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Deswegen ist der Winter in Leipzig so schön

21.12.2016, 17:52 · Aktualisiert: 22.12.2016, 09:55

Wenn das Jahr zu Ende geht, leeren sich Leipzigs Straßen. Zehntausende Einwohner, vor allem die Studenten, fahren über die Feiertage nach Hause. Dabei hat Leipzig einiges im Winterprogramm!

Wir verraten euch, wo es im Winter besonders schön ist.

(Bild: Giphy)

Schlitten fahren am Fockeberg

Im Sommer finden hier Seifenkistenrennen und Wettläufe statt – im Winter kannst du den Schlitten mitnehmen. Rekordverdächtige 153 Meter ist der ehemalige Trümmerhaufen der Südvorstadt immerhin hoch. Das ist noch nicht ganz alpin, reicht aber für ein wunderschönes Panorama über die Heldenstadt. Todesmutige Großstädter wurden auch schon mit Fahrrädern gesehen, von der Benutzung von Fixies raten wir allerdings ab.

Für kleines Geld ins Ballett und in die Oper

Kulturtipp für Sparfüchse: Wer unter 28 ist, kommt besonders günstig ins Leipziger Opernhaus. Die Karten für zehn Euro sind schon allein wegen der tollen Architektur gut angelegt. Wegen der Vorführungen natürlich auch. Das Leipziger Ballett führt diesen Winter Tschaikowskis "Der Nussknacker" auf.

Endlich mal (wieder) Soljanka essen

Winterzeit ist Soljanka-Zeit! Viele, die zum Studium nach Ostdeutschland gekommen sind, finden den Eintopf eklig – doch die meisten Leipziger lieben ihn. Wenn du Soljanka noch nie probiert hast, ist jetzt die ideale Zeit, um das zu ändern. Denn im Winter ist der russische Klassiker in zahlreichen Restaurants zu finden. Außerdem ist der herzhafte Wursteintopf eine hervorragende Grundlage für lange Nächte. Wer mag, kann seine Soljanka inzwischen oft auch vegan bekommen. Besonders lecker ist es (allerdings mit Fleisch) in der Connstanze am Connewitzer Kreuz. Sagt mein westdeutscher Opa zumindest.

Kunst entdecken beim Rundgang in der Spinnerei

Am 14. Januar ist es wieder soweit: Die alte Baumwollspinnerei, Leipzigs Vorzeige-Kunstgelände, lädt zum traditionellen Rundgang. In den 20 alten Backsteingebäuden zeigen Ateliers, Galerien und Werkstätten, was sie zu bieten haben. Dazu gehören nicht nur millionenteure Bilder von Neo Rauch & Co., sondern auch viele kleine Kunstwerke und Handarbeiten. Wer früh da ist, findet viele schöne Tonwaren oder Grafiken für kleines Geld. Alle anderen genießen einfach die Atmosphäre des alten Industriegeländes.

In den alten Wartesälen einen Kaffee trinken

Leipzigs Hauptbahnhof ist eigentlich zu jeder Jahreszeit eine Attraktion. Vor Weihnachten ist er aber besonders schön. Denn dann wird das große Gebäude mit Tausenden Lichtern, Hunderten Tannenzweigen und echten Bäumen verziert. Im Inneren gibt es gleich zwei alte Wartesäle, in denen heute Kaffee und Kuchen serviert werden. In der Starbucksfiliale lässt sich die Jugendstil-Einrichtung mit großen Leuchtern und bunten Gläsern besonders schön beobachten. In der Buchhandlung in der anderen Halle gibt es zwar keinen Frappucino, dafür aber gute Lektüre im Überfluss.

Eislaufen am Völkerschlachtdenkmal

Es ist verboten. Streng verboten. Und wer sich nicht daran hält, muss im Zweifel selbst den Krankenwagen oder den Bademeister bezahlen. Der sollte allerdings eher nicht notwendig sein, denn das Becken ist nur knietief. Und deshalb eine der ersten Wasserflächen, die im Winter zufrieren. Wer sich doch nicht aufs Eis traut, genießt den Blick auf das verschneite Monster-Monument.

Mal nach Halle fahren

Könnte es eine bessere Jahreszeit geben, um Leipzigs hässlicher kleinen Schwester eine Besuch abzustatten? Eben. Der Weihnachtsmarkt ist zwar noch schlimmer (sie haben Boxautos und eine Schiffschaukel!), aber dafür hat Halle immerhin einen richtigen Fluss, an dessen grünen Ufer man super gut spazieren kann.

Was sich auch lohnt: zum Aufwärmen ins "Bewaffel dich" gehen. Aus irgendeinem Grund lieben wirklich alle Hallenser das Waffel-Café. Wer neue Freunde in Sachsen-Anhalt sucht, ist hier genau richtig. Wer Waffeln mag, auch.

Bonustipp: Kostenlosen Weihnachtsbaum abstauben

Wer über die Festtage in der Heldenstadt bleibt, kann sich übrigens über einen kostenlosen Baum freuen. Denn auf dem Weihnachtsmarkt werden die nicht mehr gebrauchten Tannen am 24. Dezember aussortiert und verschenkt. Ihr müsst nur schnell genug sein. Viel Spaß!

Wie ostdeutsch bist du? Unser Test verrät es dir:


Gerechtigkeit

Warum uns Routine hilft, den Anschlag in Berlin zu bewältigen

21.12.2016, 17:27

Es ist der erste Anschlag in Berlin, aber es ist nicht der erste, der uns traf. Wir entwickeln Routine im Umgang mit etwas, mit dem wir keine Routine haben sollten: dem Terror. Natürlich sind wir traurig und die Sinnlosigkeit, mit der zwölf Menschen sterben mussten, lässt sich niemals ertragen. Aber wir haben gelernt, mit dem Entsetzen umzugehen.

Als ich am Montagabend auf mein Handy schaute, las ich nicht zuerst die Eilmeldungen. Stattdessen erfuhr ich vom Anschlag an der Berliner Gedächtniskirche durch den Safety Check bei Facebook. Freunde hatten mich aufgefordert anzugeben, ob ich in Sicherheit bin.