Danuta war 38 Jahre alt, als sie zur Ikone wurde. Widerstand, Zivilcourage, Mut: Danuta stand für die ganz großen Werte. Dabei wollte sie damit eigentlich gar nichts zu tun haben.

Bei einer Demonstration der Nordiska Rikspartiet, der Nordischen Reichspartei, im schwedischen Växjö hatte Danuta einen Neonazi mit ihrer Handtasche gehauen. Der Pressefotograf Hans Runesson drückte ab, das Bild von Danuta erschien in der Zeitung, wurde zum Nachrichtenbild des Jahres 1985 gekürt, dann zum Bild des Jahrhunderts.

(Bild: Danapress / Hans Runesson)

Dabei, so schildert es der Sohn, war es gar nicht das, wonach es aussah – Widerstand, Zivilcourage – sondern seine Mutter wollte nur Grünzeug kaufen und sei in diesen Tumult geraten. "Sie fand das alles gar nicht gut", sagte ihr Sohn Sveriges Radio. "Sie mochte das nicht, und sie wollte auch nicht mit den Medien sprechen und erklären, warum sie das getan hat." Inzwischen ist Danuta gestorben.

Jetzt, 30 Jahre später, wird wieder über dieses Bild gesprochen.

Denn die Künstlerin Susanna Arwin hat eine Statue geschaffen: Breitbeinig steht sie, trägt Rock und Mantel, und schleudert eine Handtasche. "Med handväskan som vapen", heißt sie, mit der Handtasche als Waffe.

Die Künstlerin sehe darin gar nicht unbedingt ein Abbild von Danuta, schreibt Sveriges Radio. Es sei eben ein Kunstwerk, das sein eigenes Leben lebt, es sei ein Symbol, dem heute eine sehr große Bedeutung zukomme.

Danutas Sohn gefällt die Statue trotzdem nicht, einigen anderen Schweden auch nicht, wenn auch aus einem anderen Grund: Ursprünglich sollte sie in Växjö stehen, dem Ort, in dem alles passierte. Doch die Stadt lehnte ab. Die Statue lade zu Gewalt ein, so die Begründung (The Local). Die Schweden protestierten dagegen, natürlich, mit Handtaschen.

Inzwischen hat die Statue eine neue Heimat:

Sie steht jetzt in Varberg, rund 200 Kilometer westlich von Växjo. Danutas Sohn habe sich auch dagegen gewehrt, schreibt Sveriges Radio: Er habe die örtlichen Politiker gebeten, die Statue nicht anzunehmen. Schließlich sei sie immer mit Växjö und damit auch mit seiner Mutter verknüpft.

Doch vergebens. Ende November wurde die Statue schließlich eingeweiht. Immerhin gab es keine Proteste.