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09.08.2016, 14:54 · Aktualisiert: 08.04.2017, 10:25

Leute tun immer so, als wären Bücher grundsätzlich besser als Filme. Man kann zum Beispiel nicht sagen, dass man "Der Pate" gut fand, ohne gefragt zu werden, ob man das gelesen oder "nur" geschaut hätte. Dasselbe bei "Herr der Ringe" oder "Harry Potter": Hast du die gefühlt 80.000 Seiten gewälzt oder nur ein paar Stunden im Kino verbracht?

Dabei haben Filme eindeutig Vorteile: Glotzen ist weniger anstrengend als Lesen; im Kino kriegt man Popcorn, in der Bücherei aber nicht; und es gibt auch keine Romane mit Nacktszenen von Scarlett Johansson oder Ryan Gosling.

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Dennoch sollte man manchmal schon auch das Buch gelesen haben. Einfach, weil es schön geschrieben ist, oder weil es ganz anders ist als der Film, oder weil man sein iPad nicht mit an den Strand nehmen will. Für solche Fälle haben wir hier ein paar Bücher zusammengestellt, die mindestens so gut sind wie die Filmversionen.

Der große Gatsby

Dieser Roman von F. Scott Fitzgerald wurde bereits sieben Mal verfilmt, einmal davon mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle. Die Story ist bekannt: Ein mysteriöser Millionär schmeißt eine wilde Party nach der anderen, um seine inzwischen verheiratete Jugendliebe zu beeindrucken – mit tragischem Ende.

Leo als Jay Gatsby ist super, aber Fitzgerald ist ein so wahnsinnig guter Stilist und Geschichtenerzähler, dass das Buch sich auch für die lohnt, die den Film schon kennen. Oder um es mit Gatsbys Worten zu sagen: "Can’t repeat the past?…Why of course you can!"

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Abbitte

"Abbitte" war dieser Film, in dem Keira Knightley in nasser Unterwäsche aus dem Brunnen steigt und dann ist zweiter Weltkrieg und alle sterben. Auch das ein guter Film, nur dass er vieles, was dem Buch von Ian McEwan Tiefe gibt, herauslassen muss, um nicht dreiteilig zu werden.

Das Buch kann sich dagegen die Zeit nehmen, die nötig ist, um die verhängnisvollen Geschehnisse aus mehreren Perspektiven zu beleuchten und Themen zu entwickeln, die im Film kaum angeschnitten werden. Eines der bedeutendsten Werke des 21. Jahrhunderts (BBC) und die Mühe immer wert.

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The Road

Der Film kann einen fertig machen, keine Frage: Die deprimierende, graubraune Welt der Postapokalypse; die verzweifelte Ausgangssituation des Vater-Sohn-Teams; die unglaublich grausamen Szenen, die einem nach dem Gucken noch für Tage im Gedächtnis bleiben.

Und doch kann kein Film so düster sein, wie das Bild, das Cormac McCarthy – der übrigens auch "No Country for Old Man" geschrieben hat – im Kopf des Lesers zeichnet. Wer wissen will, wie sich das Ende der Welt wirklich anfühlt, kommt um das Buch nicht herum.

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Uhrwerk Orange

1971 drehte Stanley Kubrick einen der einflussreichsten und gleichzeitig unangenehmsten Filme der Kino-Geschichte. In "Uhrwerk Orange" verbringen der Schüler Alex und seine Gang ihre Tage damit, Drogen zu nehmen, Obdachlose zu verprügeln und Frauen zu vergewaltigen. Als Alex schließlich im Gefängnis landet, wird er einer Gehirnwäsche unterzogen, die ihn zum angepassten Bürger machen soll. Berühmt ist der Film unter Anderem für die Art und Weise, wie die Protagonisten sich miteinander unterhalten – in einem zeitlosen Jugendslang nämlich, der Englisch und Russisch mischt, so dass der Freund ein "Droog" ist und das Mädchen eine "Dewotschka".

Der Roman von Anthony Burgess wird aus Alex’ Sicht erzählt und ist komplett in dieser Sprache verfasst, was schon mal extrem Spaß macht. Außerdem hat der Roman ein anderes Ende als der Film: Es lohnt sich also auch für Leute, die den Film schon kennen. Unser Tipp: beides reinziehen!

