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Trip

Reisetipps: Fünf Städte in Europa, die besser sind als die Hauptstädte

05.03.2017, 12:00 · Aktualisiert: 11.03.2017, 16:20

Von Paris über London, Rom und Stockholm bis Prag – du hast schon alle europäischen Hauptstädte durch? Herzlichen Glückwunsch! Aber: Das Beste hast du verpasst. Denn in vielen Ländern Europas ist gar nicht die Hauptstadt das schönste Reiseziel, sondern eine andere Stadt. Die bento-Redaktion hat ein paar Lieblingsstädte gesammelt.

Sophia: Lyon statt Paris

(Bild: bento)

Warum?

Als mein Dozent damals in der Sprachschule fragte, ob wir Paris oder Lyon schöner fänden, wusste ich keine Antwort. Heute würde ich sofort rufen: Lyon! Warum? Weil die Stadt im Südosten Frankreichs entspannter ist als Paris. Weil dort weniger Touristen fotografierend ineinander laufen. Und weil man in Lyon echtes Laisser-faire erleben kann, egal ob in einem Restaurant in der Altstadt "Vieux Lyon" oder bei einem Picknick am Fluss. In Lyon macht man noch Urlaub unter Franzosen.

Am besten fährt man im Juni oder Juli hin. Dann finden die "Nuits de fourvière" statt, Konzert- und Theaternächte in einem wunderschönen Theater aus der Römerzeit. Ende Juni beginnt außerdem das Event "Tout l'monde dehors!" (“Alle Welt nach draußen!”): So gut wie jeden Abend gibt es eine kostenlose Veranstaltung – von Open-Air-Kino bis Tanzkurs, von Konzert bis Straßenfest. Auch schön: der riesige Park Tête d'Or und das Museum im Haus der Brüder Lumière.

Wie komme ich hin?

Lyon hat zwar einen Flughafen, meist muss man auf dem Weg dorthin aber umsteigen. Alternativ kann man mit dem TGV fahren, ab Karlsruhe gibt es Direktverbindungen.

Wo wohne ich?

Entweder man sucht sich bei Airbnb eine Wohnung in der Altstadt. Oder man mietet sich in einem der vielen guten Hostels ein, zum Beispiel im SLO Living Hostel. Dort gibt es einen gemütlichen Innenhof und leckeres französisches Frühstück.


Jan: Antwerpen statt Brüssel

(Bild: Pixabay/juulzgrand)

Warum?

Als ich für eine Fernbeziehung regelmäßig nach Brüssel reiste, kannte ich bald jeden Stein in der belgischen Hauptstadt. Nicht wenige davon waren Betonklötze. Zum Glück ist Belgien nicht allzu groß und man kommt bequem und schnell auch in andere Städte. Antwerpen ist die spannendste und wahrscheinlich schönste davon. Die Stadt verbindet Hipster-Chic mit mittelalterlicher Gemütlichkeit und ist bunter als das businessgeprägte Brüssel.

Am besten fährt man im Frühjahr oder Sommer hin. Andernfalls kann es in der Hafenstadt schnell kalt und stürmisch sein. Im August gibt es neben dem Rubens Market mit mittelalterlichen Ständen, viel belgischem Bier und Fritten auch noch ein langes CSD-Wochenende, bei dem die Stadt zeigt, wie feierfreudig und weltoffen sie ist. Im Rahmen des "Zomer van Antwerp" finden bis zum Herbst zahlreiche Märkte und Konzerte statt.

Den besten Kaffee gibt es bei Normo, Vintage-Fans sollten auf jeden Fall in die Schuttershofstraat oder die Nationalestraat. Die vielen kleinen Designerläden gehören oft ehemaligen Kunststudenten und in den Cafés gibt es neben Craft Beer auch zahlreiche Mitbringsel und handgeschöpfte belgische Schokolade.

Wie komme ich hin?

Am einfachsten kommt man mit der Bahn nach Antwerpen. Bis Brüssel fliegt aus vielen deutschen Städten auch Billigflieger, von dort aus sind es dann gerade einmal 40 bis 50 Minuten Zugfahrt bis nach Antwerpen.

