02.05.2018, 08:18 · Aktualisiert: 16.05.2018, 08:51

...und dann erwische ich mich dabei, wie ich Kehrwoche mache!

Ich habe damals die erste Gelegenheit genutzt, um das schwäbische Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, hinter mir zu lassen. Als ich anfing zu studieren, bin ich bei meinen Eltern aus- und in eine Wohnung in der nächstgrößeren Stadt gezogen. Zwei Jahre später war mir auch das nicht mehr weit genug weg und ich wechselte in eine Stuttgarter WG.

Aber auch wenn die BaWü-Hauptstadt nicht gaaaanz so schwäbisch ist wie die Doppelkennzeichen-Dörfer drumherum: Stuttgart war immer noch im Schwabenland. Also packte ich vor einige Jahren wieder meine Sachen und kam nach Hamburg.

Man kann sagen: Die letzten 10 Jahre meines Lebens habe ich genutzt, um dem Dorf zu entfliehen – in die Kleinstadt, in die Kreisstadt, in die Großstadt. Vom Süden in den Norden. Aus einer typischen Arbeiter-Familie erst in ein Literaturstudium und dann in die Welt der Agenturen. Bloß weg, bloß alles anders.

(Bild: Giphy)

Und gestern ertappte ich mich dann, wie ich die Treppen vor meiner kleinen Eimsbüttler Wohnung mit dem Handbesen reinigte – genervt, weil der Putzmann zum wiederholten Male extrem schlampig gearbeitet hatte. Ich merkte es erst, als ich schon beinahe fertig war: Ich machte Kehrwoche!

Ich machte: Kehrwoche!!

Ich hätte den Dreck am liebsten genauso zurückgelegt, wie er vor meiner Putzaktion gelegen hatte. Da das aber lächerlich gewesen wäre, putzte ich fertig, verstaute den Besen wieder im Schrank und saß dann lange kopfschüttelnd in der Küche. Mein Versteck war aufgeflogen, meine Flucht vorbei. Alles war aus.

(Bild: Giphy)

Meinen Freunden, von denen die allermeisten eine ganz ähnliche Kindheit und Flucht hinter sich haben wie ich, geht es genauso.

Sie befinden sich so weit entfernt von ihrem Dorf, wie sie nur können, haben teilweise gleich das Land verlassen. Sie sind wie Flüchtlinge einer Zombie-Epidemie, die tagelang rastlos gereist sind und sich nun in einem Haus verbarrikadiert haben, nur um zu erkennen:

Sie hatten den Virus die ganze Zeit in den Kleidern!

Nichtsahnend leben wir unser urbanes, selbstbestimmtes Leben, bis wir eines Tages geschockt feststellen, dass sich unsere Familienplanung blind am Vorbild der Eltern orientiert. Wir führen moderne, gleichberechtigte, manchmal offene Beziehungen, dann öffnen wir eines Morgens die Augen und erkennen, dass wir gerade dabei sind, ein Brautkleid auszusuchen.

(Bild: Giphy)

Mit spätestens 30 drängt uns alles dazu, entweder wieder in ein Dorf zu ziehen, wo die Quadratmeterpreise niedriger und die Kitas besser sind. Oder aber wir holen das Dorfleben in die Stadt.

Auf einmal liegt uns daran, unsere Nachbarn kennenzulernen. Dabei war das damals doch so eine Befreiung gewesen, zwischen Unbekannten zu leben! Der Bereich unserer Stadt, den wir einigermaßen regelmäßig nutzen, engt sich außerdem immer weiter ein, bis wir gar nicht mehr aus unserm Kiez rauskommen. (Und was ist ein Kiez anderes als ein Dorf ohne Natur drumherum?)

Um beim Vergleich zu bleiben: Wenn uns keiner einen Silberpflock ins Herz rammt, werden wir binnen weniger Jahre zu genau den Zombies, vor denen wir geflohen sind!!!

(Bild: Giphy)

Aber natürlich sind unsere Eltern keine Zombies. Und obwohl es am Leben auf dem Dorf einiges zu bemängeln gibt: postapokalyptisches Brachland ist der Stuttgarter Speckgürtel nun auch wieder nicht.

Außerdem ist es halt so:

Ich mag mein Treppenhaus sauber. Ich mag meine Gäste pünktlich. Mich interessiert an neuen Bekanntschaften immer als erstes, was sie arbeiten. Bisschen geizig bin ich auch, manchmal. Und immer wieder wird mir die Stadt auch zu viel. Dann muss ich für ein paar Tage zurückfliehen – in mein ruhiges, langweiliges, wunderbar entspanntes Dorf.

Ich glaube inzwischen, dass es unsinnig ist, sich gegen die eigene Herkunft zu definieren. Zu glauben, wer man "wirklich" ist, habe nichts zu tun damit, wo man aufgewachsen ist. Natürlich hat es das! Und darum bin ich stolz darauf, sagen zu können...

(Bild: Giphy)

Ist halt so, so bin halt ich. Es macht keinen Sinn, davor zu fliehen. Also Feier ich das lieber. Ich kaufe mir eine Spätzle-Presse – nein, besser: Ich schab' die Spätzle selbst! Und ihr seid alle eingeladen.

Was wellet’s ihr mehr?!

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