Bild: dpa/Frank-Rumpenhorst
Sie hat nicht nur wunderbare Literatur geschaffen, sondern auch einen Feminismus, der auf der ganzen Welt funktioniert. Beyoncé liebt sie. Wir auch.

1. Sie bringt Feminismus so auf den Punkt, dass es jeder versteht.

Und zwar mit einer ganz einfachen Definition: "Feminist: A person who believes in the social, political and economic equality of the sexes". Keine umständlichen Schachtelsätze, sondern eine schlichte Aussage, die überzeugt. Das Zitat stammt aus ihrem TED-Talk "We should all be feminists", der für Begeisterung sorgte – zum Beispiel bei Beyoncé: In ihrem Song "***Flawless" sampelt sie einen einminütigen Auszug aus Chimamandas Rede.

2. Schluss mit starren Verhaltensregeln

Feministinnen sind unglücklich und unbefriedigt. Sie hassen Männer, Make-Up und Manolo Blahniks. Diese Vorurteile gibt es überall, sei es in Berlin oder Lagos. Als Nigerianerin wird Chimamanda mit einem weiteren konfrontiert: Feminismus sei unafrikanisch. Auf die ellenlange Liste von Vorurteilen antwortet sie sarkastisch mit einer ellenlangen Selbstdefinition: "I am a happy African feminist who does not hate men and who likes to wear lip gloss and high heels for herself and not for men." Damit beweist sie nicht nur, dass Feminismus vielfältig ist, sondern auch, dass er keine starren Verhaltensregeln braucht.

3. Ihre Bücher sind voll von starken, inspirierenden Frauen.

Zum Beispiel Ifemelu aus "Americanah", die von Nigeria in die USA zieht und dort als Bloggerin bekannt wird. Ifemelu ist direkt, kompromisslos, und verliert bei allen Hürden eines nie: ihren eigenen Kopf. Eine junge Frau, die ihr Ding durchzieht, mit allen Stärken und Schwächen. Brad Pitt hat sich bereits die Filmrechte gesichert, Oscar-Gewinnerin Lupita N'yongo die Hauptrolle als Ifemelu.

(Bild: Reuters/Neil Hall)

4. Es geht nicht nur um Gender.

Wer könnte das besser erklären als Chimamanda, eine schwarze Frau aus der (nigerianischen) Oberschicht? Geschlecht, Klasse und Rasse – das alles sind Machtkategorien, die zu Privilegien oder Nachteilen führen und miteinander verflochten sind. In der Uni heißt das Intersektionalität, für Chimamanda tägliche Realität. Klingt sperrig? Wenn Chimamanda darüber spricht, hört man gerne zu. Ihre Ausstrahlung ist so einnehmend, dass das Publikum abwechselnd die Luft anhält oder in Lachen ausbricht.

5. Es gibt biologische Unterschiede.

Chimamanda bestreitet aber, dass sie sich auf Charakter und Fähigkeiten auswirken. Schließlich sagt das Geschlecht nichts darüber aus, wie intelligent, innovativ oder kreativ jemand ist. Außerdem: Starre Kategorien funktionieren nicht mal in der Biologie. Oder, mit Chimamandas Worten: "Men have more testosterone and are, in general, physically stronger than women." Pause. Süffisantes Lächeln. "There are of course many exceptions."

6. Ist das Patriarchat ein Männerparadies?

Im Gegenteil. Chimamanda beschreibt in ihrem TED-Talk und in ihren Romanen, wie traditionelle Rollenbilder Männern zum Verhängnis werden. Sie müssen stark sein, dürfen keine Angst zeigen, nicht verletzlich sein. Die Folge? "The harder a man feels compelled to be, the weaker his ego is." Das Fazit: Gleichberechtigung ist besser für alle.

(Bild: Ivara Esege)

7. Männlichkeit und Feminismus – ein Widerspruch?

Nicht für Chimamanda. Nach ihrer Definition (siehe Punkt 1) sind mehr Menschen Feministen als nur diejenigen, die sich explizit so bezeichnen. Übrigens, sagt sie gegen Ende ihres TED-Talks: Der "beste" Feminist, den sie selbst kennt, sei ein netter, gut aussehender, sehr maskuliner Typ – ihr kleiner Bruder.

8. Wut ist gut!

Dass Feministinnen und Feministen immer wieder Humorlosigkeit und Zorn angekreidet wird, kümmert Chimamanda herzlich wenig. "I am angry. We should all be angry. Anger has a long history of bringing positive change."

9. Stop being likable.

So lautet Chimamandas Rat für junge Frauen. Bei einer Rede am Wellesley College sagte sie: "All over the world, girls are raised to make themselves likeable, to twist themselves into shapes that suit other people (…) Don't do it. (…) The world is such a gloriously multifaceted, diverse place that there are people in the world who will like you, the real you, as you are."