Bild: Helena Brinkmann

Trip

So hast du Spanien noch nie gesehen

28.01.2016, 10:39 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:26

Steig ins Auto und fahr los – aber mach dir vorher einen guten Plan.

Na gut, der Winter verabschiedet sich wirklich langsam. Trotzdem: Wärmere Temperaturen erinnern direkt an Sonne und Sommer. Und den solltest du in diesem Jahr unbedingt gut planen.

Wer sich so frei, wild, wandelbar und ungezähmt fühlt wie der Atlantik, der sollte sich unbedingt einen Trip entlang der spanischen Küste organisieren. Aber bucht euch bloß nicht in irgendein drittklassiges Hotel ein, um dann einen Fuffi pro Nacht zu bezahlen und die Wellen dann höchstens am Horizont zu erahnen.

Bessere Idee: großes Auto borgen, Matratze rein und ab an die Küste. Dort gibt es einen Haufen öffentlicher Strände mit kostenlosen Parkplätzen, oft mit Dusche und Klo.

Wir zeigen euch Plätze, die schöner sind als jedes Hotel der Welt.

San Sebastián

(Bild: Helena Brinkmann)

Formvollendet passt sich diese Stadt in die Landschaft ein, schmiegt ihre schönsten Anwesen an die bewaldeten, aufragenden Hügel rundherum, legt Ringe aus Hafen und Stränden um die Buchten.

Dekorativ liegt die Isla de Santa Clara in der größeren Bucht der Stadt. Von hier aus ist San Sebastián noch schöner. Die Dämmerung ist in der Altstadt die Hochzeit. Berge von Tapas, hier Pintxos genannt, Sangria und Wein bestechen auch die diszipliniertesten Gemüter. Die Straßen sind voller Menschen, die trinken und lamentieren. Kinder rennen auch nach elf Uhr noch spielend umher. Oh Deutschland, schneid dir doch nur ein Scheibchen ab von der spanischen Gelassenheit.

So kommst du auf einer Auto-Rundreise in Spanien klar

  • Immer einen Vorrat an Toilettenpapier dabei haben.
  • Genau wie eigene Müllbeutel – denn diese Plätze an den Küsten bleiben nur so schön, wenn alle ihren Kram wieder mitnehmen.
  • Picknickdecke, Geschirr und ein Minigaskocher ersetzen jede Küche.
  • Für die Strandduschen gilt: Kein Shampoo! Das landet sonst alles im Meer.
  • Niemals Lagerfeuer machen. Das könnte im schlimmsten Fall einen Flächenbrand bedeuten – und mit der wundervollen Natur ist es dann vorbei.
  • Und: Offiziell erlaubt ist das Campen direkt an der Küste nicht. Doch man wird geduldet, wenn man sich an diese Regeln hält – und nach zwei, drei Nächten weiterzieht.

Der Parkplatz für Auto oder Bulli liegt direkt an der Strandpromenade, öffentliche Toiletten und Strandduschen in 50 Metern Entfernung. Zwar ist es nachts nicht mucksmäuschenstill, aber weil der Platz eher am Stadtrand liegt, bekommt man vom Nachtleben wenig mit.

Elantxobe

(Bild: Helena Brinkmann)

Versteckt vor dem großen Tourismus, stecken geblieben in einer anderen Zeit: Der Fischerort Elantxobe klebt an der steilen Küste wie eine Muschelkolonie.

Das kleine Hafenbecken ist das Herz des Ortes, denn darin ist ein Schwimmbad gemauert – je nach Gezeiten nur für Schwimmer oder auch für Nichtschwimmer geeignet. Was für ein Juwel. 20 Schritte sind es bis zu der schummrigen Hafenkneipe, wo es kaltes Bier und Limonade gibt, wenn man es in der Hitze nicht mehr aushält.

(Bild: Helena Brinkmann)

Der Parkplatz liegt an der oberen Dorfstraße, hier gibt es einen breiten Grünstreifen mit Bäumen, Steinbänken und Atlantikblick. Toiletten und Duschen gibt es nicht. Hier ist tagsüber viel los, abends ist es sehr ruhig, es kommt nur stündlich der Bus vorbei.

Islares

(Bild: Helena Brinkmann)

Hier ist viel los. Es gibt Bars und Restaurants und einen Campingplatz mit Tauchmöglichkeit. Hier kann man schwimmen und angeln.

Doch die vielen Menschen haben auch allen Grund, hier zu sein: Die kleine Bucht unterhalb des Parkplatzes ist ein türkisgrünes großes Becken, eingefasst von hellen Felsen. Dahinter droht dunkel, wild und geheimnisvoll das Meer. Wenn die Ebbe das Wasser mit sich nimmt, kann man von hier aus über den feinen Sand quer durch die große Bucht zur gegenüberliegenden Küste laufen. Aber Vorsicht: Wenn die Flut kommt, ist der Weg zurück dreimal so lang.

