Bild: Thirteen Reasons Why/ Netflix

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"Tote Mädchen lügen nicht" ist extrem erfolgreich – und gefährlich

20.04.2017, 16:48 · Aktualisiert: 23.04.2017, 16:29

Gesundheitsorganisationen kritisieren die neue Netflix-Serie

Diese Serie ist der neue heiße Scheiß.

Netflix gibt zwar fast nie offizielle Zuschauerzahlen heraus, aber alleine die Diskussionen im Netz lassen darauf schließen, dass "Tote Mädchen lügen nicht" alle bisherigen Rekorde geknackt hat. Allein die Google-Suchanfragen übertreffen schon mal alle anderen vorherigen Netflix-Serien. 

Hier ist nur ein Beispiel:

Theoretisch könnte man diesen Erfolg nun also einfach feiern. 

Doch die Serie wird stark kritisiert.

Viele Organisationen halten die Sendung für sehr gefährlich!

Worum geht es in der Serie?

Die Serie, die in den USA unter dem Namen "13 Reasons Why" läuft, basiert auf einem Jugendbuch von Jay Asher, das in den USA mehr als ein Jahr lang in den Bestsellerlisten war.

Die Story handelt vom Suizid der Highschool-Schülerin Hannah Baker. Ihr Kumpel Clay findet nach ihrem Tod einen Karton mit Audiokassetten vor seiner Haustür. Auf den Tapes erklärt Hannah 13 Menschen, warum sie sich umgebracht hat und welche Rolle die einzelnen Personen dabei gespielt haben. Clay muss die Kassetten nun verteilen.

Was ist die Kritik?

In der Serie werden Hannahs Suizid und die Methode sehr detailliert dargestellt. Die Macher der Show erzählen in einer Behind-the-Scenes-Folge, das sei mit Absicht so entschieden worden. Man wolle solche Situationen ehrlich zeigen und das Bewusstsein für Suizid und sexuellen Missbrauch schärfen. 

Doch jetzt melden sich sehr viele Gesundheitsorganisationen und Experten zu Wort und sagen: Das ist vollkommen schief gegangen!

Statt abschreckend zu wirken, könnten die dargestellten Szenen Menschen mit psychischen Problemen eher auf den Gedanken bringen, Suizid zu begehen. SAVE, eine Organisation für die Prävention von Suizid, hat nun sogar eine Liste mit Tipps zum Schauen der Serie gepostet. 

Darin steht unter anderem:

  • Vielleicht identifizierst du dich mit den Charakteren in der Serie. Doch es ist wichtig, daran zu denken, dass es gesunde Wege gibt, mit den in der Serie angesprochenen Themen umzugehen. Suizidgedanken sind nicht der richtige Weg.
  • Suizid ist nie heroisch oder romantisch. Hannahs Suizid ist fiktional und soll eine warnende Geschichte sein, die nicht als heroisch, sondern als tragisch gesehen werden sollte.
  • Falls du die Sendung gesehen hast und mit jemandem sprechen möchtest, dann rede mit einem guten Freund, einem Familienmitglied oder einem Therapeuten. Es gibt immer jemanden, der dir zuhören wird.

Hier ist der komplette Text:

Auch die australische Gesundheitsorganisation Headspace hat eine Warnung zur Serie herausgegeben. Darin steht: 

Die internationale Forschung zeigt ganz klar: Das Risiko für Suizid steigt, wenn Menschen solchen Eindrücken ausgesetzt sind.
Dr. Steven Leicester, Vorstandsmitglied von Headspace

Was genau sagt die Forschung? Studien wie diese hier von der University of Pennsylvania zeigen, dass sich suizidgefährdete Menschen durch Medienkonsum quasi mit den Gedanken anderer Betroffener "anstecken" können. 

Headspace-Vorstand Leicester sagte deshalb, Show-Produzenten müssten sich ihrer Verantwortung gegenüber ihren Zuschauern im Klaren sein – vor allem gegenüber ihren jungen Zuschauern.

Suizid - Hilfe in scheinbar ausweglosen Lebenslagen

Kreisen deine Gedanken darum, dir das Leben zu nehmen? Rede mit anderen Menschen darüber. Per Chat, Telefon, E-Mail oder im persönlichen Gespräch. Hier findest du - auch anonyme - Hilfsangebote in scheinbar ausweglosen Lebenslagen.

Nicht nur Mediziner sind von den Szenen in der Serie schockiert. Auch Betroffene klinken sich in die Diskussion ein. So auch die Schauspielerin Shannon Purser (spielte Barb in "Stranger Things"): Sie hatte in der Vergangenheit mit Depressionen und dem Verlangen nach Selbstverletzung zu kämpfen (US Magazine). Nun rät sie allen Menschen, die sexuellen Missbrauch erlebt haben oder aktuell mit psychischen Problemen zu kämpfen haben, die Serie nicht zu gucken:

Die sehr plastischen Szenen könnten Erinnerungen wecken und schmerzhafte Gefühle auslösen – "Bitte schützt euch", rät sie:


Musik

Das neue "Awesome Mixtape" steht fest – das verrät es über "Guardians of the Galaxy 2"

20.04.2017, 15:03 · Aktualisiert: 20.04.2017, 15:54

Eines der Highlights im ersten Teil der "Guardians of the Galaxy" war der Soundtrack. Anstatt Discohits aus der Konserve oder Songs von No-Name-Rappern, setzte Regisseur James Gunn auf Retromusik. Zu futuristischen Weltraumschlachten spielte er "Hooked on a Feeling" von Blue Swede und "I Want You Back" von den Jackson Five.

Der Hintergrund: Hauptcharakter Peter Quill aka Star-Lord (Chris Pratt) wurde als kleiner Junge in den 80ern von Außerirdischen entführt. Als einzige Erinnerung an sein Erdenleben hat er eine Kassette mit Songs aus den späten 70ern und frühen 80ern bei sich.