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10 Serien, für die wir die Briten lieben

28.06.2016, 08:14 · Aktualisiert: 28.06.2016, 10:40

Überall wird gerade auf die Briten geschimpft. Brexit, Regrexit, Quatschexit. Anlass für uns, mal wieder auf etwas Positives hinzuweisen: nämlich die unglaublich gute TV-Unterhaltung auf der Insel. Eine Würdigung des britischen Fernsehens in zehn Serien, von "Doctor Who" bis "Skins".

Sherlock, of course

Deswegen solltest du einschalten: Sherlock Holmes und Dr. John Watson jagen im heutigen London, Soziopathen, Serienmörder und Kriminelle mit Weltherrschafts-Fantasien. Selten hat die Chemie zwischen den beiden Schnüfflern so gestimmt wie in der BBC-Verfilmung. Die Fälle sind lose an die Originalgeschichten von Arthur Conan Doyle angelehnt.

Unfassbar gut als arrogant-genialer Sherlock: Benedict Cumberbatch. Genauso wunderbar: "Hobbit"-Darsteller Martin Freeman als ergebener Watson. Auch noch nett: die vielen Aufnahmen von London.

Für Fans von: Sherlock Holmes und anderen strange anmutenden Ermittlerserien à la "Twin Peaks".

Binge-Material: 3 Staffeln mit 10 Episoden, Staffel 4 wird gerade gedreht.

Doctor Who

Ganze Generationen sind seit dem Start der Serie im Jahr 1963 zu Whovians geworden.

Deswegen solltest du einschalten: Der Doctor ist ein menschenähnlicher Außerirdischer, der in seinem zeitreisenden Raumschiff Tardis gemeinsam mit Helfern durchs Universum tingelt und Katastrophen wie die Zerstörung der Erde oder das Ende der Zeit verhindert.

Klingt nerdig, ist es auch. Aber keine andere Serie ist so sehr mit britischer Popkultur verbunden wie "Doctor Who". Es gibt Dutzende Anspielungen auf Politiker, Stars und das Weltgeschehen. Der Doctor kann die Vergangenheit verändern, was beispielsweise dazu führt, dass er plötzlich in den Geschichtsbüchern als Beatles-Groupie auftaucht.

Bislang haben zwölf Schauspieler den Doctor verkörpert. Besonderen Kultstatus genießt David Tennant (bekannt aus "Jessica Jones" und "Broadchurch"), der die Rolle von 2005 bis 2013 übernahm. Ganze Generationen sind seit dem Start der Serie im Jahr 1963 zu Whovians geworden.

Für Fans von: "The Twilight Zone", "Zurück in die Vergangenheit" und "Community". Guter Startpunkt für Neulinge: Staffel 5, Folge 1 ("Fünf vor 12")

Binge-Material: 35 Staffeln (826 Episoden, wobei einige aus dem nicht-digitalen Zeitalter bei einem Brand für immer verloren gingen)

Downton Abbey

Deswegen solltest du einschalten: Als 1912 die Titanic sinkt und die adlige Familie Crawley ihren Stammhalter verliert, macht sich der Hausherr von Downton Abbey notgedrungen auf die Suche nach einem Erben. Auftritt zum Entzücken der drei heiratsfähigen Töchter: Cousin Matthew.

Britisch-traditioneller geht’s wohl kaum. "Downton Abbey" spielt auf einem Gut in Yorkshire, wo der Tee zeitgemäß im Salon eingenommen wird und Dienstmädchen und Butler mal beim Ankleiden, mal beim Intrigieren helfen. Grandios besetzt (vor allem: Maggie Smith als schlagfertiges Schwiegermonster), wunderbar soapig und mit großem Suchtfaktor. Bitte immer ein Taschentuch bereithalten.

Für Fans von: "Mr. Selfridge", Jane-Austen-Filmen und guten Soaps

Binge-Material: 6 Staffeln mit insgesamt 52 Episoden

Peaky Blinders

Deswegen solltest du einschalten: Die Straßenbande Peaky Blinders versucht Anfang des 20. Jahrhunderts in Birmingham ihre kriminellen Geschäfte auszuweiten. Dabei gehen die Gangmitglieder äußerst brutal vor: Ihren Namen tragen sie, weil sie in ihren Schiebermützen Rasiermesser verstecken.