Wo wohne ich?

Obwohl Antwerpen die zweitgrößte Stadt des Landes ist, gibt es nicht besonders viele Hostels. Das ASH (Antwerp Student Hostel) bietet aber zum Beispiel moderne Ausstattung zu fairen Preisen. Noch besser: Per Airbnb oder Couchsurfing in der Altstadt unterkommen und Belgien zusammen mit netten Einheimischen entdecken.

Du brauchst noch mehr Inspiration? Hier findest du unsere Dos und Don'ts für Städtetrips zum Durchklicken:

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Gesa: Newcastle statt London

(Bild: imago / Chris Hepburn)

Warum?

Newcastle ist das Köln Großbritanniens. Es gibt einen traditionsreichen, mal mehr, mal weniger passablen Fußballclub (Newcastle United). Es gibt Bier, was nicht jedem schmeckt, aber spätestens nach dem zweiten Pint runter geht wie Wasser (Newcastle Brown Ale). Es gibt einen sehr charmanten Dialekt, den die Geordies, wie sie sich da oben nennen, selbst am schönsten finden. Es gibt eine tief verankerte Musikkultur (Newcastle ist der Geburtsort von Sting). Und es gibt einen ordentlichen Fluss (den Tyne), der das Stadtbild bestimmt.

Am wichtigsten aber ist ähnlich wie in Köln: das Gefühl. Die Menschen in Newcastle sind freundlich, gesellig, bodenständig und wenn es was zu feiern gibt, dann knallt es auch mal und wird laut. Es ist nicht aufgeräumt in dieser Stadt im Nordosten Englands. Aber es ist saugemütlich und niemals langweilig.

Den ersten Tag in Newcastle verbringt man am besten so: Über die Gateshead Millennium Bridge, die aussieht wie ein blinkendes Auge, zum BALTIC, dem Centre for Contemporary Art. Das Museum in einem alten Getreide-Speicher steht der Tate Modern in London in wenig nach – es gibt Performances, Installationen und immer wieder moderne Kunst von großen britischen und internationalen Künstlern. Das Beste: die Aussichtsplattform mit Restaurant, von dort hat man die komplette Stadt mit ihren Türmchen, Brücken und Schluchten im Blick. Danach zurück über die Brücke und ab ins Pub.

Wie komme ich hin?

Von manchen Städten wie Düsseldorf kann man innerhalb von 1,5 Stunden nonstop nach Newcastle fliegen. Wer an anderen Orten startet, muss meist in London einmal umsteigen.

Wo wohne ich?

Airbnb oder Couchsurfing funktionieren immer, Newcastle ist eine Studentenstadt. Wer es ein bisschen uriger mag: Bed & Breakfasts sind eine schöne Alternative und kosten meist unter 100 Pfund pro Nacht.


Sophia: Utrecht statt Amsterdam

(Bild: Pixabay/JannGW)

Warum?

Utrecht ist mit dem Zug nur eine halbe Stunde von Amsterdam entfernt und trotzdem eine andere Welt. Die Grachten sind schmaler als in der Hauptstadt, dadurch wirkt das verwinkelte Stadtzentrum heimeliger, gemütlicher. Außerdem trifft man in den Gassen nicht ständig auf Horden von Sex- oder Drogentouristen. Ja, auch in Utrecht gibt es ein Rotlichtviertel, aber das liegt (anders als in Amsterdam) nicht mitten im Zentrum, sondern zu einem großen Teil in Hausbooten auf dem Fluss Vecht. Und ja, auch Utrecht hat Coffeeshops, vor denen bilden sich aber keine langen Schlangen, sie sind einfach ganz selbstverständlich Teil der Stadt.

