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10.08.2018, 16:22 · Aktualisiert: 13.08.2018, 11:25

3 Fragen, 3 Antworten

Die Ryanair-Piloten legen am Freitag auch in Deutschland die Arbeit nieder. Mit erheblichen Folgen für die Passagiere: Allein in Deutschland wurden rund 250 Flüge abgesagt, europaweit 400 Flüge. 55 000 Passagiere sind vom Streik betroffen. Aber welche Rechte haben Passagiere eigentlich bei einem Streik der Airline?

Welche Rechte haben Passagiere, wenn ihr Flug wegen eines Streiks der Airline ausfällt?

  • Wenn ein Flug gestrichen wird, egal aus welchem Grund, müssen Airlines den Passagieren eine alternative Beförderung zu ihrem Reiseziel oder nach Hause ermöglichen – zum Beispiel indem sie sie auf einen anderen Flug umbuchen oder – wenn möglich – auf Bus oder Bahn. So steht es in der Fluggastrechte-Verordnung der EU (hier als PDF).
  • Bei Flugausfall oder einer Verspätung von mehr als fünf Stunden, kann der Kunde auch sein Ticket zurückgeben und bekommt dann sein Geld zurück.
  • Airlines können ihren Kunden aber auch anbieten, sie kostenfrei auf alternative Termine umzubuchen oder die Ticketkosten zu erstatten – wie Ryanair es aktuell gemacht hat. (SPIEGEL ONLINE)

Wer zahlt, wenn Passagiere nach einem Flugausfall über Nacht stranden?

  • Nach der EU-Fluggastrechteverordnung muss sich die Airline oder der Reiseveranstalter um seine gestrandeten Kunden kümmern – unabhängig davon, ob das Unternehmen für die Verspätungen oder Ausfälle von Flügen verantwortlich ist oder nicht.
  • Verpflegung samt Getränken sollte gestellt werden, und wenn sich der Flug auf einen anderen Tag verschiebt, muss die Airline oder der Veranstalter die Hotelkosten tragen.

Als Fluggast auf jeden Fall alle Quittungen für Ausgaben, die wegen der Verspätung zustande kamen, aufbewahren: Taxi, Hotel, Essen, Trinken... (bento)

Hab ich als Passagier Anspruch auf Schadensersatz?

  • Eigentlich nicht: Wenn Piloten streiken, haben Reisende keinen Anspruch auf Entschädigung bei Ausfällen oder Verspätungen ihrer Flüge von mehr als drei Stunden. Denn laut einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) aus dem Jahr 2012 handelt es sich bei Streik um höhere Gewalt. Das gilt aber nur unter der Bedingung, dass die Fluggesellschaft alles unternimmt, was in ihrer Macht steht, um die Folgen des Streiks zu minimieren.
  • Es gab allerdings schon Ausnahmen: Der Europäische Gerichtshof entschied im April 2018, dass eine Airline bei einem "wilden Streik" nur unter zwei Bedingungen von der Erstattungspflicht befreit werden könne: Zum einen dürfe das Ereignis, das zu den Behinderungen führte, nicht Teil der normalen Betriebstätigkeit sein. Zum anderen dürfe es von der Airline nicht beherrschbar sein (Az.: C-195/17). (SPIEGEL ONLINE)
  • Aus der Urteilsbegründung leitet Reiserechtsexperte Paul Degott gegenüber SPIEGEL ONLINE ab, dass Entschädigungen für Passagiere eines regulären Streiks möglich sind, wenn es den Streikenden nicht nur um die Bezahlung, sondern auch um die Arbeitskonditionen insgesamt ging. Betrachte man die Gründe der Ryanair-Streikenden, "dann liegt das sehr nahe an dem, was der EuGH sagt", sagt Degott.

Mit Material von dpa


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