Angeführt wird der Clan vom gnadenlosen Thomas Shelby (super: "Batman"-Bösewicht Cillian Murphy). Doch Gegenspieler Chief Inspector Chester Campbell (Sam Neill) hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die Gang zu zerstören. Die BBC-Serie könnte man den verdorbenen und schmutzigen Cousin von "Downton Abbey" nennen, wobei der Plot vage auf wahren Begebenheiten beruht. Hier erfährst du noch mehr über die Serie.

Tolle Kostüme, aufwendige Außendrehs und ein Hauch von "Der Pate" – mit der Kombination hat die Serie einige sehr prominente Fans sammeln können, darunter Steven Spielberg, Brad Pitt und ja: Snoop Dogg.

Für Fans von: "Boardwalk Empire", "Mad Men, "The Sopranos" oder Banden-Filmen wie "Gangs of New York"

Binge-Material: 3 Staffeln à 18 Folgen, Staffeln 4 und 5 wurden vor kurzem bestätigt.

Luther

Deswegen solltest du einschalten: Eigentlich sollte als Grund Hauptdarsteller Idris Elba reichen. Für Unentschlossene: Detective Chief Inspector John Luther hat über die Jahre ein eigenes Verständnis von Gerechtigkeit entwickelt. Obsessiv verfolgt er die Bösewichter durch ein raues, ungemütliches London, setzt bei den Ermittlungen jedoch nicht nur seinen brillanten Verstand sondern auch die Fäuste ein.

Ebenfalls gegen’s Protokoll: sein Interesse an der hochverdächtigen und hochintelligenten Alice Morgan (Ruth Wilson), die mutmaßlich ihre Eltern tötete. Seine kruden Ermittlungsmethoden haben ihm nicht nur eine Suspendierung eingebracht, sondern führen ihn auch bald in berufliche wie private Tragödien.

Idris Elba überzeugte schon als Stringer Bell in "The Wire", hier bekommt er endlich eine größere Bühne.

Für Fans von: Idris Elba, "Broadchurch", "The Fall" und "Das Schweigen der Lämmer"

Binge-Material: 4 Staffeln mit leider nur insgesamt 16 Episoden

House of Cards (UK)

Deswegen solltest du einschalten: Der korrupte konservative Politiker Francis Urquhart wurde um eine Beförderung ins Kabinett betrogen, nun sinnt der Tory-Fraktionschef auf Rache. Er beginnt ein Verhältnis mit einer jungen Journalistin – und manipuliert sich nach und nach seinen Weg zum höchsten politischen Amt in Großbritannien.

Mach das Quiz: Welches Serienpaar seid ihr?

Die BBC-Vorlage zum extrem erfolgreichen Netflix-Remake umfasst nur vier Episoden, ist aber nicht weniger spannend. Im Gegenteil, sie ist wesentlich düsterer, schmieriger und auch: satirischer. Die Serie kam 1990 heraus und zeigt schonungslos die Riege weißer, konservativer Politiker in ihrer Orientierungslosigkeit JAT – "just after Thatcher".

Für Fans von: "The West Wing", "House of Cards (US)" und "Borgen"

Binge-Material: Ziemlich übersichtlich, eine Staffel mit 4 Episoden

Skins

Deswegen solltest du einschalten: Die britische Jugendserie schlechthin: Eine Clique von sechs Freunden kämpft sich in Bristol durch einen von Lehrern, Eltern, Mitschülern und Geschwistern vermiesten Alltag. Zu sehen sind dysfunktionale Familien, essgestörte Teenager im Drogenrausch und exzessive Partys mit jeder Menge Sex. Nach dem Motto: Nichts ist tabu.

