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(Bild: Garry Askew)
Mein dringendstes Anliegen war es, die Leere zu füllen, denn ich fürchtete ständig, sie könnte mich umbringen."
aus "Fische"

"Fische" ist der stellenweise pornografische, aber dabei auch sehr poetische Erstlingsroman von Broder. Die Amerikanerin ist mit ihren düsteren Gedichten in "Last Sext" und als, anfangs anonyme, Schreiberin des intimen Twitter-Accounts @sosadtoday (im gleichnamigen Buch mittlerweile zu Essays verarbeitet), bekannt geworden. 

Broders Protagonistin Lucy ist auf der Suche nach Anerkennung, Glück, und weniger Mittelmaß. Nach der Trennung von ihrem langjährigen Lebenspartner wirft sie sich 38-jährig in die Dating-Welt und verschiedenen Männern in die Arme. Ihre Phantasie von der großen Liebe wird dabei aber stets von der banalen Realität enttäuscht. 

Das ändert sich erst, als der Roman ins Märchenhafte abgleitet und Lucy irgendwo zwischen Realität und Phantasie einen Mann aus dem Meer kennenlernt.

(Bild: Sara Barnard / privat)
Sagen tun sie: Das ist alles nur in deinem Kopf.
aus "Vielleicht passiert ein Wunder"

Steffi leidet unter selektiver Stummheit - ihre Ängste und Panikattacken verschlagen ihr die Sprache und sorgen dafür, dass sie sich allein und unsichtbar fühlt. Als der taube Rhys an ihre Schule kommt, entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte zwischen den Teenagern.

Der im Original als "A Quiet Kind of Thunder" bereits letztes Jahr veröffentlichte Roman ist nun in der deutschen Übersetzung da, und könnte auf den ersten Blick auch einfach als süße Lovestory durchgehen. 

Doch bei aller Romantik beschreibt Barnard sensibel Ängste, Sorgen und Nöte, die sicher viele von uns bereits auf die eine oder andere Art verfolgt haben. Einfühlsam und trotzdem unterhaltsam, zeichnet sie mit ihren Protagonisten ein nachvollziehbares Bild vom Leben und Lieben mit physischen und psychischen Handicaps.

(Bild: Damon Winter / Redux / Laif)
Wenn ich erst wiederbelebt bin, werde ich andächtig auf Erden wandeln und dabei aufsaugen, riechen, kosten, lieben, wen ich möchte;
"Lincoln im Bardo" / Verlag: Luchterhand

Als wir Hans Vollman kennenlernen, steckt der schon im "Bardo" fest - dem tibetischen Ort des Nichtloslassens zwischen altem und neuem Leben. Wie die anderen Seelen um ihn herum, erkennt er seinen eigenen Tod nicht wirklich an, und spricht von seinem Sarg grundsätzlich als "Krankenbett". 

Als 1862 der kleine Sohn des Präsidenten Abraham Lincoln stirbt, gefährdet dieser durch seine umgreifende Trauer die Weiterreise des Kindes. Und unter den Stimmen der Toten wird es laut.

Für seinen mit dem Man Booker Prize ausgezeichneten Roman verwebt Sanders Fiktion mit historischen Zitaten aus dem Amerika des 19. Jahrhunderts. Eine ganz ungewöhnlich zusammengesetzte Geschichte, voller kluger Gedanken über Liebe, Leben und Tod. 

(Bild: Nancy Crampton )
"Wirkt grell, aber interessant. Offensichtlich sexistisch - alte Schule. Ist Pik-Bube jemand, den du kennst, Dad?"
aus: "Pik-Bube"

Joyce Carol Oates hat nicht nur seit den 80ern eine Professur für Kreatives Schreiben in Princeton inne, sie gehört auch zu den bekanntesten Autorinnen der Gegenwart und hat jede Menge Literaturpreise eingeheimst. Zu ihren beeindruckendsten Werken gehört unter anderem der beklemmende Roman "Schwarzes Wasser", der im Grunde eine junge Frau beim Ertrinken beschreibt.

