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Science-Fiction trifft Drama trifft Action: "Orphan Black" könnte deine neue Lieblingsserie werden

22.02.2016, 19:52 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:27

Next × bento

Mit Serien ist es wie mit Beziehungen: Wunderschön, bis sie dann vorbei sind. Damit der Schmerz nicht zu groß wird, muss eine neue Lieblingsserie her. Bei Next stellt bento Serien vor, die das Zeug dazu haben.

Die Fakten

  • Titel: "Orphan Black"
  • Stoff: drei Staffeln, 30 Folgen à 42 Minuten = 21 Stunden (die 4. Staffel startet im April)
  • Für Fans von: "Revenge", "Black Mirror", "Misfits", "Veronica Mars"

Warum gucken?

Klone

Sarah Manning ist die zentrale Figur in "Orphan Black" – und die prototypische Außenseiterin: Sie ist als Waise bei einer Pflegemutter aufgewachsen, hat kaum Freunde, keinen Job, kein Geld und keine Perspektive. Eines Abends beobachtet sie einen Selbstmord. Die Fremde sieht genau so aus wie sie. Um sich vor ihrem gewalttätigen Ex-Freund zu verstecken, nimmt Sarah die Identität der Fremden an. Von da an ist sie Beth Childs, eine Polizistin. Bald stellt sich heraus, dass Sarah und Beth Klone sind. Und dass es noch mehr von ihnen gibt.

Genreclash

Die Geschichte ist eindeutig Science-Fiction, ihre Umsetzung erinnert teils an Drama, teils an Action. Es tauchen typische Elemente des Film noir auf, manchmal wird die Serie sogar komisch – aber eigentlich ist "Orphan Black" ein Thriller. Die Serie löst geschickt klassische Genregrenzen auf und schafft eine sehr eigene Mischung aus Spannung, Tragik und Witz.

Mitdenker

Die Serie ist eine kleine Herausforderung. Aber es macht großen Spaß, die verflochtene Geschichte um die Klone und ihre Gegenspieler zu entwirren. Eine Wendung folgt der nächsten, jede Folge wartet mit einer neuen Enthüllung auf.

Tatiana Maslany

Maslany ist die Hauptdarstellerin von "Orphan Black". Genau genommen ist sie sogar die Hauptdarstellerinnen. Alle Klone der Serie sehen schließlich – wie Klone das so an sich haben – genau gleich aus und werden dementsprechend von derselben Darstellerin verkörpert. Und die macht ihre Sache wirklich gut: Maslany springt von einer Rolle in die andere, verändert Mimik, Gestik, Tonalität und Körperhaltung, arbeitet mit verschiedenen Dialekten. Noch dazu gibt es zahlreiche Szenen, in denen sie nur sich selbst als Co-Darstellerin hat – zum Beispiel, wenn sich zwei oder drei der Klone miteinander unterhalten. Für die Mehrfachperformance war die 30-Jährige bereits für einen Emmy und einen Golden Globe Award nominiert und gewann zwei Mal hintereinander beim Critics’ Choice Television Award.

Warum lieber nicht?

Getrübte Logik

Menschen, die Logik wichtig finden, sollten sich "Orphan Black" vielleicht lieber nicht anschauen. Dazu ist der Plot zu abstrus. Natürlich denkt sich der aufmerksame Zuschauer in der ein- oder anderen Situation: "Moment, an der Stelle hätte ich aber auf jeden Fall bemerkt, dass sie das gar nicht ist, sondern nur ihr Klon." Aber: Bei "Grey's Anatomy" stimmen die chirurgischen Eingriffe auch nicht mit echten medizinischen Protokollen überein – und bei "Breaking Bad" sind die Gangster zugunsten der Story auch mal klüger als erwartet.

Zum Einschlafen

Wer gern noch eine kurze Folge irgendeiner Serie guckt, bevor er ins Bett geht, ist mit "Orphan Black" schlecht beraten. Die Story ist sehr verwoben, dazu gibt es starke Cliffhanger – und das in jeder Episode. Die Folge davon: Man sitzt während des Abspanns jedes Mal da und denkt "ab-ge-fah-ren". Also auf gar keinen Fall erst spät abends mit einer Folge anfangen – für gewöhnlich guckst man nämlich nicht nur eine, sondern mindestens zwei oder drei Episoden am Stück.

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