Bild: McKenzie Cummings

Colin ist 18 Jahre alt. Nach der Schule geht er skaten oder hängt mit Freunden ab. Ein ganz normaler Typ mit einem ganz normalen Leben. 

Sein Leben hält Colin auf Fotos fest, die er mit billigen Einwegkameras schießt. Genau diese Fotos machen ihn nun aber berühmt: Colins Arbeit wurde im renommierten amerikanischen Magazin "The New Yorker" vorgestellt und plötzlich verdient Colin mit seinen Fotos Geld. 

Colin lebt in Dayton, einer kleinen Stadt im US-Bundesstaat Ohio. Die Stadt führte im Jahr 2016 die Liste der amerikanischen Städte mit den meisten Drogentoten an. (Dayton Daily News)

Für Colin ist Dayton einfach die Stadt, in der er groß geworden ist, skaten lernte und die Freunde traf, die heute auf seinen Fotos zu sehen sind.  

Colins Freunde Tyler and Austin skaten auf seiner Gartenhütte(Bild: Colin Combs)
"Sophia wühlt in ihrer Tasche" (Bild: Colin Combs)

Colin Combs' Bilder, schreibt "The New Yorker", seien intim, unperfekt und entropisch. Colin hätte offensichtlich kein Interesse an der "provokanten Trendiness" der großen Modefirmen. Stattdessen würden die jungen Leute auf Colins Fotos unbekümmert und würdevoll den Klischees ihrer Generation widersprechen. 

Tatsächlich sehen Colins Fotos ein wenig nach einer Zeitreise in die 80er Jahre aus. Die Klamotten, die Frisuren und die Farben. Der verblasste Stil der analogen Bilder ist ein Gegensatz zu den gestellten und bearbeiteten Bildern, die wohl die meisten 18 Jährigen mit ihren Smartphones schießen. 

Die Redaktion von "The New Yorker" war so beeindruckt von seinen Bildern, dass sie eine Auswahl in einem Feature veröffentlichte. 

"The New Yorker" ist ein renommiertes US-Magazin, das besonders bekannt für seine Kurzgeschichten, Fotostrecken und Cartoons ist. Das Magazin erscheint 47 mal im Jahr und verkauft über 1 Million Exemplare.  

Er habe nie bewusst nach einem eigenen Stil gesucht, sagt Colin gegenüber bento. Das sei einfach so passiert. "Es gibt jedoch Dinge, die die Art, wie ich fotografiere, beeinflussen", sagt er. Besonders die Bilder eines Fotografen aus seiner Heimatstadt Dayton, der immer mit einer billigen Digitalkameras fotografierte, hätten ihn inspiriert. Seit er die Bilder sah, fotografiert er mit günstigen Einwegkameras und kaputten Filmen

Colins Kumpels Dillion und Justin skaten im "Miamisburg Skatepark"(Bild: Colin Combs)

Das Fotografieren begann er im Alter von sieben Jahren. Damals fotografierten Colin und seine Kumpels sich beim Skaten, um ihre neusten Tricks festzuhalten. Je mehr Colin sich mit Kunst und Fotografie beschäftigte, desto mehr entdeckte er auch sein eigenes Interesse und sein Talent. 

Dieses Talent begeisterte auch Colins' Kunstlehrerin Amy Powell. Colin hat es ihr zu verdanken, dass seine Bilder in der Redaktion von "The New Yorker" landeten. "Sie hat ihnen eine Auswahl meiner Bilder geschickt und auf einmal kam die Anfrage, ob ich noch mehr davon hätte", sagt Colin. 

Insgesamt entwickelte "The New Yorker" mehrere hundert Bilder von Colin, die noch auf alten Filmrollen waren. Einige davon hat er bereits im Alter von 15 Jahren geschossen. 

Hier ist eine Auswahl der vielen Fotos von Colin: 

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Wie fühlt es sich an, wenn die eigenen Bilder von einer weltberühmten Zeitschrift veröffentlicht werden? 

Es sei eine ungewohnte Erfahrung gewesen, sagt Colin. "Alle waren total aufgeregt und stolz auf mich. Und seitdem sind auch eine Menge Leute sehr viel freundlicher zu mir." 

Nach der  Veröffentlichung seiner Bilder erhielt Colin eine Menge Anfragen nach großen Drucken seiner Fotos, die Leute sich an die Wand hängen wollten. "Das trifft sich ganz gut, denn ich bin momentan pleite." Mit seinen Fotos verdient Colin nun also tatsächlich Geld. 


Und wie geht es jetzt für Colin weiter? 

Für sich und seine Freunde wünscht er sich, dass die Bilder in "The New Yorker" sie nun berühmt machen. "Ich habe ziemliche Angst vor der Zukunft", sagt Colin. "Eigentlich will ich nichts anderes, als mit meinen Freunden weiter Kunst machen." 

Mehr von Colin gibt es auf seinem Instagram Profil

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Future

Sie wollte Instagram-Star werden – und machte stattdessen 10.000 Dollar Schulden

Restaurant-Besuche, Shopping, Partys, Körperpflege, Reisen: Das sind die Zutaten für ein perfektes Influencer-Leben. Zutaten, die alle Geld kosten.

Wenn man so ein Leben lebt, das Geld aber nicht hat, führt das zu Schulden. Dass diese Rechnung tatsächlich so einfach ist, musste auch Lissette Calveiro feststellen. Für einen perfekten Instagram-Feed gab sie Geld aus, das sie nicht hatte – und häufte so 10.000 Dollar Schulden an.

Lissette, die in der PR-Branche arbeitet, zieht 2013 für ein Praktikum von Miami nach New York und wird dort gleich vom "Sex and the City"-Spirit erfasst. Auf Instagram möchte sie ihre Geschichte erzählen, Titel: "Wie ich als Millennial in New York lebe".

Das Wichtigste dabei natürlich: dass es gut aussieht. Also geht Lissette häufig und ausgiebig shoppen – während sie bei ihrem Praktikum leider nur eine Beförderungspauschale bekommt.