Restaurant versteckt im Wald
Das Shoraian in Kyoto

Bei diesem Restaurant kann man nicht einfach vorfahren – man muss sich zu Fuß auf den Weg machen. Das Shoraian liegt außerhalb von Kyoto in Japan, auf einem Berg im Wald. Wir begleiten eine Foodbloggerin auf ihrem geradezu spirituellen Weg.

Das Essen im Shoraian ist klassisch japanisch. Die Besitzerin, Fuyoh Kobayashi, will alle fünf Sinne ihrer Gäste ansprechen. Die Lage und Architektur des Gebäudes gehören ebenso dazu wie die Kalligraphie-Künste von Fuyoh Kobayashi.