Bild: YouTube / Anima Magazine

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Graffiti-Künstler legen "Homeland" rein

15.10.2015, 00:31 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:21

Für die aktuelle Folge wurden arabische Schriftzüge gebraucht. Das haben die Arabian Street Artists genutzt, um Kritik direkt in der Serie unterzubringen.
"Homeland ist ein Witz und wir haben nicht gelacht", steht auf der linken Seite.

"Homeland ist ein Witz und wir haben nicht gelacht", steht auf der linken Seite.

Sie nennen sich die Arabian Street Artists: Heba Amin, Caram Kapp und Stone, drei Graffiti-Künstler aus Berlin und Ägypten. Sie haben die US-Serie "Homeland" gehackt.

Bei den Dreharbeiten im Sommer 2015 in Berlin sollten sie helfen, ein Set als libanesisches Flüchtlingslager herzurichten. Für den Aufbau seien nur zwei Tage vorgesehen gewesen, schreibt uns Stone. Ein Kumpel hatte den Auftrag erhalten, ein paar Wände mit arabischen Schriftzeichen zu bemalen. 

"Homeland ist keine Serie."

"Homeland ist keine Serie."

"Wir haben uns nicht gewehrt, also hat er uns auf einem Esel reitend erobert." Ein Sprichwort, wer sich nicht wehrt, muss sich auch nicht wundern.

"Wir haben uns nicht gewehrt, also hat er uns auf einem Esel reitend erobert." Ein Sprichwort, wer sich nicht wehrt, muss sich auch nicht wundern.

Die Gelegenheit nutzten die Graffiti-Künstler. Sie zeigen uns Fotos, die vom Set stammen sollen: "Homeland ist Wassermelone", steht da zum Beispiel auf Arabisch. Was frei übersetzt so viel bedeutet: Homeland ist fake. 

In diesem offiziellen Trailer für die Episode sind einige der hier gezeigten Graffiti zu erkennen. Außerdem zeigt Heba Amin auf ihrer Seite weitere Screenshots.

"Homeland ist rassistisch", Szene aus der Episode

"Homeland ist rassistisch", Szene aus der Episode

"Freiheit. Jetzt in 3D."

"Freiheit. Jetzt in 3D."

"Homeland ist Wassermelone." Heißt so viel wie: Homeland ist fake.

"Homeland ist Wassermelone." Heißt so viel wie: Homeland ist fake.

Die Serie "Homeland" steht schon länger in der Kritik, es mit Details über den arabischen Raum nicht zu genau zu nehmen. Die muslimische Welt werde völlig überzeichnet und falsch dargestellt, sagt Stone. 

In "Homeland" seien Araber stets gefährlich, ihnen gegenüber stünden weiße Amerikaner. Mit ihrer Kritik sind die Arabian Street Artists nicht alleine. Einige fühlen sich an die Paranoia der Bush-Ära erinnert: In der Serie sei jeder Muslim eine potentielle Gefahr.

Von der "Homeland"-Crew blieben die wenig schmeichelhaften Schriftzüge offenbar unbemerkt.

"Es gibt kein Homeland."

"Es gibt kein Homeland."

#blacklivesmatter, eine Erinnerung an die Proteste in Ferguson nach dem Mord an Trayvon Martin.

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