Bild: Hildebrands Deutsche Schokolade

Retro

Diese Bilder von 1900 zeigen, wie Deutsche sich das Jahr 2000 vorstellten

01.12.2017, 14:32 · Aktualisiert: 04.12.2017, 13:33

Die Welt um 1900 muss atemberaubend gewesen sein: In der Expo in Paris wurde der Eiffelturm vorgestellt, in vielen Städten gab es erstmals elektrisches Licht aus Glühbirnen und mehr und mehr Autos knatterten über das Kopfsteinpflaster. Und die Bücher von Jules Verne gaben den Sound der Zukunft vor – mit Raketen, die auf den Mond fliegen und Unterseebooten, die die Tiefen der Meere erforschen.

Auch die deutsche Schokoladenfirma "Hildebrand" hat auf Zukunft gesetzt – und in ihren Tafeln um 1900 eine Serie mit bunten Zukunftsbildchen veröffentlicht. Darauf zu sehen: Ideen, wie die Welt im Jahr 2000 aussieht. Elf verschiedene Motive gab es, das Blog Paleofuture hat sie wiederentdeckt.

Mit dabei sind rollende Häuser und Eisenbahnschiffe. Aber: Die meisten der Zukunftsvisionen aus der Schokoladentafel sind erstaunlich genau.

Hildebrand hat unter anderem die "Scho-Ka-Kola" erfunden, mit Koffein versetzte Schokolade. Soldaten im Zweiten Weltkrieg haben sie "Fliegerschokolade" getauft, weil sie wach hielt. Heute gibt es das Unternehmen nicht mehr, es wurde 1996 von der Firma Stollwerck übernommen.

Die witzigen Zukunftsbilder bleiben jedoch erhalten – hier ist der Blick voran in die Vergangenheit:

Hildebrands Deutsche Schokolade
Hildebrands Deutsche Schokolade
Hildebrands Deutsche Schokolade
Hildebrands Deutsche Schokolade
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Was davon wurde Wirklichkeit? Wo gingen die Schokoladenträume zu weit?

Eine 100-jährige Nachbetrachtung:

1. Streamingdienste

(Bild: Hildebrands Deutsche Schokolade)

Da gibt die Schauspielerin auf der Bühne ihr Bestes, musikalisch begleitet von einem Orchester. Und das Publikum? Applaudiert, lauscht gebannt auf den Plätzen? NEIN! Es bleibt zu Hause vor dem…ähm…Projektor.

Von unseren heutigen TV- und Streaming-Gewohnheiten ist diese damalige Zukunftsvision mal gar nicht so weit entfernt. (Statista)

2. Totale Überwachung

(Bild: Hildebrands Deutsche Schokolade)

Mit "verbesserten Röntgenstrahlen" durch Wände gucken. Was damals noch reine Utopie war, ist heute mit Infrarot- und Wärmebildkameras quasi kein Problem mehr. Und die totale Überwachung gängige Praxis. Wie etwa in Großbritannien, die großflächige Videoüberwachung seit Langem einsetzen. (Deutschlandfunk)

3. Mobile Häuser

(Bild: Hildebrands Deutsche Schokolade)

Häuser, die von A nach B gerollt werden? Ja, gibt es. In den USA werden manche Wohnhäuser einfach per Lkw durch die Landschaft transportiert und Wohnwagen oder Wohnmobile sind schon lange keine Fantasie mehr.

Besonders praktikabel ist das allerdings nicht: Architekten haben längst entspanntere Lösungen parat und arbeiten an Baukasten-Häusern und Wohnparzellen, die überall auf- und wieder abgebaut werden können. Und dann auch schon mal per Helikopter transportiert werden. (momtastic.com)

4. Der Klimawandel

(Bild: Hildebrands Deutsche Schokolade)

Für die Menschen um 1900 mag der Nordpol ein exotischer Sehnsuchtsort gewesen sein – heute ist die Vorstellung, dort einen unbeschwerten Sommerurlaub zu verbringen, ziemlich gruselig. Die Erderwärmung hat in den vergangenen 100 Jahren rasant zugenommen, Forscher warnen vor einem unnatürlichen, vom Menschen verursachten Klimawandel (bento).

Island ist bereits ein beliebtes Reiseziel, das in den Sommermonaten von Touristen geradezu überrannt wird. Hält der Klimawandel an, wird der Nordpol wohl tatsächlich zum sommerlichen Naherholungsgebiet – dann allerdings ohne Eisberge und Eisbären.

5. Wetterveränderung

(Bild: Hildebrands Deutsche Schokolade)

Ach, wie schön wäre es, wenn man den Regen einfach wegschießen könnte – dachte sich nicht nur Hildebrand, sondern zuletzt auch das Olympia-Komitee der Sommerspiele von Peking 2008. Dort wurde nämlich genau das gemacht: Silberjodid wurde in Regenwolken gespritzt, damit der Himmel aufklarte und die Feierlichkeiten hübsch aussahen. (SPIEGEL ONLINE)

Für eine lupenreine Propagandashow mag man sich das leisten, für den sonnigen Alltag sind die Wettermaschinen jedoch teuer und unnötig. Und überhaupt: Wer hat schon was gegen ein büschen Regen?

