Wir dürfen unsere Haut ruhig lieben!

Für ein Foto posieren oder in den Spiegel schauen: Was für viele Frauen alltäglich ist, kann für Frauen mit Akne jedes Mal eine Überwindung sein.

Obwohl Akne bei vielen Betroffenen im Laufe der Zeit auch wieder abklingt, bleibt bei den meisten die unangenehme Erinnerung an eine Zeit, in der man anders war. Sich nicht schön gefühlt hat. Immer etwas weniger gestrahlt hat als die Models auf den großen Plakaten.

Die Fotografin Sophie Harris-Taylor aus London hat für ihre Fotoserie "Epidermis" 20 Frauen fotografiert, die mit verschiedenen Formen von Akne leben. 

#nofilter

Werbeplakate, Fitness-Accounts, die Instagram-Storys von Khloé Kardashian: Ist hier eigentlich noch irgendwas echt? Unsere Fotoserie #nofilter zeigt Menschen, ohne bezahlte Partnerschaften und mit realistischen Problemen. Hier gibt es Bilder und Illustrationen, die wichtige Fragen stellen.

Die Erkrankung kann sich unterschiedlich äußern: Einige Betroffene leiden phasenweise unter Unreinheiten der Haut, andere kämpfen jahrelang gegen rote Flecken, eitrige Pickel und Narben. Besonders häufig tritt Akne bei Jugendlichen in der Pubertät auf. Eine Zeit, in der sich so viel um den eigenen Körper dreht.

Joice, 22: "Mit Akne aufzuwachsen, hat mein Selbstbewusstsein gemindert. So sehr, dass ich mich nicht mehr traute, einen Fuß vor die Tür zu setzen."(Bild: Sophie Harris-Taylor)

Die Idee für die Fotostrecke hatte die Fotografin selbst. Von Beginn ihrer Pubertät bis in ihre Zwanziger litt sie unter einer schweren Akne. "Das hat mich unglaublich unsicher gemacht, ich wünschte mir eine andere Haut", sagt Sophie.

Louise, 23: "Seitdem ich älter bin, strebe ich nach mehr Selbstakzeptanz. Ich denke, es ist wichtig zu lernen, sich zu lieben und sich seine Unvollkommenheit zu eigen zu machen."(Bild: Sophie Harris-Taylor)

Inspiriert von der Body-Positivity-Bewegung der vergangenen Jahre, die sich dafür einsetzt, dass Frauen sich in der Öffentlichkeit und in sozialen Netzwerken so natürlich zeigen, wie sie wirklich sind, machte Sophie sich auf die Suche nach Models: Sie wollte Frauen, die Akne haben, und sich trotzdem, gerade deswegen, schön finden.

Viele der Angesprochenen kostete es Überwindung, vor einer Kamera zu posieren. "Einige von ihnen haben das Haus noch nie zuvor ohne Make-up verlassen", sagt Sophie.

Hier sind noch mehr Portraits von Sophie:
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Die 20 Frauen, die sich von Sophie fotografieren und interviewen ließen, waren am Ende stolz darauf, Teil eines solchen Projektes zu sein.

"Sie sahen das Fotoshooting auch als Herausforderung und nutzten diese, um ihr Selbstbewusstsein aufzubessern." 

Mit "Epidermis" gibt Sophie ihren Protagonistinnen also auch ein besonderes Gefühl: Zeigt euch, seid frei, lasst andere spüren, dass ihr mehr seid als Pickel – da sind eure Körper, eure Haare, eure Augen, und all das ist schön.

Statt ständig mit den selben perfekten Haut- und Körperbildern konfrontiert zu werden, sollte sich die Gesellschaft für Unterschiede öffnen, sagt Sophie. Schließlich wisse jeder – dank sich selbst –, dass es diese nun mal gebe. 

Hier geht es zu Sophie Harris-Taylors Website und zu ihrem Instagram Account.


Gerechtigkeit

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