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5 Gründe, jetzt "The Secret Man" im Kino zu gucken

03.11.2017, 11:02

Liam Neeson, Liam Neeson, Liam Neeson, Liam Neeson und Liam Neeson
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Eine wahre Begebenheit

FBI-Agent Mark Felt (Liam Neeson) ist unter FBI-Chef J. Edgar Hoover die Nummer Zwei in der zentralen Sicherheitsbehörde, da er intelligent, ehrgeizig, verlässlich und konsequent ist. Als beim Einbruch in das Büro der demokratischen Partei fünf Männer verhaftet werden, die Informationen stehlen und Wanzen installieren wollten, glaubt Felt an eine Verschwörung, die bis ins Weiße Haus führt. Doch während der neue FBI-Direktor Patrick Gray (Marton Csokas) versucht, den Fall zu vertuschen, riskiert Felt sogar fast seinen Job, als er sich mit seinen Informationen an Journalisten wendet.

Was sich wie ein packender Spionage-Thriller anhört (was es auch ist), beruht in Wirklichkeit rund um die Aufdeckung der Watergate-Affäre im Jahre 1972. Der größte Skandal der US-amerikanischen Politgeschichte führte am 9.August 1974 zum Rücktritt des damaligen Präsidenten Richard Nixon. Zahlreiche Bücher Filme beschäftigten sich bereits mit den Ereignissen, darunter der oscarprämierte Film "Die Unbestechlichen", der sich im Gegensatz zu "The Secret Man" um die Ermittlungen aus der Sicht der Journalisten handelt.

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Liam Neeson als "Deep Throat"

Wir alle kennen ihn vor allem aus actionreichen Filmen wie "Taken" 1-3, "Non-Stop" oder "The Grey". Wer aber die ganzen Action-Thriller satt hat und Liam Neeson mal wieder in einer seriösen Rolle sehen will, ohne dass er all seine "Superkräfte" einsetzt, sollte hierzu nicht nein sagen. Liam Neeson, im Film ziemlich ergraut, porträtiert den Watergate-Whistleblower Mark Felt, der lange Zeit nur unter dem Pseudonym "Deep Throat" bekannt war.

Was der Name soll? Er hatte nunmal eine sehr tiefe Stimme. Über dreißig Jahre lang blieb seine Identität ein Geheimnis, bis er sich 2005 als Informant zu erkennen gab. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits 91 Jahre alt und wurde daraufhin in öffentlichen Erklärungen von seiner Familie als "american hero" bezeichnet. Medien hingegen äußerten den Verdacht, dass Felt aus Rachegedanken so gehandelt habe, weil er nach Hoovers Tod nicht zum Nachfolger als FBI-Direktor ernannt wurde.

Ungeachtet dessen erzählt der Film die Geschichte eines Mannes, der für das Land und die Gerechtigkeit alles riskierte: Seinen Beruf, seine Familie und sein Ansehen.

Liam Neeson ist wieder einmal DER Mann:

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Ein Regisseur mit einer Vorliebe für das Wahre

Bereits mit Filmen wie "Parkland - Das Attentat auf John F. Kennedy" oder "Erschütternde Wahrheit" hat Regisseur und Drehbuchautor Peter Landesman bewiesen, dass er ein Händchen für historische Stoffe hat. Der ehemalige New-York-Times-Journalist verzichtet bei seinem erst dritten Spielfilm dabei komplett auf Gefühlsduseleien oder Effekthascherei. Dafür konzentriert er sich auf die Fakten. Politische Abläufe und Zusammenhänge stehen hier im Fokus, die es einem sehr einfach machen, den Überblick zu behalten. Allerdings sorgt dies für Dialoglastigkeit, was politik-interessierte Zuschauer jedoch nicht stören sollte.

Auch noch im Kino:

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Dynamischer Cast

Vor allem die Menschen im Staatsapparat sind es, die die Story zu dem machen, was sie ist. Und erst die Schauspieler machen es möglich, dass die Marionetten der Politik glaubhaft dargestellt werden und der akribischen Rekonstruktion der Geschichte einen Herzschlag verleihen. Diane Lane spielt Felts Ehefrau Audrey, die ihre eigenen Bedürfnisse nach hinten stellt, um ihrem Mann den Rücken freizuhalten. Doch auch Kate Walsh ("Private Practice"), Marton Csokas ("Der Herr der Ringe"), der Felts Gegner spielt, Michael C. Hall ("Dexter") oder Tony Goldwyn ("Divergent") besetzen neben Liam Neeson starke Rollen, die in der Watergate-Affäre ihren Beitrag leisten.

Von links nach rechts: Josh Lucas, Liam Neeson, Tony Goldwyn, Diane Lane und Regisseur Peter Landesman:

Josh Lucas, Liam Neeson, Tony Goldwyn, Diane Lane, and writer/director Peter Landesman

Posted by Mark Felt - The Man Who Brought Down The White House on Monday, September 18, 2017

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Wiederholung der Geschichte?

Auch mit dem Blick auf die aktuellen Entwicklungen in den USA, ist "The Secret Man" hochgradig spannend. Denn am 9.Mai 2017 entließ Präsident Trump den FBI-Chef James Comey, nachdem er Absprachen zwischen Trump und russischen Vertretern bezüglich des Wahlkampfs zur Sprache brachte. Das Comey seinen Posten direkt verlassen musste, verstärkte nur den Verdacht, dass der Präsident die Ermittlungen gezielt beeinflussen wollte.

Wie eine Ironie des Schicksals wirkt es also, dass ausgerechnet zur skandalreichen Amtszeit Trumps ein altes Thema aufgegriffen wird, welches den heutigen Ereignissen stark ähnelt.


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