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Warum "Mr. Robot" so eine gute Serie ist

14.07.2016, 16:03 · Aktualisiert: 15.07.2016, 10:32

Heute startet die zweite Staffel!

Die allermeisten Filme und Serien, in denen Hacker vorkommen, sind schlecht oder peinlich. Meistens beides. Die gezeigten Computer-Angriffe sind Quatsch. Immerhin kann man über die absurden 3D-Grafiken auf den Bildschirmen lachen. Es gibt einen Hackerfilm, der ganz okay ist. Er heißt "Sneakers – Die Lautlosen" und ist von 1992. Seitdem – viel Müll, ob nun die Serien "Scorpion" und "CSI" oder die James-Bond-Filme.

Zum Glück gibt es "Mr. Robot" von Sam Esmail. Vor einem Jahr lief die erste Staffel (12 Episoden). Jetzt startet die zweite Staffel am 14. Juli auch in Deutschland auf Amazon Prime.

Worum geht's?

Elliot Alderson (Rami Malek), ein einsamer Hacker im schwarzen Hoodie mit Persönlichkeitsstörung und Drogenproblem, schließt sich der fsociety an. Ihr Anführer – Mr. Robot – will mit einem Hackerangriff einen großen Konzern in die Knie zwingen. Die fsociety ist so etwas wie Anonymous, inklusive Plastikmasken und Botschaften auf YouTube.

(Bild: Giphy)

Praktisch: Elliot arbeitet in New York bei einer Firma, die dem großen Konzern bei der Abwehr von Hackerangriffen helfen soll. Weniger praktisch: Ein IT-Manager des Konzerns, Tyrell Wellick, will sich mit Elliot anfreunden. Gar nicht hilfreich: Elliot hat Ärger mit seinem Dealer.

1/12

Klingt erstmal nicht besonders originell, oder?

Stimmt. Eine Handvoll antikapitalistischer Hacker gegen einen Konzern, das spielt in einer Liga mit "Jurassic World", "Independence Day: Wiederkehr" oder dem fünften Teil von "Transformers". Zum Glück ist die Serie vielschichtiger, hat diverse Nebenrollen und Nebenhandlungen, und ist außerordentlich gut gemacht: Es geht um Freiheit und Abhängigkeit im digitalen Zeitalter, um Kontrolle und Widerstand.

Warum ist die Serie trotzdem gut?

  • Die realistischen Hackerszenen stehen nicht im Vordergrund. Viel mehr geht es um Elliot und seine Rolle als Hacker zwischen Firmen und Aktivismus – und um einsame Menschen in der Großstadt, ihre psychischen Probleme und wie die Gesellschaft mit ihnen umgeht.
  • Die Schauspieler sind wahnsinnig toll – der rehäugige Rami Malek als Elliot, Christian Slater als Mr. Robot, alle anderen auch.
  • Die Serie zeigt einsame Menschen vor Bildschirmen und greift reale Hackerangriffe auf Konzerne auf. Sie ist damit düsterer und dichter dran an der Wirklichkeit – und zeigt eine verwundbare Welt, die süchtig nach Social Media ist.
  • "Mr. Robot" ist das Werk von einer Person, Sam Esmail, der als Produzent, Autor und Regisseur die zweite Staffel und viele Folgen der ersten Staffel komplett allein verantwortet hat. Ursprünglich hatte er die Idee zu einem Kinofilm, jetzt macht er daraus eine Serie – ohne große Kompromisse.

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Sind realistische Hackerangriffe nicht furchtbar langweilig?

Nein. Tatsächlich starren Hacker oft viele Stunden und Tage auf Monitore, ohne das groß etwas passiert. In der Serie wird das schon etwas abgekürzt. Dafür wird Software gezeigt, die Hacker und IT-Spezialisten auch in Wirklichkeit einsetzen. Meist sind es Kommandozeilentools ohne großen grafischen Schnickschnack: Elliot tippt einen Befehl ein, der dann in weißter Schrift in einem schwarzen Fenster erscheint.

Ein Berater mit Hacker-Vergangenheit konzipiert die gezeigten Angriffe und stellt sicher, dass die Vorgehensweisen tatsächlich funktionieren könnten. In Blogs diskutieren Fans der Serie die Hacker-Tools in "Mr. Robot" und bauen zum Beispiel einen kleinen Bastelcomputer, Raspberry Pi, zum Angriffswerkzeug um. Endlich eine Serie, die man auch als mit dem Internet groß gewordener Mensch ernst nehmen kann. Viel zu häufig behandelt Hollywood Hacker wie Aliens und das Web wie eine unbekannte, unverstandene Welt.

Warum heißen die Episoden so komisch?

Die Episoden heißen "eps1.1_ones-and-zer0es.mpeg" oder "eps1.9_zer0-day.avi" – eine Anspielung auf Dateinamen, wie sie zum Beispiel bei Filesharing-Plattformen verwendet werden.

Hier siehst du den Trailer zur zweiten Staffel:

Was erwartet mich in der 2. Staffel?

Serien-Mastermind Sam Esmail hat angekündigt, dass es in der zweiten Staffel vor allem um Elliot und seine Identitätskrise gehen wird. Fans bekamen vom offiziellen Twitter-Account von "Mr. Robot" 40 Minuten des Staffelauftakts geleaked. Kritiker konnten die erste Folge, die 90 Minuten lang ist, vorab sehen. Die New York Times ist mittelmäßig angetan und hofft, dass es in den kommenden Episoden nicht nur um Elliot gehen wird.

"Mr. Robot" ist ab dem 14. Juli bei Amazon Prime in der englischen Originalversion mit deutschen Untertiteln zu sehen, pro Woche gibt es eine Episode.

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Nostalgie pur: Nintendo kündigt "Mini NES" an

14.07.2016, 15:31

Während Nintendo noch auf dem Hype-Train "Pokémon Go" durchs Netz rauscht, hat der Konzern heute schon das nächste Retro-Gadget angekündigt: Das "Mini NES".

Die kleine Box sieht optisch aus wie das alte Nintendo Entertainment System, das in Europa 1986 auf den Markt kam. Die neue Version kommt allerdings mit HDMI-Anschluss und 30 vorinstallierten Spieleklassikern. Dazu gehören etwa "Mega Man", "The Legend of Zelda", "Super Mario" oder "Castlevania". Außerdem wird ein an das Original angelehnter Controller mitgeliefert, der auch an der Wii funktionieren soll.

Die Konsole wird in den USA um die 60 Dollar kosten, der Preis in Deutschland wurde noch nicht angekündigt. Am 11. November dieses Jahres kommt die Konsole in den Handel.