Donald Trump sieht aus, als habe er aufgegeben. Der Blick ist stumpf, der Mund schmal. In den Händen hält er ein Foto seiner Familie – ob anklagend oder bettelnd oder aus Stolz, lässt sich in dem ausdruckslosen Gesicht nicht erkennen. Die Kleidung des US-Präsidenten ist schäbig, er hat eine Isomatte bei sich und einen Plastikbeutel. Auf dem Arm trägt er ein Mädchen.

Donald Trump als Flüchtling auf der Balkanroute, abgerockt und leer – so zeigt es ein Gemälde des Künstlers Abdalla al-Omari.

Das Ölgemälde mit dem Titel "Donald" gehört zu einer Serie. "The Vulnerability", die Verletzlichkeit, heißt die Bilderserie, sie ist die jüngste Arbeit von Abdalla. Und eine Anklageschrift an die Mächtigen der Welt.

Gezeigt werden Autokraten wie der russische Präsident Wladimir Putin und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan, aber auch westliche Politiker wie der ehemalige US-Präsident Barack Obama und der ehemalige französische Präsident Francois Holland. Alle werden in Situationen größter Not dargestellt.

Das sind die "verletzlichen" Politiker von Abdalla al-Omari:
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Die Politiker wirken ungewohnt, aber nicht entrückt. In ihren Blicken sieht man Armut und Einsamkeit, Bedürftigkeit hingegen spiegelt sich nicht darin. Genau das ist das eigentliche Ziel von Abdalla. "Ich wollte sie nicht ihrer Macht berauben, um mich selbst besser zu fühlen", sagt er zu bento. "Eigentlich ging es darum, sie wieder zu Menschen zu machen." 

Gerade Diktatoren – aber auch Führer demokratischer Länder – würden sich immer als Helden inszenieren (gerade Barack Obama). Sie wirken dann seltsam entrückt, sagt Abdalla, als ob sie mit den Problemen der Welt nichts mehr zu tun hätten. Also beraubt sie Abdalla in seinen Gemälden ihres Charismas und ihrer Stärke.

"Mit meinen Bildern gebe ich dem Betrachter die Chance, die wahre Kraft von Verletzlichkeit zu erkennen."

Soll heißen: Wenn wir den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad auf einem Flüchtlingsboot sehen, erinnern wir uns wieder des realen Leids von Millionen Syrern, die vor eben diesem Diktator auf der Flucht sind (hier findest du mehr Hintergründe zum Syrienkrieg). Schutzsuchende, die in der öffentlichen Wahrnehmung längst zu einer gesichtslosen Masse wurden, sollen so wieder als Individuen begriffen werden. 

In weiteren Ölgemälden zeigt Abdalla auch Politiker wie Obama und Merkel in verletzlichen Situationen:
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Auf einem Gemälde hat sich Abdalla selbst hinzu gezeichnet. Das ist Kunst aus Erfahrung: Abdalla stammt selbst aus Syrien. Der 31-Jährige wuchs in der syrischen Hauptstadt Damaskus auf und hatte an der dortigen Universität Literatur studiert. 

"Hinter der Fassade von Macht bleibt den Diktatoren nichts."
Abdalla al-Omari

Die ersten Proteste gegen den Präsidenten Assad gab es Anfang 2011, die syrische Armee schlug mit voller Härte zurück. Innerhalb von nur einem Jahr hatte sich der Konflikt in einen Bürgerkrieg verwandelt. Abdalla hätte für Assads Armee kämpfen sollen, wollte aber keine Waffe in die Hand nehmen. Im September 2012 floh Abdalla nach Europa, "als alles immer chaotischer wurde". Heute lebt er in Belgien.

"Klar habe ich am Anfang viel Wut in mir gespürt, wenn ich an Politiker wie Assad denke", sagt Abdalla. "Aber dann merkte ich, dass es besser ist, diese Wut in Stärke zu verwandeln – indem ich den Mächtigen ihre Stärke nehme."

Seine Arbeiten wurden bereits in Großbritannien, im Libanon und auf der Biennale in Berlin gezeigt. Die aktuelle Sammlung "The Vulnerability" hängt in der Ayyam Gallery in Dubai. Wen es dort allerdings nicht zu sehen gibt: den Herrscher von Dubai.

Dieser Künstler arbeitet auf Ruinen – direkt in Syrien:


Queer

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Viele Länder erlauben längst die Ehe für alleDeutschland und Australien gehören jedoch nicht dazu. Im Falle von Australien will die Eiskette "Ben & Jerry's" nun nachhelfen – mit einem Eiskugel-Boykott.

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Cookie Dough als doppelte Portion geht also nicht mehr – weil eben zwei Menschen des gleichen Geschlechts ja auch nicht heiraten dürfen, argumentiert der Hersteller auf seiner Website