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Tattoo-Fails: Was du aus den Sünden anderer Menschen lernen kannst

11.03.2016, 14:12 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:28

Cover Up und Horror-Tattoos zeigen die schlimmsten Fails.

Tattoos sollen Denkmale setzen. Einer Person, einem Erlebnis oder eben dem eigenen Körperkult. Umso schlimmer, wenn am Ende der Nadelstecherei statt Freude ewige Verbitterung steht.

Zwei TV-Sendungen widmen sich zurzeit dem Tattoo-Fail: Das aufwendig produzierte "Horror-Tattoos – Deutschland, wir retten deine Haut" tourt als Castingshow durch deutsche Städte und ist auf Sixx bereits in der zweiten Staffel. ProSieben versucht seit Mittwochnacht mit dem nur halbstündigen "Cover Up" im Schnelldurchlauf nachzuziehen. Für die Chance auf einen Neustich von Profis zeigen Tätowierte hier die heftigsten Fails.

Dabei zeigt sich: Es gibt diese Fehler, die immer wieder begangen werden – aber auch ganz neue Gefahren. Denn es scheitert nicht immer zwangsweise nur an der Unbedachtheit der Tätowierten. Anhand der aktuellen Beispiele aus beiden Sendungen ein kleines Do’s und Don’ts zu Motivwahl, Durchführung und Korrektur:

Don’t go with the flow

Pin-Ups, Tribals, Totenköpfe – auch bei Tattoos sind immer wieder neue Trends angesagt. Doch die in Masse gewählten Mode-Erscheinungen werden schnell zum Stigma: Ein Tribal über dem Steiß entwickelte sich in den neunziger Jahren in der öffentlichen Wahrnehmung erst zum "Arschgeweih" und dann zum "Schlampenstempel". Mancher traut sich deswwegen nicht mehr an den Strand und jammert: "Das ist der größte Fehler, den ich je gemacht hab".

Lass die Liebe nicht unter die Haut

So groß die gerade empfundene Emotion auch sein mag: Tattoos überdauern jede Liebe. Statt sich wie Tamara von einer flüchtigen Internetbekanntschaft einen Liebesbeweis in Romanlänge aufs Dekolleté diktieren zu lassen, greife man doch lieber zu Henna oder Flash-Tattoos – die entsprechen eher der postmaritalen Realität und sind nach vier bis sechs Tagen wieder verschwunden.

Wähl ein eindeutiges Motiv

Mikrofon oder Penis? Wolken oder Ärsche? Bei manchen Motiven ist von vornherein klar, dass sie zu nah beieinander liegen. Bei anderen ist erst ein miserabler Tätowierer nötig, um die Ähnlichkeit herzustellen. Wer sicher sein will, dass das Portrait seiner Tochter später nicht ausschaut wie E.T., nachdem er mit dem Rad vom Himmel gestürzt ist, sollte sich in wirklich erfahrene Hände begeben.

Behalt die Kontrolle

Dem Tätowierer freie Hand lassen – klingt nach Überraschung, Aufregung, Nervenkitzel. Bedenken muss man allerdings, dass dem Tätowierer vielleicht Muße und Motivation fehlen – und er auf dem Rücken einfach einen raumgreifenden, blauen Tintenklecks hinterlässt.

Fotostrecke: So schön können Tattoos aussehen

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Sprich die Sprache

Mehr als 80.000 Schriftzeichen hat die chinesische Schrift. Sogar gebildete Chinesen kennen nur einen Bruchteil davon. Dass dein Tätowierer zu dieser exklusiven Gruppe gehört, ist äußerst unwahrscheinlich. Wer wie Teilnehmerin Christin mit dem puren "Bösen" statt einem verspielten "Teufelchen" auf dem Rücken rumläuft, hat noch Glück gehabt – im schlimmsten Fall liegt im Studio einfach die Speisekarte vom China-Restaurant nebenan aus.

Don’t do it drunk

Ein Klassiker unter den Fails: Nachts um 3 Uhr mit drei Promille unter die Nadel gehen. Besonders mies ist das Ergebnis, wenn man sich zuvor mit seinem Tätowierer betrunken hat.

Üb‘ woanders, Bro!

Dein bester Freund hat sich gerade eine Tätowier-Maschine auf Ebay ersteigert? Bei einfachen Sätzen wie "I love vagina" oder den simplen Konturen eines Bart Simpson kann jawohl nix schief gehen? Schau die "Horror Tattoos". Dort sind die selbst- und freundgestochenen Tattoos mit am häufigsten vertreten.

Check den Tätowierer

Zwingende Zertifikate braucht es in Deutschland nicht, um sich auf fremden Körpern zu verewigen. Dementsprechend hoch ist die Versagerquote in dem Segment. Die Profis packt regelmäßig das Grausen beim Anblick der Werke ihrer selbsternannten Kollegen. Ausliegende Fotos sind neben Sauberkeit und Freundlichkeit im Laden zwar ein guter Hinweis, lebende Beispiele sind aber noch ein bisschen besser.

Wirklich! Check den Tätowierer!

Wenn man den Horror-Stories lauscht, ist dieser Hinweis definitiv zwei Punkte wert: Dominiks Tattoo wurde nie fertig, weil die Polizei den Laden vorher schloss. Sein Tätowierer in Köln habe mehrere Personen mit HIV infiziert, erzählt der bärtige Mittdreißiger vor der Kamera.

Bleib nicht standhaft!

Mag Durchhaltevermögen sonst im Leben auch mal belohnt werden – hier ist Ausdauer fehl am Platz. Kündigt sich das Verderben durch krumme Linien und seltsame Platzierungen schon früh in der Nadelsitzung an, ist Abbrechen die einzige Chance auf eine Entfernung in wenigen Sitzungen.

Wähl die richtige Show!

Wer bereit ist, seine Jugendsünden vor laufenden Kameras auszupacken, um professionell von ihren Folgen erlöst zu werden, der sollte die richtige Show wählen. Die drei Tätowierer in Sixx‘ "Horror-Tattoos" diskutieren ausführlich über die Vorstellungen der Kunden und zaubern am Ende auch aus einem vollkommen misslungenen noch einen lebensechten Paul Walker. In ProSiebens "Cover Up" endet Arschgeweih-Sarah hingegen mit einem raumgreifenden Blumen-Über-Tattoo, für das schnellstmöglich das Sendeformat "Cover Up Cover Up" erfunden werden sollte.

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