27.04.2018, 14:37 · Aktualisiert: 27.04.2018, 16:29

Wie du mitmachen kannst.

Im Netz tummeln sich Trolle und rechtspopulistische Hetzer. Moderator Jan Böhmermann will jetzt gegen sie ankämpfen. In der jüngsten Ausgabe vom "Neo Magazin Royale" hat er nun zum Beitritt einer eigenen Troll-Armee aufgerufen.

Konkret geht es Jan Böhmermann um eine noch relativ junge Gruppe, die mit nur wenigen Mitgliedern im Netz viel Hass verbreitet: "Reconquista Germanica".

Die Gruppe hat sich kurz vor der letzten Bundestagswahl gegründet und bezeichnet sich selbst als "Bewegung". Angeblich haben die Mitglieder ein bundesweites Netzwerk aufgebaut. Tatsächlich dürfte es sich nur um ein paar "Jugendzimmer-Faschos" handeln, wie Böhmermann sie nennt.

Auf YouTube und Facebook kapern sie Diskussionen mit Beleidigungen, auf Twitter kreieren sie mit Fake-Accounts Hashtag-Trends. Von außen wirkt es, als ob rechte Meinungen so eine Mehrheit haben – auch wenn sie nur von einer kleinen Minderheit hundertfach verbreitet werden.

Das ist der Aufruf von Jan Böhmermann im Video:

Was steckt dahinter?

  • Böhmermanns Aktion geht auf die Recherche "Lösch Dich!" des ARD-Formats "Funk" zurück. In dem Format wird "Reconquista Germanica" näher beleuchtet.
  • Die rechten Trolle wollen mit Mobbing-Aufrufen vor allem linke und grüne Politiker sowie Journalisten angreifen.
  • Für ihre Aktionen organisieren sie sich vor allem über das Chatprogramm "Discord", das eigentlich für Gamer konzipiert war.

Böhmermann ruft nun dazu auf, "Discord" ebenfalls zu fluten. Er nennt seine Gruppe "Onanista Germanica":

Wenn einer den Anspruch hat, einen Haufen lichtscheuer Dauer-Onanisten vor dem Bildschirm zu mobilisieren, dann bin das immer noch ich!

Auf Twitter hat er dazu einen "geheimen" Link gepostet – mit dem sich jeder bei "Discord" anmelden kann:

Dort sollen sie dann die rechten Trolle "mit Liebe überfluten" oder auch gerne bei der Polizei anzeigen. Je nachdem.

Das Ziel: Sie sollen merken, dass sie in der Minderheit sind.

Klappt das?

Das ist noch unklar. Böhmermann schrieb auf Twitter, dass sich schon 11.400 Leute auf dem Channel angemeldet hätten. Was sie machen sollen, wird sich zeigen – am kommenden Dienstag will Böhmermann seine "Antrittsrede" halten. Bis dahin kann man der "Reconquista Internet" auch noch beitreten.

So sieht der Willkommensbildschirm aus:

In den Regeln wird deutlich gemacht, dass Beleidigungen nicht erwünscht sind. Wer sich an die Nettiquette nicht hält, fliegt.


Gerechtigkeit

Nordkorea will abrüsten. Aber diese Länder haben noch Atomwaffen

27.04.2018, 14:05 · Aktualisiert: 27.04.2018, 14:17

Deutschland ist auch dabei.

Lange Zeit hat der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un mit immer neuen Atomtests provoziert. Obwohl – oder gerade weil – andere Atommächte die Versuche immer wieder verurteilen, legte der Machthaber nach. 

Nun zeigt er sich plötzlich versöhnlich. Am Freitag reiste Kim als erster nordkoreanischer Führer nach Südkorea und traf dort auf den Präsidenten Moon Jae In. Beide Länder wollen einen Frieden aushandeln – Nordkorea hat atomare Abrüstung versprochen. (Mehr dazu bei bento)

Das heißt: Die koreanische Halbinsel soll frei von Atomwaffen werden.