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05.03.2018, 07:22 · Aktualisiert: 05.03.2018, 10:30

Es ist eine Diskussion, die schon lange geführt wird: Warum werden transsexuelle Rollen in Filmen eigentlich so selten von transsexuellen Schauspielern gespielt?

Und: Warum gewinnen Filme, in denen es um Themen wie Transsexualität geht, eigentlich so selten Oscars?

Das scheint sich endlich zu ändern: Denn mit "A Fantastic Woman" hat nun ein Film mit einer Schauspielerin, die trans ist und einer Transgender-Storyline den Oscar als bester fremdsprachiger Film gewonnen!

Worum geht es in dem Film?

Es geht in dem Film um eine Frau (Daniela Vega), die sich nach dem Tod ihres Partners (Francisco Reyes) mit Vorurteilen wegen ihrer Transsexualität auseinander setzen muss. Sie kämpft vor seiner Familie und den Behörden für ihr Recht als der Mensch akzeptiert zu werden, der sie ist: Eine Frau, die ihren Lebensgefährten durch einen tragischen Unfall verloren hat.

Hier sind die anderen Oscar-Gewinner:

Warum ist das wichtig?

Bisher wurden Transgender-Rollen in Hollywood-Filmen von Schauspielern übernommen, die selbst nicht transsexuell sind. 2000 wurde Hilary Swank für ihre Rolle als Transmann in "Boys Don't Cry" mit einem Oscar ausgezeichnet, 2016 erhielt Eddie Redmayne einen Oscar für seine Darstellung einer Transfrau in "The Danish Girl".

Die Frage, die dabei gestellt wurde: Warum castet man nicht einfach einen Schauspieler oder eine Schauspielerin, die selbst trans ist?

Hollywood hat nach wie vor ein Problem mit der Darstellung von Vielfalt. In den meisten Filmen waren viele Jahre lang die klassischen Rollenbilder zu sehen – damit sich möglichst viele Menschen mit den Filmen identifizieren können. Was Hollywood-Filme meistens nicht zeigen: Menschen, die anders leben und dem Zuschauer neue Perspektiven eröffnen oder ihm die Möglichkeit geben, sich mit diesen Menschen zu identifizieren. Es geht also darum, Trans-Charaktere nicht nur auf ihre sexuelle Identität zu reduzieren.

  • Filme wie "A Fantastic Woman" können das ändern.

Der Regisseur Sebastián Lelio sagt über die Entscheidung, eine Schauspielerin, die trans ist, für den Film zu casten:

"Ich sage nicht, dass Transgender-Charaktere nur von Transgender-Darstellern interpretiert werden sollten – weil das so wäre, als würde man sagen, dass Transgender-Darsteller keine Cisgender-Rollen spielen können, und das ist nicht die Idee. Ich möchte das klarstellen. Wir sprechen hier von Freiheit." (Time.com)

Die Schauspielerin Daniela Vega aus "A Fantastic Woman" ist außerdem die erste geoutete Transfrau, die bei den Oscars einen Programmpunkt präsentiert hat:

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"Was passiert ist, war längst überfällig."

An keinem Abend zeigen sich die Gräben in Hollywood so deutlich wie zur Preisverleihung der Oscars. Die Show voller Gold und Glitzer gilt als Klassentreffen der schicken und glamourösen Filmindustrie – aber auf den Gruppenfotos der vergangenen Jahrzehnte standen vor allem: alte, weiße Männer.

Ein Preis, der Hollywoods beste Filme und Filmschaffende auszeichnen soll, spiegelt also einen großen Teil der Industrie gar nicht wider – nämlich Frauen, Schwarze, kreative Nachwuchstalente.

Nun hat Hollywood im vergangenen Jahr mit der "MeToo"-Debatte eine neue Diskussion um Frauenrechte und Machtmissbrauch begonnen, in noch die da gewesener Lautstärke.