Der Parkplatz liegt ganz am Ende der kleinen Straße, die von der Schnellstraße abgeht. Es gibt Duschen an dem Strand zum Landesinneren, in den Restaurants und Bars darf man die Toiletten benutzen wenn man freundlich fragt oder einen Kaffee trinkt.

Picos de Europa

(Bild: Helena Brinkmann)

Klar, das hier sind Berge. Das ist nicht die Küste. Aber weil es so nah am Atlantik liegt, muss man dieses Minigebirge einfach mitnehmen. Hier geht es auf den Campingplatz. Zum Beispiel auf den in Arenas de Cabrales. Von dort kann man zu Fuß los, ab auf den Berg. Oder per Auto noch ein kleines Stück weiter auf einen Wanderparkplatz.

Die Picos de Europa sind eng, hoch und üppig. Wie die Alpen, nur zusammengeschoben und erhitzt. Mit eiskalten Flüssen, Gämsen, uralten Steindörfchen, engen Pfaden, gerölligen Hängen und seltsamen Pflanzen.

Der Campingplatz und die Sanitäranlagen sind gut. In der Nähe fließt ein eisblauer Fluss. Bestellt in der Bar den weißen Hauswein – ihr werdet dabei bleiben.

Playa de Cueva del Mar

(Bild: Helena Brinkmann)

Das hier ist so ein Strand, an dem man garantiert einen zauberhaften Sternenhimmel sieht. Felsen umfassen die Bucht, man kann mit dem Auto direkt bis an den Kiesstrand fahren.

Tagsüber schwimmen die Einheimischen hier, abends ist nicht mehr viel los. Außer vielleicht in der kleinen und wirklich außerordentlich geschmackvollen Strandbar, die aber gute 200 Meter vom Stellplatz entfernt liegt. In den Felsen sind Ruinen zu finden: Hier müssen mal Behausungen gewesen sein. Kein Wunder – was für ein paradiesischer Ort.

Direkt am Wasser liegt ein Kiesplatz, Strandduschen an der Strandbar und Toiletten der Bar können benutzt werden, solange sie geöffnet ist.

Playa dos Castros

(Bild: Helena Brinkmann)

Ja, auch im Sommer ist das Wetter am Atlantik unberechenbar. Aber auch wenn mal keine Badetemperaturen sind, ist die Küste wunderschön. An diesem Abschnitt staken Felsen in den Ozean, Muscheln und Algen machen sie zu weitläufigen Miniaturgärten.

Bei Ebbe entblößt der Atlantik den allerfeinsten Sand und Höhlen, durch die man von einem Strand zum nächsten Laufen kann.

Der Stellplatz liegt direkt am Atlantik, oberhalb vom Strand. Über eine Treppe kommt man zu den weiter unten gelegenen Toiletten und Strandduschen.

A Coruna

(Bild: Helena Brinkmann)

Diese Stadt liegt auf einer Landzunge, an deren Zungenspitze ein begehbarer Leuchtturm in weiten Grünflächen steht. Erst von dort oben versteht man die Lage der Stadt so richtig. In den Straßen buhlen Tapasbars und Weinlokale um die Aufmerksamkeit. Es gibt wundervoll verschnörkelte Straßenlaternen und hohe Steingebäude. Stadtstrände und Fischerhäfen wechseln sich ab. Hier befindet sich auch eine Tauchbasis mit guten Tarifen.

(Bild: Helena Brinkmann)

Der Parkplatz liegt zwischen der Stadt und dem Leuchtturm. Hier campieren viele Wohnmobile. Es gibt ein paar Dixitoiletten und an dem nächsten, etwa 300 Meter gelegenen Stadtstrand, auch richtige Toiletten und Strandduschen.

Costa da Morte

(Bild: Helena Brinkmann)

Ihr seid erst wirklich am Ziel, wenn ihr an der Costa da Morte angekommen seid. An der Küste liegt der feinste Sand ganz Europas. Karibische Verhältnisse – solange das Wetter hält. Weil die Küste so lang ist und es viele schöne, versteckte Übernachtungsplätze gibt, sind die Strandparkplätze in den verschlafenen Dörfern recht leer.

Lange Streifzüge am Strand entlang oder hinauf in die hügelige Landschaft, Sonnenuntergänge, vielleicht sogar eine Nacht am Strand direkt unter dem Sternenhimmel. Das geht hier alles.

Der Platz bei Mallou liegt direkt am Strand zwischen Schilf und Dorf, es gibt keine Toilette aber eine Stranddusche.

Mehr gegen Fernweh