Reizüberflutung – überall bunte Cover, Sammelfiguren, Merch. Comics in Schutzhüllen, hohe Regale voller japanischer Mangabücher, Plüschfiguren. Mario und Luigi, Iron Man, TKKG, Rick and Morty, Totoro. Hier sieht es aus wie in Stuarts Comicbuchladen aus "The Big Bang Theory".

Doch das Publikum ist hier, bei "Little Nemo" in Bochum, anders. Von wegen stereotypische Nerds: Hier sieht sich sowohl eine Studentin mit Rastazöpfen um als auch ein Mann im Anzug. 

Der Typ, der sich mit diesem Laden einen Traum erfüllt hat, heißt Markus Pfeffer, 35. Er ist Filialleiter von "Little Nemo", einem Fachgeschäft für Comics und Manga, antiquarische Schätze und Poster.

Markus' Lebenslauf liest sich, als ob er für den Comichandel geboren wurde: frühes Interesse an Manga, Comics und Videospielen, Studium der Germanistik und Japanologie, Ausbildung im klassischen Buchhandel. 

Blick in Markus' Laden: von wegen Nerds.(Bild: Tobias Hartmann)

Seinen ersten Comic bekam Markus von seiner Oma, da war er gerade sechs Jahre alt. "Im Urlaub hab ich, total langweilig, ein klassisches Micky-Maus-Heft gekriegt", erzählt Markus. "Doch ich merkte schnell: Wenn ich ein Heft lese, brauche ich auch die anderen aus der Reihe. So kam ich dann zu meinem ersten Comicbuch-Abo." 

Seine Leidenschaft für Comics wuchs. Er ging immer öfter in Buchhandlungen, kaufte sich Manga oder die Fachzeitschrift "Animanga" und tauchte Ende der Neunzigerjahre in die in Deutschland gerade erst aufkeimende Mangaszene ein. 

"Früher fuhr ich dafür aus meinem kleinen Kaff nach Düsseldorf oder Mönchengladbach", erzählt er. "Internet war da noch nicht." 

Er läuft durch seinen Laden als wäre er sein Wohnzimmer, als habe all das hier einen besonderen, persönlichen Wert für ihn. Fürs Foto stellt er sich vor eine Glasvitrine mit Sammelfiguren, die meisten gehören zu bekannten Comics von DC und Marvel. Doch Markus verkauft auch Artikel kleinerer Verlage und junger Künstler, die ihre Bücher selbst veröffentlicht haben. 

Und so sieht es in dem Laden aus:
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Damit schafft er eine Heimat für alle, die sich in den großen Buchhandlungen nicht wohl fühlen, bei den Ketten, in deren Räumlichkeiten jede Ecke ausgeleuchtet ist und kaum Zeit ist für das zwischenmenschliche Gespräch

An diesem Ort, den Markus geschaffen hat, ist auch Platz für etwas, das selbst Onlineshops mit ihrem schier unendlichen Angebot an Büchern und Comics nicht erzeugen können: ein Gefühl, dass man in einer bestimmten Sache zueinander gehört. 

"Irgendwann in seinem Leben hat jeder mal einen Comic gelesen", erzählt Markus. "Hier stehen manchmal Anwälte im Anzug neben Männern, zwei Meter breit und zwei Meter hoch, in schwarzer Lederkluft. Und beide unterhalten sich über Comics."

Comics, Comics! (Bild: Tobias Hartmann)

Als er seine Liebe für Comics entdeckte, musste Markus sich gegen eine Menge Skepsis seiner Familie durchsetzen. Auf Familienfeiern gab es zu Anfang Diskussionen über seinen Job. "Der Buchhandel war gar kein Problem. Das wurde noch als seriöser Beruf akzeptiert. Aber als es dann mit den Comics anfing, wurde ich schon gefragt, ob sowas überhaupt jemand kauft oder ob man wirklich einen ganzen Laden mit so einem Kinderkram unterhalten kann."

Comic-Liebe: "Irgendwann im Leben hat jeder mal einen gelesen"(Bild: Tobias Hartmann)

Die Zweifel konnte Markus aber beseitigen. Denn er war immer erfolgreich: In einem Buchhandel in Remscheid etablierte er eine Abteilung für Comics, anschließend baute er "Little Nemo" auf.

Trotzdem: Bis heute gucken die Menschen neugierig, wenn er von seinem Job erzählt. "Sobald es um Comics geht, die jeder aus der Kindheit kennt, leuchten aber auch immer die Augen", sagt Markus.

Deswegen verkauft er nicht nur Hefte, sondern auch alles, was Fans sonst noch rührt: Vinyl, Equipment für Zeichner oder Sammelkarten, dazu gibt es Lesungen und Live-Podcasts. "Für Bereiche, in denen ich mich eher oberflächlich auskenne, habe ich Leute im Team, die genau dafür Experten sind", sagt Markus. "Alle hier haben Bock auf das, was sie machen."


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