Jede Folge widmet sich der ganz persönlichen Alltags-Hölle eines einzelnen Darstellers. Das ist nicht nur wegen der vielen guten Jungschauspieler (unter anderem Nicholas Hoult aus "X-Men" und Dev Patel aus "Slumdog Millionaire") überzeugend, sondern auch, weil mehrere Teenager am Drehbuch mitschrieben.

Für Fans von: Ehrlichen Jugendgeschichten, ungeschminkten Storys – "My so called life" für Große

Binge-Material: 7 Staffeln mit 61 Folgen

The Office (UK)

Deswegen solltest du einschalten: "The Office" ist eine Mockumentary über den Büroalltag in einem Papier-Großhandel mit einem Boss der unangenehmsten Sorte: Ricky Gervais alias David Brent ein derartiges Arschloch, dass es eine wahre Freude ist. Political correctness ist für ihn ein Fremdwort, selbst mehrere Führungskräfteseminare könnten ihn wohl nicht mehr retten.

International wurde die Serie oft kopiert, aber keine kommt an das Original heran. Michael Scott (Steve Carell im US-Büro) und auch Bernd Stromberg (Christoph Maria Herbst) sind super – trotzdem bleibt David Brent unerreicht. Fremdschämen waren nie so schön!

Für Fans von: "Parcs & Recreation" und "Stromberg"

Binge-Material: 2 Staffeln mit je 12 Episoden

Misfits

Deswegen solltest du einschalten: Eine Gruppe jugendlicher Kleinkrimineller wird beim Sozialdienst vom Blitz getroffen. Während sie ihre Strafarbeiten erledigen, entdecken sie nach und nach ihre übernatürlichen Fähigkeiten. Das macht die Probleme der Teenager jedoch nicht unbedingt einfacher, im Gegenteil.

"Misfits" ist eine SciFi-Dramedy allererster Güte mit viel dunklem und schmutzigem Humor. "Heroes" (als es noch gut war) trifft auf "Orange is the New Black" – nur krasser und mit einem unverstellten Blick auf die vielen sozialen Schichten Großbritanniens.

Bekanntes Gesicht: Iwan Rheon, bereits in der Serie der eher merkwürdige Simon, stieg in den vergangenen Jahren zum widerlichsten Bösewicht überhaupt auf: Ramsay Bolton in "Game of Thrones".

Für Fans von: "Heroes" und "Being Human"

Binge-Material: 5 Staffeln mit 37 Episoden

Fawlty Towers

Deswegen solltest du einschalten: John Cleese (in Topform!) ist Basil Fawlty, ein Misanthrop von Herzen, der zusammen mit seiner Frau Sybel eine Pension in einem englischen Touristenörtchen betreibt. Oder es zumindest versucht. Denn wie Cleese selbst einmal feststellte: "Fawlty ist der unhöflichste Mensch, der je gelebt hat."

"Fawlty Towers" ist ein Klassiker britischer Comedy – Slapstick und britischer Humor inklusive. Seit mehr als 40 Jahren hat diese Serie unzähligen Sitcoms als Inspiration gedient. Trotz der nur sehr kurzen Laufzeit bleibt die Serie unvergessen und die Episode "The Germans" ist eine absolute Perle britischer Popkulturgeschichte. (Für Insider: "Don’t mention the war!")

Für Fans von: Monty Python, krudem britischen Humor, politischer Inkorrektheit und Slapstick Comedy

Binge-Material: 2 Staffeln à 12 Episoden

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Fühlen

So erinnern wir uns an Bud Spencer

28.06.2016, 07:31

Bud Spencer ist tot. Und mit ihm geht ein Stück unserer Kindheit.

Der Italiener, mit bürgerlichem Namen Carlo Pedersoli, starb am Montagabend im Alter von 86 Jahren (SPIEGEL ONLINE). Wir kennen ihn als liebenswerten Haudrauf, einer, der den Bösen eine watscht und dabei einfach lächelt.

Die Filmfiguren von Bud Spencer, ob Banana Joe, Plattfuß oder als Himmelhund, funktionierten ohne viele Worte und ohne Effekte. Sie könnten auch mit einem leisen Brummeln klarmachen, was richtig und was falsch ist. Oder halt mit einer Backpfeife.