6. Luftschiffe

(Bild: Hildebrands Deutsche Schokolade)

Um 1900 waren Luftschiffe der letzte Schrei – um 1937 schon nicht mehr. Damals explodierte der deutsche Zeppelin "Hindenburg" bei seiner Landung in New Jersey in einem gigantischen Feuerball, 36 Menschen kamen ums Leben.

Die Industrie merkte, dass riesige mit Wasserstoff gefüllte Ballons doch keine gute Idee sind – und sattelte auf riesige mit Kerosin gefüllte Stahlkörper um. Die Idee der kommerziellen Luftfahrt stimmt trotzdem: Im Minutentakt heben Billigflieger ab und vernetzten die ganze Welt. Zeppeline hingegen sind nur noch gemütliche Werbeträger.

7. Der Seezug

(Bild: Hildebrands Deutsche Schokolade)

Im ausgehenden 19. Jahrhundert waren Autos noch nicht so weit verbreitet – Eisenbahnen hingegen ein Transportmittel der Zukunft. Logisch, dass Züge irgendwann auch übers Wasser fahren, dachte sich wohl Hildebrand.

Unsere Ozeane sind tatsächlich voller Schiffe, Tanker, Fähren. Aber Züge rattern nicht über die Wellen. Die Idee gehört weiterhin in die Welt der Fantasie: Im japanischen Kultmanga "One Piece" zum Beispiel, dort fährt der Seezug "Puffing Tom" zwischen mehreren Inseln hin und her.

8. Privatjets

(Bild: Hildebrands Deutsche Schokolade)

Fliegen, wohin und wann man will. Und vor allem: Ohne lästige Mitreisende. So haben sich die Menschen "Flugmaschinen im Jahr 2000" vorgestellt. Abwegig ist der Gedanke nicht.

Wer heute genügend Geld im Portemonnaie hat, kann diesen Luxus ausleben. Mit einem Privatjet. Wie wäre es zum Beispiel mit dem ACJ319 der Schweizer Charterfirma Comlux – mit einem Salon und zwei Privatzimmern. Der Preis: knapp 80 Millionen Dollar.

9. Rolltreppen und Fahrsteige

(Bild: Hildebrands Deutsche Schokolade)

Die erste Rolltreppe, wie wir sie heute kennen, wurde erstmals 1920 konstruiert. Das "bewegliche Trottoir" aber könnte doch glatt als Vorläufer taugen.

Eine der spektakulärsten Rolltreppen der jüngsten Zeit wurde übrigens in der Elbphilharmonie in Hamburg verbaut. Mit knapp 80 Metern Länge gehört sie zu den längsten Rolltreppen Westeuropas. Die Fahrt dauert rund zwei Minuten.

10. Überdachte Städte

(Bild: Hildebrands Deutsche Schokolade)

Und wenn die Schönwettermaschine mal versagt, dann kann man den Städten ja einfach ein Glasdach verpassen. So abwegig das auch klingen mag, Architekten haben sich ernsthaft genau damit beschäftigt.

Unter dem Schlagwort Hyperbuildings versteht man heute die Idee, Städte in Gebäuden zu entwerfen. (Wired) Doch Probleme bei der Statik sowie hohe Kosten und Risiken haben bislang eine Realisierung dieser Projekte verhindert.

11. U-Boote

(Bild: Hildebrands Deutsche Schokolade)

Die Faszination für die Unterwasserwelt kennt keine Grenzen. Warum also nicht eine Kreuzfahrt unter Wasser? Um 1900 noch ein Traum, soll er im kommenden Jahr tatsächlich Realität werden.

Auf einigen Schiffen des Kreuzfahrt-Unternehmens Ponant soll es eine Unterwasser-Lounge geben. Diese befindet sich unter der Wasserlinie des Schiffes. Bei Cocktail und Häppchen können Touristen also künftig das Meer erkunden.

Nachtrag: "Scho-Ka-Kola" haben wir zuerst irrtümlich als Panzerschokolade bezeichnet. Fliegerschokolade ist richtig.


Musik

5 Dinge, die du noch nicht über Schwesta Ewa wusstest

01.12.2017, 14:08 · Aktualisiert: 01.12.2017, 14:56

Schwesta Ewa, 33, Whatsapp-Status "Leben fickt härter als Freier", ist Deutschlands bekannteste Gangsta-Rapperin. Sie spricht über Sex, Gewalt, Drogen, wie hart sie ist. Einerseits.

Andererseits steckt hinter der Kunstfigur Schwesta Ewa auch ein Mensch. Ewa Malanda, wie sie mit bürgerlichem Namen heißt, ist eine verurteilte Kriminelle – und fasziniert Tausende Fans. Auch weil ihr Leben tatsächlich sehr dem Bild ähnelt, das sie in ihren Songs vermittelt.

Hier sind fünf Fakten über den Menschen, der hinter Schwesta Ewa steckt.