Bild: Getty Images/Carl Court

Am Wochenende ist ein neues Werk von Banksy aufgetaucht: Das Graffiti befindet sich auf der Außenwand eines Gebäudes gegenüber der französischen Botschaft in London. Es zeigt ein weinendes Mädchen, offensichtlich inspiriert von Cosette aus "Les Misérables". Das Mädchen sitzt in einer Gaswolke, die aus einer am Boden liegenden Dose mit der Aufschrift "CS" entweicht – dem Symbol für Tränengas.

(Bild: Getty Images/Carl Court)

Neu ist, dass Banksy – von dem nicht klar ist, ob es sich um eine Frau, einen Mann oder ein Kollektiv handelt – das Kunstwerk mit einem QR-Code versehen hat: Wer den Code in der linken unteren Ecke des Bildes scannt, gelangt zu einem YouTube-Video mit dem Titel "Calais Jungle police assaults". Es soll Material enthalten, das am 5. und 6. Januar in dem als "Dschungel" bekannten Flüchtlingscamp in Calais aufgenommen wurde. Angeblich zeigt das sieben Minuten lange Video, wie die Polizei in dem Camp Tränengas, Gummigeschosse und Wasserwerfer einsetzt.

Offensichtlich ist das neueste Werk also eine Fortsetzung von Banksys Kritik am Umgang der Politik mit der aktuellen Flüchtlingskrise in Europa und insbesondere der Situation der Flüchtlinge in Calais.

(Bild: Getty Images/Carl Court)

Schon seit einiger Zeit konzentriert sich der Graffiti-Künstler mit seinen Werken auf die Flüchtlingsthematik: Im Dezember sprayte er ein Graffiti im "Dschungel" von Calais, welches Steve Jobs zeigt – Gründer von Apple und Sohn eines syrischen Einwanderers. "We’re often led to believe migration is a drain on the country’s resources but Steve Jobs was the son of a Syrian migrant", erklärte er in einem Statement zu dem Werk, aus dem der Guardian zitiert. (bento)

Für den von ihm gestalteten, temporären Vergnügungspark "Dismaland" entwarf Banksy unter anderem eine Installation mit mehreren Flüchtlingsbooten. Nachdem der Park wieder geschlossen worden war, schickte Banksy das genutzte Material nach Calais. Auf der "Dismaland"-Website heißt es, dass daraus inzwischen zwölf Behausungen für die Flüchtlinge, ein Gemeinschaftsbereich und ein Spielplatz entstanden seien. (bento, Guardian)

Wie der Independent berichtet, gab es bereits mehrere Versuche, Banksys neuestes Kunstwerk wieder zu entfernen.

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