Bild: Random House

Wenn es jemanden gibt, der mehr Trump ist als Donald Trump selbst, dann ist das: Alec Baldwin. Der Schauspieler und Comedian mimt seit mehr als einem Jahr den US-Präsidenten für "Saturday Night Live". 

Mit geschürzter Lippe, blonder Tolle und vernuschelten Hauptsätzen perfektioniert er die Rolle als US-Präsident. In mehreren Auftritten im vergangenen Jahr hat er die Aberwitzigkeit von Trumps Politik bloßgestellt. Trump selbst hasst ihn dafür – die Clips nannte er "richtig schlechtes Fernsehen". Andere lieben Baldwin hingegen, die Einschaltquoten von "Saturday Night Live" gingen seit seinen Auftritten in die Höhe. 

(Bild: Random House)
Logisch, dass es der falsche Trump nicht bei Sketchen belässt – sondern nun das erste Präsidentschaftsjahr auch in Buchform abbildet.

Gemeinsam mit dem Schriftsteller Kurt Andersen hat Baldwin ein fiktives Buch über Trumps Alltag im Weißen Haus geschrieben. Der Titel: "You Can't Spell America Without Me".

Wir haben die Biografie gelesen. Hier sind die 6 besten Weisheiten vom falschen Trump:
"Alles, was dich nicht kaputt macht, verschafft dir einen weiteren Tag, um andere kaputt zu machen."
"Ballere die Wahrheit immer direkt auf die Leute."
"Die Höhen im Leben halten nie lange. Die Tiefen hingegen immer sehr, sehr viel mehr."
"Entschuldige dich nie, schau einfach weiter geradeaus. Das ist Führungswissen 1 zu 1!"
"Anmaßung ist die beste Verteidigung."
"​Wenn du nicht mehr weiterweißt, halt einfach die Daumen hoch – die Geste kennen alle aus dem Fernsehen."
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Was erwartet den Leser sonst?

Vor allem typische Donald-Trump-Sätze. Alles ist "tremendous", "incredible" und "phenomenal", damit der Leser das auch versteht, gibt es Fettungen, hervorgehobene Sätze und extra große Schrift. 

Baldwin und Andersen nehmen eher selten Bezug auf die politischen Ereignisse aus dem ersten Trump-Jahr, sondern üben sich an Innenansichten des Präsidenten: Wie ist sein Verhältnis zu First Lady Melania? Was denkt er über Steve Bannon? Und wie öde ist eigentlich das Politleben im Weißen Haus im Vergleich zu all den schönen Golf-Nachmittagen in der Floridaresidenz Mar-a-Lago?

  • Immer mit dabei ist die trumpsche Großartigkeit, mit der er sich selbst lobt: "Ich schaute raus auf das Meer, nicht auf die traurige Art, sondern eher so auf die kluge Art."
  • Oder Trumps Herangehensweise an die Weltpolitik. So hat der falsche Trump vorm ersten Treffen mit Merkel extra ihren Namen geübt: "Es heißt AHHHHNGLE-uh, wie, wenn dir der Doktor diesen Holzspatel in den Rachen steckt."
So bewirbt "Trumpwin" übrigens sein Buch:

Mit all dem ist "You Can't Spell America Without Me" sehr viel angenehmer zu lesen als ein anderes Buch, das gerade über Trumps erstes Jahr erschienen ist: "Fire and Fury". 

Darin beschreibt der durchaus auch umstrittene Journalist Michael Wolff die ersten elf Monate Trumps – vom Wahltag Anfang November 2016 bis Ende Oktober 2017. Er lässt Mitarbeiter zu Wort kommen, der Alltag im Weißen Haus wirkt wie ein einziger irrealer Albtraum. 

Wer also der Meinung ist, dass die USA in Zeiten von Trump zu einer Freakshow werden, der findet in Baldwins satirischem Blick ein bisschen Erlösung. 

Bevor alles noch schlimmer wird. Denn es werde einen Moment geben, wenn das alles vorbei ist, sagt Baldwin selbst über seine Arbeit: "Wenn Trump endgültig in Schande aufgeht und die Möglichkeit nimmt, das ganze noch satirisch aufzufangen." (The Independent)

Spätestens dann wünscht man sich vielleicht die Zeiten von "You Can't Spell America Without Me" zurück.


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