Utrecht kann man zu jeder Jahreszeit besuchen. Falls es regnet, setzt man sich einfach in eines der vielen Cafés in der Altstadt. Egal ob neben dem Domtoren oder entlang der Grachten: Schaut man aus dem Fenster, blickt man entweder auf Wasser, Bäume oder ein typisches Holland-Häuschen! Abends zieht man weiter ins Beers & Barrels direkt an der Oudegracht. Wer früh dran ist, kann einen sogenannten Tab Table buchen. Dort zapft man sein Bier selbst und zahlt pro Kilogramm.

Wie komme ich hin?

Utrecht ist ein Verkehrsknoten und deshalb mit Auto und Bahn gut zu erreichen. Amsterdam mit dem Flughafen Schiphol erreicht man mit dem Zug in einer halben Stunde.

Wo wohne ich?

Utrecht ist zwar klein, trotzdem gibt es viele Airbnb-Wohnungen. So bekommt man für wenig Geld einen Schlafplatz mitten im Zentrum.


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Gesa: Bologna statt Rom

(Bild: Pixabay/DEZALB)

Warum?

In Bologna enden die Nächte nie. Spätestens ab 17 Uhr gibt es den Aperitivo, den Drink vor dem Abendessen. Danach stehen die Menschen in den Gassen und schwatzen. Ab und zu tritt man einen Schritt zur Seite, um einen der bedrohlichen Hunden vorbeizulassen, deren tätowierte Herrchen Bier aus Plastikbechern trinken. Bologna ist immer noch ein bisschen so wie Pete Doherty 2011. Cool und sich dessen nur bedingt bewusst, ein bisschen durch, aber eben doch mit einer ganzen Menge Talent.

In Bologna gibt es viele tolle Clubs, in denen vor allem Indie gespielt wird. Wer sich zwischendurch erholen muss, setzt sich einfach mit einem Lambrusco auf die Piazza Santo Stefano. Und wenn dann am Ende der Nacht die Sonne aufgeht und die Stadt blutorangegold schimmert, dann gibt es nichts Besseres, als eine letzte Zigarette auf den Treppen des Klosters in den Bergen zu rauchen.

Gut für den Kater: In Bologna beginnt der Tag spät, auch in der Uni, angeblich der ältesten Europas. Die ist absolut sehenswert – in der ganzen Stadt gibt es Fakultäten und Bibliotheken, die so eindrucksvoll sind, dass man das Gefühl bekommt, durch sein altes Lateinbuch zu spazieren.

Besonders gut kann man in Bologna Spaghetti essen, logisch. Wer Hackfleischsoße will, muss hier aber "al ragu" bestellen. Auch sonst kann man sich in der "fetten Stadt", wie die Italiener Bologna nennen, sehr gut den Bauch vollschlagen. Egal ob im Vorbeigehen beim Pizza-Imbiss unter den Due Torri, dem Wahrzeichen der Stadt, oder in der Osteria dell'Orsa in der Innenstadt.

Wie komme ich hin?

Von Köln/Bonn gibt es Billigflüge nach Bologna, man kann aber auch nach Rimini fliegen und von dort fahren. Oder man nimmt gleich den Zug, über Mailand kommt man bis nach Bologna.

Wo wohne ich?

Die italienischste Erfahrung: Sich im "Doppia" einmieten, also in einem Doppelzimmer von Studenten. Ist billiger, aber eben auch wesentlich weniger privat. Ansonsten die üblichen Verdächtigen: Airbnb, Couchsurfing.


Du hast dich für eine Stadt entschieden? Mit unserem Quiz findest du heraus, wo du übernachten solltest – im Hotel, auf dem Campingplatz oder doch auf einer fremden Couch?


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Wie Joko und Klaas die Macher der Goldenen Kamera verarschten

05.03.2017, 11:11 · Aktualisiert: 05.03.2017, 12:16

Und dann kam Ryan Gosling.

Es soll einfach nicht sein mit den Preisen für "La La Land": Erst wird dem Hollywood-Streifen der Oscar für den besten Film wieder weggenommen (bento). Gestern wurde ihm dann die Goldene Kamera als "Bester Film International" verliehen (immerhin!), nur: Hauptdarsteller Ryan Gosling widmete den Preis in seiner Dankesrede – Joko und Klaas.

Wait, what!?