In Oates neuem Buch verliert sich die Protagonist Andrew Rush Schritt für Schritt in den Gedankengängen seines eigenen Alter Ego. Unter dem Pseudonym "Pik-Bube" veröffentlicht der Schriftsteller gewalttätige Thriller. Doch als er unter Druck gerät, verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und Realität immer mehr. Und was als reines Gedankenspiel anfängt, wird zum ganz realen Horror. 

(Bild: Oda Berby)
Sie benutzen Motorsägen, habe ich gelesen, schonende Motorsägen, die nicht geölt sind, damit die Eisstücke nicht beschmutzt werden. Eigentlich dürfte mich nichts mehr überraschen von all dem, was die Menschen tun.
"Die Geschichte des Wassers" / Verlag: btb

Mit "Die Geschichte der Bienen" hat Lunde einen Bestseller der Gegenwartsliteratur geschrieben. In ihrem neuen Roman geht sie nicht minder universelle Themen an: die globale Wassernutzung, Wasserknappheit und den Klimawandel.

Wie im Vorgängerbuch schafft es die Autorin mithilfe der persönlichen Geschichten ihrer Protagonisten, echtes Interesse an schwierigen, wichtigen Themen zu wecken. Die Zukunftsvision einer Welt am Rande der Dürrekatastrophe ist jedenfalls glaubwürdig genug, um beim Lesen zwischendurch nach einem Glas Wasser greifen zu lassen.

"Die Geschichte des Wassers" ist der zweite Teil in dem von Lunde angekündigten literarischen "Klima-Quartett" - wir warten gespannt auf die Fortsetzung.

(Bild: Facebook )
Das ist die größte Angst meiner Mutter: Dass sich die Spuren meiner Melancholie in mein Antlitz graben könnten, was verheerend wäre, wenn es zum Schlimmsten kommt.
aus "Froschröschen - Das wahre Märchen"

Die neue Märchen-Adaption der Fantasy-Autorin Halo Summer ist leichte Kost mit düsteren Untertönen. Die Story: Eine überbehütete Prinzessin kämpft sich, nicht zuletzt mithilfe eines Frosches von zweifelhaftem Charakter, von alten Flüchen und Strukturen frei. Der Schreibstil bleibt dabei durchgehend mitreißend und macht das Buch um einiges besser, als es die reine Inhaltsangabe vielleicht erstmal erwarten lässt.

Ein kurzweiliger und humorvoller Roman, der ein bisschen an "Aschenkindel - Das wahre Märchen" erinnert, und einfach Spaß beim Lesen macht.

(Bild: Laurent Moulager)
Das Wetteifern war schon immer mein täglich Brot gewesen. Es kam nicht in Frage, mich von einer Rotznase austricksen zu lassen.
aus "Der Hofnarr: Roman aus Marokko"

Maler für das Guggenheim Museum in New York, Mathe-Professor in Paris, Bildhauer in Marrakesch: Die Vita des marokkanischen Schriftstellers Binebine ist so außergewöhnlich wie seine Romane, die er bisher in französischer Sprache veröffentlicht hat. Im "Hofnarr" nimmt der Autor auf seine eigene Geschichte Bezug, die von der fast zwanzigjährigen Inhaftierung seines Bruders, in Folge eines Putschversuches gegen König Hassan II, geprägt wurde.

Der Roman erzählt vom Leben am Hof des Despoten, dessen gnadenloses Regime für eine dunkle Zeit in der Geschichte des Landes steht. Gekonnt und mit feinem Sinn für Ungesagtes, setzt sich Binebine im Zuge des Textes aber vor allem auch mit der Tragödie des Nicht-Wissen-Wollens und Tot-Schweigens innerhalb einer Familie auseinander. 

