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Trip

TripAdvisor löscht Vergewaltigungs-Vorwürfe

03.11.2017, 13:44 · Aktualisiert: 03.11.2017, 19:39

Jetzt musste sich die Reise-Plattform entschuldigen.

Auf dass bloß nichts den schönen Urlaubsschein trübe: Das Reise-Portal TripAdvisor soll jahrelang systematisch Nutzer-Meldungen gelöscht haben, die von sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen in mexikanischen Ferienhotels berichten.

Die Begründung der Zensur: Die Berichte seien nicht in "familienfreundlicher" Sprache geschrieben oder "off-topic", also für die Bewertung des Hotels nicht relevant. Die Zeitschrift "Milwaukee Journal Sentinel" hatte vergangene Woche zuerst über die Löschpraxis von TripAdvisor berichtet.

Jetzt gibt TripAdvisor zu: Ja, wir haben Vergewaltigungsvorwürfe gelöscht.

Um welche Fälle geht es?

Das "Milwaukee Journal Sentinel" berichtet von einem Beitrag über das Riviera Maya Hotel, bei dem ein Paar fragte, ob es gut sei. 55 Antworten gab es innerhalb weniger Tage, 24 Nutzer ermutigten das Paar und gaben positives Feedback, vier schrieben irrelevante Antworten. Und die 27 übrigen – wurden gelöscht.

Was darin stand, lässt sich nicht mehr sagen. Aber die Zeitung fand Nutzerinnen, die von Übergriffen berichteten – und dann gelöscht wurden.

  • Eine Frau schrieb detailliert, wie sie von einem Wachmann eines Hotels vergewaltigt wurde und die Hotelleitung sich weigerte, die Polizei zu rufen. Dann sei ihr Post als "nicht familienfreundlich" gesperrt worden.
  • Eine andere Frau berichtete, sie sei nach einem Drink an der Bar ohnmächtig geworden und wisse nicht, was dann mit ihr geschah. Auch ihr Bericht wurde von TripAdvisor gelöscht, "das ist für mich wie Zensur".

Der Verdacht: TripAdvisor lässt sich von Hotels bezahlen, um unliebsame Kritik auszublenden.

TripAdvisor hat mittlerweile reagiert – und ein Entschuldigungsschreiben veröffentlicht.

In dem Statement distanziert sich die Firma von der Behauptung, Geld für bessere Posts zu nehmen. Die Löschungen führt TripAdvisor stattdessen auf einen veralteten Algorithmus zurück: Wörter, die nicht "familienfreundlich" waren, wurden gefiltert und der Text gelöscht. Posts, die sexuelle Handlungen beschreiben, waren davon betroffen.

Schon vor sieben Jahren sei diese Richtlinie jedoch geändert worden – die Berichte zu den mexikanischen Hotels sind älter. "Längst werden viele ernstzunehmende Vorfälle auf unserer Plattform veröffentlicht", heißt es bei TripAdvisor.

Bei den Frauen, die von Übergriffen berichteten, entschuldigte sich das Unternehmen.


Grün

Riesenaktion: Initiative will zerstörte Regenwälder mit 73 Millionen Bäumen retten

03.11.2017, 13:00 · Aktualisiert: 07.11.2017, 08:33

Weltweit werden Wälder zerstört, weil Menschen Holz brauchen, Felder als Acker- und Weideflächen nutzen oder Straßen bauen wollen. Besonders tropische Regenwälder sind betroffen, dabei zählen sie zu den wichtigsten Kohlenstoff-Speichern. Allein der Amazonas-Regenwald absorbiert jährlich etwa zwei Milliarden Tonnen Kohlendioxid (CO2) und bremst damit den Klimawandel.

Die Rodung und Abholzungen dieser Wälder treiben Treibhausgasemissionen in die Höhe, bedrohen die Artenvielfalt und zerstören die Lebensräume von Menschen. (SPIEGEL ONLINE)

Dagegen will die US-amerikanische Wohltätigkeitsorganisation Conservation International nun mit einem Projekt vorgehen. Sie plant für die kommenden sechs Jahre die nach eigenen Angaben bislang größte tropische Wiederaufforstung der Welt. Das langfristige Ziel: eine Verlangsamung der Erderwärmung. Knapp 28.000 Hektar Wald sollen wieder aufgebaut werden. Sie waren zuvor in Weideflächen umgewandelt worden.