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Holt die Regenbogenfahne raus: Diese Dokus blicken in die LGBTQ-Community

03.07.2016, 12:41 · Aktualisiert: 03.07.2016, 12:42

Mindestens einmal im Jahr leuchten die Straßen internationaler Großstädte regenbogenfarben, es wird getanzt, geknutscht und dem ersten bekanntgewordenen Aufstand der LGBTQ Community gedacht. Dieser fand am 28. Juni 1969 in der Christopher Street im New Yorker Stadtviertel Greenwich Village statt. Seither wird jedes Jahr zwischen Ende Juni und August überall auf der Welt für die Rechte von Lesben, Schwulen, Transgender, Bisexuellen und der queeren Community demonstriert.

Holt die Regenbogenfahne raus und stimmt euch mit ein paar Dokus und Filmen – zum Beispiel über Madonnas schwule Tänzer, Drag-Balls in den späten 80ern und geheimgehaltener Liebe zweier Lesben – auf den Christopher Street Day ein!

Paris Is Burning

Die afroamerikanische LGBTQ Community im New York der später 80er Jahre erfand nicht nur das heute sehr hippe "Vogueing" – dessen Idee Madonna für sich beansprucht – und machte "Drag-Balls" berühmt. Viel wichtiger ist, dass sie einer ganzen Gesellschaftsschicht endlich eine Bühne gaben, um ihrer Herkunft, ihrem Stand, Geschlecht und ihrer Sexualität in einer repräsentativen und nachhaltigen Art und Weise Ausdruck zu verleihen.

So ist Paris Is Burning ein Film, welcher nicht nur durch Bildgewalt und Atmosphäre überzeugt. Die Doku nimmt den Zuschauer mit in eine Welt aus Drama, Liebe und Leidenschaft eines Teils der Gesellschaft, für den die Bezeichnung "Randgruppe" noch mehr als ein Euphemismus war. Deep in Vouge!

Prayers for Bobby - Drama in voller Länge

Die Geschichte dieses Films beruht auf einer wahren Begebenheit. Sie spielt in den USA Anfang der 80er und handelt von dem Jugendlichen Bobby Griffith, dessen Mutter Mary (Sigourney Weaver) seine Homosexualität nicht akzeptiert. Für die streng religiöse Frau ist Schwulsein eine Sünde, eine Krankheit, die geheilt werden muss.

Bobby wird unter der zunehmenden Zurückweisung seiner Mutter depressiv und begeht schließlich Selbstmord. Der Tod ihres Sohnes bringt Mary dazu, ihren Glauben in Frage zu stellen und sich für die Rechte von Homosexuellen einzusetzen.

Strike a Pose

1990 wählte Madonna sieben junge Männer als ihre Tänzer für ihre berühmt-berüchtigte "Blond Ambition"-Tour aus. Schnell wurden Salim, Kevin, Carlton, José, Luis ,Gabriel und Oliver (der einzige Hetero der Gruppe) zu Ikonen in der Schwulenszene. Doch im wahren Leben war nicht alles so glamourös wie vor der Kamera.

25 Jahre nach der gemeinsamen Zeit an der Seite des Superstars treffen sich Madonnas Tänzer wieder. Mit Filmausschnitten des während der Tour gedrehten Dokumentarfilms "Madonna: Truth or Dare" unterlegt, erinnern sie sich in '"Strike A Pose" an die fröhliche Zeit während der Tour. Sie erzählen auch von ihrem Leben nach der Tour, das geprägt war von Drogen, Aids und einem Rechtsstreit mit Madonna.

Inside the Gay Wing of L.A. Men’s Central Jail | L.A. Weekly

Um im Gay-Trakt des Men’s Central Jail in L.A. zu landen, täuschen einige heterosexuelle Insassen vor, vom anderen Ufer zu sein. Im "K6G" geht es nämlich viel liebevoller zu als in den anderen Teilen des berühmt-berüchtigten Gefängnisses.

