Bild: Laurence Philomene
Curated by Girls

Es gibt diese großen Worte, die sich so schwer mit Leben füllen lassen: Feminismus, Identität, Homosexualität oder Trans-Erotik. Diese Worte schaffen meist eher Distanz als Nähe, findet die Französin Laetitia Duveau und stellte sich die Frage: Was stellen wir uns eigentlich darunter vor?

Ihre Antwort: die Künstlerplattform Curated by GIRLS. Dort zeigt sie: Vielfalt kennt keine Regeln, keine Ideale, keine Langeweile. In jedem Projekt steckt die Frage: Wer sind wir? Wer wollen wir sein? Und wie gehen wir mit der Identität von uns und anderen um?

Zusammengekommen sind eindrucksvolle Foto-Porträts, in denen es nicht um Geschlecht oder Hautfarbe geht, sondern um Menschen, die genau so sind, wie sie sein wollen und damit glücklich sind. Wir sehen Illustrationen, die immer wieder die Schönheitsideale unserer Zeit in Frage stellen. 

Und wir sehen – jeder Mensch ist schön:
Das waren die Bilder von Laurence Philomene, 22, aus Montreal. Sie will in ihren Bildern Vielfalt, Weiblichkeit und verschiedene Geschlechteridentitäten zeigen.
Das waren die Bilder von Jamie Pearl, 18, aus Seattle. Sie macht Porträts von Freunden, Familie und Fremden, kein Gesicht ist wie das andere.
Das waren die Werke von Savanna Ogburn, Fotografin und DIY-Künstlerin aus Atlanta. Sie will mit ihren surrealen Entwürfen Identitätskrisen ansprechen.
Frances Weger, 15 aus Columbus, zeigt in ihren Fotos die Welt aus der Perspektive einer Teenagerin.
Rebecca Fahey, 19, Illustratorin aus Irland, beschäftigt sich mit gesellschaftlichen Themen wie Vielfalt oder weibliche Schönheit.
Das waren die Werke von Anna Tea, 23, Künstlerin aus der Ukraine, Thema ihrer Bilder: das Gefühl von Unzugehörigkeit.
Das waren die Nahaufnahmen von Marius Sperlich, 25, aus Berlin. Er zeigt den menschlichen Körper auf kreative, lustvolle und eigenartige Art und Weise.
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Wer ist Laetitia Duveau?

Laetitia kommt aus dem Süden Frankreichs, aus Aix-En-Provence. Sie hat schon in jungen Jahren als Musikerin in Paris gearbeitet. Nach einer schweren Zeit beschloss sie, ihr Leben umzukrempeln und zog nach Berlin. 2016 gründete sie dann mit einer Freundin Curated by GIRLS. Nebenbei arbeitet Laetitia an einem Musikprojekt

Das ist sie:
Wir haben mit Laetitia über ihr Projekt gesprochen. Was bedeutet für dich Schönheit und Vielfalt?

Alle Körper sind gute Körper – und das ist schön. Leider leben wir in einer Gesellschaft, die Schönheit in stereotypischen Bildern und Zahlen ausdrückt. So bestimmt das Alter, die Größe oder das Gewicht, ob wir schön sind. Die Massenmedien kommunizieren uns täglich diese Schönheitsideale. Und wir leben in einer Gesellschaft, die in Klischees denkt und uns vorschreibt, was wir tun, sagen oder lassen sollen. Aber: Wir können daran etwas ändern! 

Wie denn?

Wir müssen der Welt zeigen, dass es eine Vielzahl von Geschlechtern, Ethnien, Körpertypen und Generationen gibt, und dass das gut so ist. Mit Curated by GIRLS will ich dieses Schubladendenken aufbrechen und anderen Menschen helfen, ihren Geist zu befreien und sich von Konventionen zu lösen. Wir wollen jedem Künstler eine Chance geben – nicht daran gemessen, wer sie sind, sondern was sie tun. Die Welt ist voller unbekannter Talente – unser Ziel ist es, sie zu finden. Und Vielfalt so zugänglich und greifbar zu machen.

(Bild: Laurence Philomene)
Siehst du dich als Feministin?

Wir leben in einer sexistischen Welt. Ich bin keine politische Aktivistin, aber ich denke, ich kann durch Kunst meinen Beitrag zum Feminismus und anderen wichtigen Angelegenheiten leisten, auf eine angenehme, aber kraftvolle Art und Weise. Es ist wichtig, dass wir lernen, uns selbst, aber auch uns gegenseitig zu respektieren. 

Ihr habt jetzt eure erste richtige Ausstellung in Berlin. Worum geht's?

Bei der aktuellen Ausstellung geht es um transsexuelle und nicht-binäre Menschen – Menschen, die sich weder als Frau noch als Mann sehen, und ihre Geschlechtsidentität nur aus dem eigenen Empfinden bestimmen – komplett unabhängig von ihrem Körper. Die Künstlerin Laurence Philomene porträtiert ihre Freunde in einem idealen Selbst – also so wie sie gerne gesehen werden möchten. Und das auf eine herrlich farbenfrohe Art und Weise.

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Meine Mutterschaft geht nur mich etwas an? Von wegen. Seit ich ein Kind habe, mischen sich auf einmal Menschen ungefragt in mein Leben ein – mit subtilen oder auch nicht so subtilen Vorwürfen. Besonders beliebt: Wie, du arbeitest bis 19 Uhr? Was, dein Kind ist so lange in der Kita? Und du machst noch einen Master?

Warum Kind und Karriere kein Widerspruch sind, erzähle ich oben im Video.

Die Quelle ist in diesem Fall das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut. Es wurden insgesamt 93.511 Männer und Frauen befragt, welche zwischen 1954 und 1960 geboren wurden. Da sie sich inzwischen in Rente befinden, oder demnächst in Rente gehen, konnte bei ihnen ein ganzes Lebenseinkommen berechnet werden. Die Studie fand heraus: Frauen haben im Laufe ihres Lebens 49,8 Prozent weniger verdient als Männer. Die Ergebnisse zeigen auch, dass sich diese Entwicklungen durch Errungenschaften wie zum Beispiel das Elterngeld verändert haben.