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Into the Wild

Jeder, der den Film gesehen hat, liebt ihn. Und ist ja auch ein guter Film. Nur eben hoffnungslos romantisch: Der junge, gut aussehende Christopher McCandless lässt sein materialistisches Leben hinter sich, reist durch ganz Amerika und schlägt sich schließlich in die Wildnis Alaskas, um dort unabhängig vom Rest der Welt in einem alten Schulbus zu hausen.

Wem der Film heilig ist, der sollte vom Buch die Finger lassen. Denn da kommt McCandless längst nicht so zweidimensional positiv rüber, sondern wirkt beizeiten arrogant, überheblich und halt, naja, unreif. Damit ist das Buch wahrscheinlich deutlich näher an der Wahrheit. Unterhaltsam ist es auf jeden Fall.

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Der Vorleser

Für die Verfilmung dieses wunderbaren Buches sind Kate Winslet und David Kross vor einigen Jahren zusammen in die Badewanne gestiegen. Und das hat sich gelohnt: Der Film war gut und ein wohlverdienter Erfolg.

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Aber der Roman von Bernhard Schlink ist trotzdem besser. Halb Love Story, halb Nazi-Geschichte wird dich das Ding auf der ersten Seite fesseln und bis zum Ende nicht mehr loslassen. Ein kluges, schweres Buch, das sich trotzdem sehr gut in der Badewanne lesen lässt.

Lolita

In "Lolita" verliebt sich ein erwachsener Mann in ein zwölfjähriges Mädchen. Er heiratet ihre Mutter und begibt sich mit seiner minderjährigen Geliebten auf einen nervenzerreißenden Roadtrip. Der Roman ist unendlich traurig und extrem lustig zugleich, er ist brutal, poetisch, emotional, spannend… er gehört zu den besten Roman, die je geschrieben wurden.

Der Stoff wurde schon einige Male verfilmt, jedoch kann kein Film dem Roman gerecht werden: Es ist einfach unmöglich, die verschiedenen, komplexen Perspektiven in eine einzige Kameraeinstellung zu bündeln. Und selbst der beste Regisseur kann den Bildern, die Nabokovs Beschreibungen in deinem Kopf auslösen werden, nichts entgegensetzen.

Wenn du nur ein Buch aus dieser Liste liest, nimm das hier.

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Alice im Wunderland

Johnny Depp hat in den letzten Jahren nicht gerade viele gute Filme gedreht. Eine Rolle, in der er aber im Gedächtnis geblieben ist, ist die des verrückten Hutmachers in Tim Burtons "Alice im Wunderland". Dieser Film, von dem im Mai diesen Jahres der zweite Teil erschienen ist, war nicht nur schön, sondern auch erfolgreich. Was er nicht war: eine treue Adaption von Lewis Carrolls Kinderbuch.

Schon allein darum lohnt es sich, die Originale zu lesen. Davon abgesehen handelt "Alice im Wunderland" von nichts, wenn nicht von der Fantasie. Umso wichtiger ist es, den Stoff als Grundlage für die eigene Vorstellungskraft zu nehmen, statt sich von Burton vorschreiben zu lassen, wie der Hutmacher, der Hase oder die Grinsekatze auszusehen haben.

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Und das ist ja auch der Reiz von Büchern allgemein: Diese Freiheit, sich die Welt vorzustellen, wie sie dir gefällt, ohne Rücksicht auf die Ideen des Regisseurs, die Power der Spezialeffekte oder das beschränkte Können der Schauspieler. Nur du, das Buch und vielleicht eine riesige Tafel Schokolade: Mehr braucht es nicht zum Glücklichsein.

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Sport

Beachvolleyball bei Olympia: Nerven die knappen Höschen?

09.08.2016, 14:03 · Aktualisiert: 09.08.2016, 14:58

Wir haben mal bei Beachvolleyballerinnen nachgefragt.

Solche Bilder vom Beachvolleyball bei Olympia war man bislang nicht gewöhnt: Die Spielerinnen aus Ägypten, Doaa Elghobashy und Nada Meawad, traten am Sonntagabend mit langer Hose und langärmligen Shirts gegen das deutsche Team an – wegen ihres muslimischen Glaubens. Ihnen gegenüber standen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst – traditionell im knappen Bikini.

Das Bild sorgte direkt für Diskussionen in den sozialen Netzwerken.