Im "Gay Wing" wird statt Drogen Make-Up geschmuggelt und über Probleme geredet. Es kommt auch schon mal vor, dass spontan eine Modenschau gelaufen wird, denn die Häftlinge in K6G halten nicht nur zusammen – sie haben auch ihre eigene Jail Couture.

Die Schwulenheiler | NDR

Was haben Ricky Martin und Klaus Wowereit gemeinsam? Richtig, sie leiden sehr wahrscheinlich an einem Leberschaden oder an einer psychischen Störung, denn sie sind schwul. Nicht nur in strengreligiösen Kreisen zählt Homosexualität als Krankheit, die durch Missbrauch in der Kindheit oder Syphilis hervorgerufen wird.

Christian Deker, ein schwuler NDR Reporter, besucht im ersten Teil der Reportage "Die Schwulenheiler" Ärzte, die seine homosexuellen Gefühle durch Gebete und Exorzismus ändern wollen. Im zweiten Teil trifft Deker Menschen, denen das gleiche widerfahren ist und die mit unsagbarer Intoleranz und Homophobie konfrontiert werden.

Mapplethorpe: Look At The Pictures

Der berühmte US-amerikanische Fotograf Robert Mapplethorpe war eine Ikone der New Yorker Schwulenszene der 80er Jahre und langjähriger Freund von Patti Smith. Die mitreißende Doku "Look at the Pictures" nimmt uns mit in die künstlerische Welt und die homoerotischen Erfahrungen von Robert Mapplethorpe. Sie lässt uns eintauchen in das wilde und freie New York der 80er und setzt den Fokus neben seiner Fotografie auf die männlichen Liebhaber des Künstlers – welche gleichzeitig Mapplethorpe's Modelle waren.

"Look at the Pictures" ist ein bis zur letzten Minute spannendes Porträt des faszinierenden Künstlers und Intellektuellen Robert Mapplethorpes, der den unbedingten Willen hatte, berühmt zu werden - bis er 1989 an AIDS verstarb.

Doku über Londons LGBT Dancehall-Szene | Noisey

Schwulsein ist in Jamaika illegal und gefährlich – häufig werden homosexuelle Männer angegriffen oder sogar getötet. Um vor den schwulenfeindlichen Gesetzen ihrer Heimat zu fliehen, zogen viele junge, schwule Jamaikaner Anfang der 2000er nach Großbritannien. Hier fanden sie ein neues Zuhause und begannen jamaikanischen Underground-Dancehallpartys zu organisieren. NOISEY erzählt die Geschichte von Londons LGBT Dancehall-Community.

Liebe im Geheimen | arte

(Bild: arte)

In der Web-Doku "Liebe verboten" erzählen Verliebte aus verschiedenen Ländern ihre persönliche Geschichte in acht dokumentarischen Kurzfilmen und berichten über den Konflikt zwischen ihrer "verbotenen" Liebe und den Moralvorstellungen ihrer Eltern und der Religion. Sie haben Tabus gebrochen, weil sie selbst bestimmen, wen sie lieben. In der Folge "Liebe im Geheimen" begleiten wir Max und Cici, zwei Frauen aus China, die sich lieben, aber ihre Beziehung geheim halten müssen.

"Liebe im Geheimen" auf arte anschauen.

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Ein Sonntag zum Entspannen – mit unseren Storys der Woche

03.07.2016, 12:25 · Aktualisiert: 03.07.2016, 16:10

Ein Serientäter hat in den USA 45 Frauen vergewaltigt und mindestens zwölf Menschen getötet. Seit 40 Jahren sucht die Polizei nach ihm. Nun hat das FBI eine beispiellose Social Media Kampagne gestartet, um doch noch Hinweise zu bekommen. Mit Videos, Fotos und Originalinterviews erzählen sie die gruselige Geschichte des Original Night Stalkers.