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5 Gründe, jetzt "The Circle" im Kino zu gucken

09.09.2017, 17:06

Welchen Neustart sollte man auf keinen Fall verpassen und welchen kann man sich getrost sparen? bento stellt dir hier jede Woche den Kinostart der Woche vor, für den sich der Gang ins Kino wirklich lohnt - und nennt dir 5 gute Gründe dafür.

1

Forrest Gump trifft auf Hermine

Bei der Besetzung handelt es sich ohne Zweifel um zwei Sympathieträger, die Viele in die Kinos locken werden. Die durch die "Harry Potter”-Reihe bekannte Emma Watson spielt Mae Holland, die durch die Vermittlung ihrer Freundin Annie (Karen Gillan) einen Job beim weltweit renommierten Online-Unternehmen "Circle” bekommt.

Der durch Filme wie "Forrest Gump” oder "Philadelphia” bekannt gewordene Tom Hanks verkörpert den charismatischen Firmengründer Eamon Bailey, der die ganze Welt miteinander verknüpfen und völlige Transparenz schaffen will. Seine neueste Erfindung ist eine murmelgroße Kamera, die unbemerkt alles aufzeichnen kann und somit steht der Überwachung des gläsernen Menschen nichts mehr im Weg.

Obwohl Mae erst klein im Kundenservice anfängt, steigt sie durch ihre Cleverness bald auf und imponiert Bailey. Nach einem Unfall, der von den drahtlosen Kameras gefilmt wird, soll Mae die erste Person der Firma sein, die 24 Stunden lang am Tag mit einer Body-Cam gefilmt wird.

Warnungen des mysteriösen Fremden Kalden (John Boyega) und auch die Bedenken ihres bodenständigen Ex-Freundes Mercer (Ellar Coltrane) ignoriert sie – auf den ersten Blick verspricht der Konzern ein besseres Leben in einer aufregenden Zukunft.

2

Totale Überwachung

Bereits Aldous Huxley mit "Brave New World” (1932) oder George Orwell mit "1984” (1949) zeigten die vollkommen überwachte Gesellschaft und waren damit ihrer Zeit weit voraus. Weniger visionär erscheint uns die Auseinandersetzung mit totaler Überwachung zwar heutzutage: trotzdem benennt Eggers, der Romanautor, recht plausibel die Allmachtsfantasien, die er den Führungskräften von Google, Facebook und Co. unterschiebt.

Das Social-Media-Unternehmen "Circle” will den Staat ersetzen und ein totalitäres System etablieren, von dem die User unausweichlich abhängig sind. Volle Transparenz über jede Person soll erreicht werden, indem alle Aktivitäten der User mit einer Online-Identität verknüpft werden. Unter dem Deckmantel der Sicherheit soll die Freiheit und die Privatsphäre des Einzelnen eingeschränkt werden. Niemand geht mehr verloren, keiner ist mehr allein, jeder wird gesehen.

Eamon Bailey’s Grundsatz:

3

Kritik an Social-Media

Wahrscheinlich werden es viele kennen: Follower und Likes auf diversen Social-Media Plattformen verschaffen uns, auch wissenschaftlich erwiesen, ein positives Gefühl und lassen nach mehr Aufmerksamkeit lechzen.

Auch Mae erlebt einen berauschenden Aufstieg, wenn ihr ganzes Leben im Livestream übertragen wird. Sie erreicht über zwei Milliarden Viewer, als sie vorschlägt, die Wahlen über den Circle-Account abzuwickeln. Ohne Bedenken verfällt sie dem Machtrausch und bemerkt nicht, dass der Kontrollwahnsinn auch vor ihr keinen Halt macht. Erst Kalden kann ihr irgendwann die Gefahr von Circle für die Gesellschaft verdeutlichen.

4

Eine Bestseller-Verfilmung

Schon vor einigen Jahren konnte man beobachten, wie Dave Eggers’ "The Circle” im öffentlichen Personennahverkehr von unzähligen Personen verschlungen wurde. Nicht umsonst thronte also die Social-Media-Dystopie an der Spitze der deutschen Buch-Charts und kommt jetzt verfilmt in unsere Kinos.

Bei der Kino-Adaption des Bestsellers führt James Ponsoldt ("The Spectacular Now”) Regie und trifft mit dem uns nun ständig begleitendem Thema voll ins Schwarze. Vor allem gelingt es ihm, den Moment festzuhalten, in dem sich die Geschichte noch nicht endgültig entschieden hat.

Im Film gibt es eine Welt außerhalb des "Circle”-Universums, in der die Menschen noch alt werden, in gemütlichen Häusern leben, gelegentlich miteinander Sex haben oder auch ein Gespräch führen.

Innerhalb der "Circle”-Welt jedoch ist alles gnadenlos perfekt, freundlich und aufgeräumt. Räume sehen aus wie spiegelnde Bildschirmoberflächen, Gespräche sind so automatisiert wie im Customer-Service und die Stimmung ist dauerhaft euphorisch.

Noch mehr Kinofilme:

5

Die Filmmusik

Mit Danny Elfman hat sich die "The Circle”-Crew für die Filmmusik einen der erfolgreichsten Hollywood-Komponisten unserer Zeit ins Boot geholt. Bekannt wurde er vor allem für seine musikalischen Arbeiten für Regisseur Tim Burton ("Edward mit den Scherenhänden”, "Batman”), aber auch die vertrauten Titelmelodien der Erfolgsserien "The Simpsons” oder "Desperate Housewives” haben wir ihm zu verdanken.

Außerdem nahm auch Frontmann Jónsi der populären, isländischen Postrock-Band Sigur Rós einen Song für den Film auf. Er coverte den Shaker-Song "Simple Gifts” von Joseph Brackett. Der Soundtrack für "The Circle” umfasst 21 Titel und wurde von Sony Masterworks am 28.April 2017 zum Kinostart in den USA auf CD und als Download veröffentlicht.

Auch Emma Watson findet Sigur Rós cool:


Fühlen

James hat schon früh Haare verloren – und dann eine Transplantation gemacht

09.09.2017, 15:25

Immer, wenn James früher ein Foto von sich sah, erschrak er. Wer ist dieser Mann, der so alt aussieht? 

James ist heute 26. Er findet, er habe früher älter ausgesehen. Denn wo jetzt volles schwarzes Haar wächst, waren vor mehr als einem Jahr noch Geheimratsecken.

An einem Dienstag im Spätsommer sitzt James in einem Kaffee in Hamburg, seiner Heimatstadt, und erzählt von der OP, die sein Leben verändert hat. Von den Spritzen in den Hinterkopf, von den Selbstzweifeln.

Alles begann vor sechs Jahren. James war gerade mal 20 und hatte seine Ausbildung zum Friseur beendet. 

Ihm fällt zum ersten Mal auf, dass sein Haar immer lichter wird.