Ursprünglich wollte Alma Haser tragbare Origami-Masken entwerfen – bis sie selbst eine ihrer Prototypen aufsetzte. "Obwohl sie sehr chic ausgesehen haben, waren sie unfassbar unkomfortabel." Planänderung, die Masken sollten fortan nicht mehr direkt am Gesicht aufliegen, sondern lediglich auf Porträts gelegt werden.

Also hat die Künstlerin begonnen, die Fotografien ihrer Freunde zu Origamis zu falten – und diese dann auf eine zweite, identische Fotografie zu legen. Das Ergebnis ist sozusagen ein nach japanischer Faltkunst bearbeitetes Foto auf einer Fotografie.

In der Fotostrecke: Almas Fotografien
1/12

Die 27-jährige Fotografin wurde im Schwarzwald geboren und zog mit ihrer Familie im Alter von sechs Jahren nach England, wo sie seither lebt. 2010 hat sie an der Nottingham Trent Universität ihren Bachelor in Kunstfotografie beendet.

"Ich mache Fotos, weil ich ein bestimmtes Bild in meinem Kopf habe - und das umsetzen möchte", sagt Alma. "Ich versuche nicht, in irgendeine Box zu passen. Ich mache und kreiere Arbeit für mich selbst – wenn Menschen das mögen, ist das ein echter Bonus." Sie kann auf zahlreiche Ausstellungen zurückblicken, 13 in den vergangenen beiden Jahren um genau zu sein.

Die gesammelten Collagen sind inzwischen in Buchform erschienen. Sie wirken, als könnten die Menschen ihre Gesichter ablegen wie Kleidung. Als könnten sie damit Mimik unabhängig von Stimmung und Situation mit einem schnellen Griff in den Wandschrank wechseln. Von wütend zu traurig zu gelangweilt und wieder zurück.

"Cosmic Surgery" lautet der Titel des Fotobandes, in dem Utopie für einen Moment Wirklichkeit wird. Mit der Hilfe ihres schreibenden Stiefvaters Piers Bizony konnte sie ihre Ideen auf 48 Seiten erzählen. In seinen Geschichten treffen plastische Chirurgie und Biotechnologie aufeinander, was von den Fotografien seiner Tochter noch untermauert wird.

Alma regt die Betrachter zum Nachdenken an: Warum wollen wir mehr? Was haben wir? Sind wir nicht schon genug? Als politisch hat sie ihre Arbeit bislang nicht betrachtet. "Ich denke, dass das Thema kosmische Chirurgie aber durchaus nicht im luftleeren Raum, sondern in einem gesellschaftlichen Kontext verhandelt werden könnte."

Die Idee zu "Cosmic Surgery" kam ihr 2013, die japanischen Origami-Falttechniken eignete sich Alma mit Hilfe von YouTube an. Ausgehend von einem quadratischen Blatt Papier entstehen allein durch Falten zwei- oder dreidimensionale Objekte wie Vögel, Fische, Papierflieger aber auch geometrische Körper.

Bei Alma findet man vor allem Blumen, Sterne und Dreiecke. Während sie das Papier faltet, lässt sie sich von Filmemachern wie Poalo Sorrentino und Yorgos Lanthimos inspirieren oder hört Podcasts. "Sie zaubern Bilder in meinen Kopf, die meist gar nichts mit dem eigentlichen Projekt zu tun haben."


Art

100 Jahre alte Liebesgeschichte von "Hobbit"-Erfinder Tolkien wird erstmals veröffentlicht

Im Mai kommenden Jahres wird das Universum rund um "Der Hobbit" und "Der Herr der Ringe" erweitert – mit einer Liebesgeschichte aus Mittelerde. Das Buch erscheint 43 Jahre nach dem Tod des Erfinders der Fantasiewelt, J.R.R. Tolkien.

Lange blieb es unter Verschluss. J.R.R. Tolkien hatte die Geschichte bereits vor 99 Jahren aufgeschrieben – sie handelt von der Liebe zwischen dem Menschen Beren und der Elbin Lúthien. Mittelerde-Fans kennen sie bereits aus der Textsammlung "Die Geschichte Mittelerdes" und dem "Silmarillion". Herausgegeben wird das neue, alte Werk jetzt von seinem Sohn Christopher, der renommierte Tolkien-Illustrator Alan Lee steuert die Bilder bei. (thebookseller.com)