Manchmal ist es für einen gesunden Menschen schon schwer genug, seine Gedanken in Worte zu fassen. Der Künstler Shawn Coss hat versucht, das in Zeichnungen darzustellen, was in den Köpfen von Menschen mit psychischen Krankheiten vor sich geht.

Jedes Jahr findet im Oktober der sogenannte "Inktober" statt: Künstler aus der ganzen Welt fertigen einen Monat lang jeden Tag eine Zeichnung an. Coss hat 31 Tage lang Depressionen, Bipolare Störungen und Ängste aufs Papier gebracht.

Seine Bilder sind düster und beunruhigend. Die Krankheiten wirken wir dunkle Monster, die Menschen das Leben aussaugen. Coss beschönigt nichts und zeigt Krankheiten so, wie sie sind.

Hier kannst du dir einige Zeichnungen anschauen:
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Auf seiner Facebook-Seite wurden die Bilder mittlerweile mehr als 30.000-mal geteilt. Wir haben Shawn gefragt, wie er die Zeichnungen angefertigt hat und was er bisher für Feedback bekommen hat.

Wie hast du angefangen?

Die Idee kam Anfang Oktober durch einen Fan. Er schlug vor, dass ich mich doch einmal in meinem Zeichenstil mit den Problemen psychisch Kranker auseinandersetzen könnte. Es war faszinierend. Nach den ersten Tagen realisierte ich, dass ich an einer Sache dran war, die Menschen dabei hilft, mit ihrer Krankheit klarzukommen.

Woher wusstest du, wie du die Krankheiten zeichnen musst?

Ich versuche, ein Symptom zu finden, das ich mir bildlich vorstellen kann, und eins, das ich in einem einzigen Motiv darstellen kann. Die Schwierigkeit ist, dass jede Krankheit eine Vielzahl von Symptomen hat, die Menschen auf ganz unterschiedliche Weisen wahrnehmen.

Aber das Gehirn hat mich immer fasziniert. Je mehr ich mich mit den einzelnen Krankheiten beschäftigt habe, desto besser konnte ich verstehen, womit manche Menschen jeden Tag zu kämpfen haben.

Wie lange hat es gedauert, die einzelnen Zeichnungen anzufertigen?

Ein bis zwei Stunden im Schnitt. Je nachdem, wie viel Zeit ich für die Recherche einplanen musste. Und ob ich dabei einen Livestream für die Fans laufen hatte.

Hast du auch mit Betroffenen über die Krankheiten gesprochen?

Ja, zusätzlich habe ich mir Fallstudien und die genauen Beschreibungen der Krankheiten angesehen.

Wie sind die Reaktionen auf die Zeichnungen?

Die Rückmeldungen waren überwiegend sehr positiv. Wobei mir als Künstler natürlich vor allem die wenigen negativen Reaktionen auffallen. Viele Fans haben sich mir total geöffnet und mit mir über ihre dunkelsten Geheimnisse gesprochen. Das hat mich echt beschäftigt.

Und wie haben speziell die Betroffenen reagiert?

Fast jede Person, die mich kontaktiert hat und von einer oder mehreren Krankheiten betroffen ist, hat mir gesagt, wie sehr ihm oder ihr meine Kunst geholfen hat.

Ab dem ersten November soll es möglich sein, ein limitiertes Buch mit allen Zeichnungen vorzubestellen. Mehr dazu findest du auf seiner Facebook-Seite.

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