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"Outcast" könnte deine nächste Lieblingsserie sein (wenn du starke Nerven hast)

15.06.2016, 12:52

Ein Exorzismus-Film, der niemals endet.

Next × bento

Mit Serien ist es wie mit Beziehungen: Wunderschön, bis sie dann vorbei sind. Damit der Schmerz nicht zu groß wird, muss eine neue Lieblingsserie her. Bei Next stellt bento Serien vor, die das Zeug dazu haben.

Die Fakten

  • Titel: "Outcast"
  • Stoff: eine Staffel, 10 Folgen à 50 Minuten = ca. 8 Stunden. Eine zweite Staffel ist bereits bestätigt.
  • Für Fans von: American Horror Story, Supernatural, The Walking Dead

Warum solltest du die Serie gucken?

Kyle Barnes (Patrick Fugit) wird seit Jahren von dämonischen Kräften verfolgt. Immer wieder blitzen traumatische Erinnerungen aus seiner Kindheit auf. Kyle, der mittlerweile von seiner Familie isoliert in einem heruntergekommenen Haus lebt, will endlich wissen warum.

Gemeinsam mit dem spielsüchtigen Geistlichen Reverend Anderson (Philip Glenister) macht Kyle sich in seiner Heimatstadt Rome im US-Bundesstaat West Virginia auf die Suche nach Antworten. Und stößt dabei auf satanische Verschwörungen und dunkle Geheimnisse, die nicht nur ihn selbst, sondern auch die Kleinstadt in dunkle Zeiten stürzen.

Wie schon "The Walking Dead" beruht auch "Outcast" auf einer Comic-Reihe des Autors Robert Kirkman.

Nachdem er fleischfressenden Zombies zu Fernsehruhm verholfen hat, widmet Kirkman sich in "Outcast" nun dem Exorzismus.

Und auch in diesem Sub-Genre kennt er sich offensichtlich bestens aus. Schon die Pilotfolge weckt Erinnerungen an Horror-Klassiker wie "Der Exorzist", "Rosemary's Baby" oder "Der Exorzismus der Emily Rose".

Dunkel, dunkler, "Outcast"


„Outcast“ ist nichts für schwache Nerven. In der ersten Folge versuchen sich Kyle und der Reverend an einem Exorzismus. Der betroffene Junge wird übel zugerichtet. Was der Kleine so anstellt, jagt dem Zuschauer kalte Schauer über den Rücken.

Die Serienmacher verzichten auf rot glühende Augen oder ähnlich zahme Genre-Stilmittel. Die Besessenen fallen durch bizarre Verhaltensweisen, knochenbrecherische Verrenkungen und eine unstillbare Blutlust auf.

Manche Szenen sind so brutal, dass Kirkman selbst schon bei einem Reddit-AMA überlegte, ob man es nicht übertrieben habe. Beispiel Exorzismus Nummer Eins: Der besessene Junge schlägt sich den Schädel an einer Wand blutig, beißt sich selbst einen Finger ab, und versucht kurz darauf, das Gleiche bei Kyle zu wiederholen.

Keine klassische Helden

Die Serie ist düster, dreckig und schonungslos eindringlich. Weder dem Zuschauer noch den Protagonisten bleibt hier irgendetwas erspart. Denn neben den vordergründigen Exorzismen stehen als weitere Themen häusliche Gewalt und psychische Erkrankungen im Fokus. Nicht immer ist ersichtlich, ob das grausame Handeln einzelner Charaktere auf dämonischem Einfluss beruht, oder nicht vielleicht einen anderen Hintergrund hat. Der Comic spielt mit diesem Spannungsfeld noch wesentlich stärker, als die Serie es bisher tut.

Die finstere Grundstimmung spiegelt sich auch in den Protagonisten wider: Kyle ist depressiv, Anderson desillusioniert. Beide sind auf ihre eigene Art schwer traumatisiert. Sie sind keine klassischen Helden, sondern schwer angeschlagene Figuren.

Umso spannender ist die Frage, ob es ihnen im Laufe der Serie gelingen wird, sich aus diesem tiefen Loch zu befreien.

(Bild: http://giphy.com/gifs/fox-intl-channels-gr-outcast-l0K3Z2lHDV0RMfA8o)

Die Schauspieler Fugit (bekannt durch seine Rolle als junger Musikjournalist aus "Almost Famous") und Glenister füllen ihre Rollen voll aus und sind trotz der übernatürlichen Komponente absolut glaubwürdig. Gerade Fugit sticht durch seine leise aber vielsagende Art hervor. In seinem Kyle brodelt es – vor seinem Ausbruch darf man jetzt schon Angst haben.

Ein Exorzismus-Film, der niemals endet

Hart gesottene Horror-Fans kommen an "Outcast" kaum vorbei. Die Serie ist wie ein Exorzismus-Film, der niemals endet.

Schockierend sind nicht nur die Szenen, in denen die Kleinstadtbewohner offensichtlich von Dämonen heimgesucht werden. Auch die zunehmend bedrohliche Stimmung hinterlässt ein immer größer werdendes Gefühl des Unbehagens.

(Bild: http://giphy.com/gifs/outcastcinemax-comics-cinemax-robert-kirkman-3o6ozteI6c3Fkwm8X6)

Das ländliche Rome, wo hinter jedem weiß gestrichenen Gartenzaun ein dunkles Geheimnis lauern kann, ist kein Ort, an dem man gern verweilt. Schon bald drängt sich die Frage auf, ob die Stadt sich die Heimsuchung womöglich selbst zuzuschreiben hat. Kann Rome erlöst werden – und verdient es Erlösung?

Für verregnete Abende

Die erste Staffel "Outcast" läuft gerade. Der beste Zeitpunkt zum Anschauen ist definitiv nach Sonnenuntergang. Ein verregneter Abend maximiert das Horror-Feeling.

Die Bingewatching-Gefahr ist relativ gering: In der Serie gibt es zwar den ein oder anderen Cliffhanger, der Fokus liegt aber auf dem großen Ganzen und auf der Entwicklung der einzelnen Figuren.

So kann man auch nach einer Folge zufrieden ins Bett gehen. Mehr als eine Episode "Outcast" am Stück werden zartbesaitete Zuschauer ohnehin nicht verkraften.

"Outcast" vom US-Kabelsender Cinemax wird beim Pay-TV-Sender Fox ausgestrahlt und ist bei iTunes, Sky Online und Videoload verfügbar.

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