(Bild: Chris Close)
Es war heiß in der Kirche, von der schwülen Sommerluft draußen und dem Atem der erregten Gemeinde, und sie fühlte sich unsicher auf den Beinen, hatte Sorge, sie könnte ohnmächtig werden, auf den Marmorboden fallen und dort verrotten als abschreckendes Beispiel für die anderen Mädchen in ihrem Alter.
aus "Cyril Avery"

John Boyne ist hierzulande vor allem mit "Der Junge im gestreiften Pyjama" bekannt geworden (hier geht`s zum Streaming, und zur DVD) - nun ist die deutsche Übersetzung seines neuen Romans endlich da! 

Die Geschichte dreht sich um das Leben des unehelich geborenen und anschließend zur Adoption freigegebenen Cyrils, der in denkbar ungünstiger Umgebung seine homosexuellen Neigungen entdeckt. 

Ein entlarvender Roman über Moral, Scheinheiligkeit und Bigotterie - mit feinsinnigen Dialogen und Einblicken in die Politik und Gesellschaft des Irlands der zweiten Jahrhunderthälfte.

(Bild: Helmut Henkensiefken)
In jedem Blick suchen wir das Meer. Und in jedem Meer den einen Blick.
aus "Die Schönheit der Nacht"

Beruflich erfolgreich, Mutter eines Sohnes, die Ehe funktioniert - nach außen hin scheint es im Leben der Verhaltensbiologin Claire an nichts zu mangeln. Im Gegenteil: Während sie als Kind viel zu früh viel zu viel Verantwortung übernehmen musste, scheint sie es nun "geschafft" zu haben. 

Dass sie als junge Mutter einiges versäumt hat, sich in ihrer Ehe mehr gefangen als angekommen fühlt, und sich zudem weitaus weniger kennt, als sie glaubt - all das wird Claire erst so richtig klar, als sie auf die 19-jährige Julie trifft. Beim Familienurlaub an der Bretagne prallen vermeintliche Pflichten auf ihre Sehnsucht nach Freiheit.

Bei dem neuen Roman der Autorin des Weltbestsellers "Das Lavendelzimmer" stehen die Zeichen auf Sturm. Ein atmosphärischer Text voller Schönheit und klarer Sprache, der sich letztendlich um schlummernde Sehnsüchte und verborgene Kräfte im Weiblichen dreht.

(Bild: Heike Steinweg Suhrkamp Verlag)
Ach, das wissen wir ja langsam, das haben wir nun reichlich erlebt. Dass alles brennen kann, meine ich.
aus "Der Gott jenes Sommers"

1945, Kiel brennt. Die 12-jährige Luisa flieht mit ihrer Familie auf das Landgut eines verschwägerten SS-Offiziers. Filmliebhaber denken bei so einer Einleitung sicher an den fantasievoll-verstörenden Film "Pans Labyrinth" - und Rothmanns neuester Roman ist, wenn auch nicht ganz so märchenhaft, jedenfalls kein bisschen weniger aufwühlend

2015 hatte sich der Autor für sein gefeiertes Buch "Im Frühling sterben" schon einmal auf beeindruckende Weise mit den letzten Monaten des zweiten Weltkriegs auseinandergesetzt. Die Geschichte zweier zwangsrekrutierter Halbwüchsiger wurde von Kritikern gar mit "Im Westen nichts Neues" von Remarque verglichen.  

In "Der Gott jenes Sommers" führt Rothmann seine Leser in die Gedankenwelt eines verträumten, jungen Mädchens, das in einer der dunkelsten Zeiten Europas viel zu schnell erwachsen werden muss. 

Viel Spaß beim Lesen! 
(Bild: Giphy )

Gerechtigkeit

Polizist erschießt Schwarzen aus Florida – Familie soll vier Dollar Entschädigung erhalten
Am Ende bekamen sie nicht einmal die vier Dollar.

Eine Gerichtsjury hat den Hinterbliebenen eines erschossenen Familienvaters vier Dollar Entschädigung zugesprochen. Die Mutter des 30-Jährigen und seine drei Töchter seien "untröstlich", sagte der Anwalt der Familie dem Sender CNN.