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Reise nach Jerusalem!

16.09.2017, 17:27 · Aktualisiert: 18.09.2017, 08:55

Nein, nicht das Spiel.

Jerusalem. Eine Stadt, die mit ihrer Jahrtausende alten Geschichte und ihren kulturell-religiösen Hintergründen einzigartig ist und viele Pilger und Kulturliebhaber anlockt. Doch auch jeder andere Tourist wird von der Stadt der Gegensätze nicht enttäuscht. 

Eine Reise nach Jerusalem sollte gut geplant sein: Nicht nur, weil die Atmosphäre in der Stadt und im Rest des Landes wegen des israelisch-palästinensischen Konfliktes immer wieder politisch aufgeladen und angespannt ist. 

Auch, weil gerade deutsche Touristen auf israelischem Boden ein Stück der Geschichte ihres eigenen Landes näher kennenlernen werden – in Israel leben viele Juden, die zur Zeit der Judenverfolgung im "Dritten Reich" in das Land flohen.

Diese Dos und Dont's sind deine Grundlage – beachte sie, während du nach Jerusalem reist und dich noch intensiver mit der Region am Mittelmeer auseinandersetzt.

(Bild: Anna Karolina Stock)

Erkunde die Altstadt!

Sie ist zwar nur etwa einen Quadratkilometer groß. Dafür konzentrieren sich in der Altstadt sämtliche Heiligtümer und Sehenswürdigkeiten der Stadt: Klagemauer, Grabeskirche, Via Dolorosa, Tempelberg, Jaffa Tor und viele mehr.

Die Altstadt ist in vier Viertel aufgeteilt: jüdisch, christlich, armenisch, muslimisch. Möchte man die heiligen Stätten der verschiedenen Religionen genauer betrachten, sollte man mindestens einen ganzen Tag in der Altstadt verbringen. Dabei sollte auf angemessene Kleidung geachtet werden: Schultern, Dekolleté und Knie bedecken!

Wohin geht deine nächste Reise? Lass dich inspirieren:

Deck dich mit Gewürzen ein!

(Bild: Anna Karolina Stock)

Kardamon, Kreuzkümmel, frischer Pfeffer, Paprika in allen Schärfegraden, Anis, Lorbeer und Zimt sind auf jedem israelischen Markt zu finden und sorgen in ihrer Kombination für ein Feuerwerk der Gerüche.

Auch die riesige Auswahl an Trockenfrüchten und Nüssen löst gerade bei Veganern Freude aus. Jerusalems bekanntester Markt ist der jüdische Mahane Yehuda Markt in der Neustadt.

Schon seit über 100 Jahren bieten rund 250 Händler ihre Waren an. Die arabischen Jerusalemer hingegen bevorzugen den Suq in der Altstadt, der sich über das muslimische und christliche Viertel erstreckt. Überall heißt es: Handeln erlaubt.

(Bild: Anna Karolina Stock)

Feiere den Schabbat!

Donnerstags und freitagvormittags erledigt jeder gläubige Jude seine Einkäufe für den Schabatt (deutsch: Ruhetag, Ruhepause; vom hebräischen Wort "schabat" = aufhören, ruhen) auf dem Mahane Yehuda Markt.

Der Schabbat ist einer der wichtigsten Feiertage im Judentum, an dem keine Arbeit verrichtet wird. Der Tag beginnt mit Sonnenuntergang des vorangehenden Tages, er dauert damit von Freitagabend bis Samstagabend.

Zu jeder Schabbatmahlzeit gehört traditionell das Berches (auch Challa genannt) ein geflochtenes Hefebrot. Warme Speisen müssen vorgekocht und warmgehalten werden. Egal, ob ultraorthodox oder kaum gläubig, fast alle jüdischen Israelis kommen am Freitagabend zum Familienessen zusammen.

(Bild: Anna Karolina Stock)

Iss Hummus!

Die Kichererbsencreme mit Sesampaste ist in Israel kulinarisches Kulturgut. Es gibt sie in jedem Restaurant und in verschiedensten Variationen.

Jede Familie hat ihr eigenes Rezept: Die einen verwenden mehr Sesampaste, die anderen weniger und dafür mehr Gewürze. Manche Israelis verzehren Hummus kalt, andere bevorzugen es lauwarm.

In den Nachbarländern Palästina, Ägypten, Syrien und im Libanon gehört Hummus ebenfalls zu den Nationalspeisen. Seit jeher herrscht Uneinigkeit darüber, in welchem Land die Kichererbsenpaste eigentlich ihren Ursprung hat. 

(Bild: Anna Karolina Stock)

Beobachte das Leben auf der Straße!

Sie alle gehören zu dieser Stadt: ultraorthodoxe Juden in schwarzen Gewändern, hispanische und russische Reisegruppen auf religiöser Pilgerfahrt, Frauen in Militärkleidung, Musiker, Bettler. 

Jeder Besucher sollte das Getümmel auf Jerusalems Straßen einmal beobachten und die vielen Gegensätze auf sich wirken lassen, die hier nebeneinander existieren

(Bild: Anna Karolina Stock)

Bade im Toten Meer!

Im Wasser sein – und oben bleiben, auch wenn man sich nicht bewegt. Das kann nur das Tote Meer.

Von der zentralen Bushaltestelle in Jerusalem fährt unter anderem der Egged Bus ans Tote Meer. Die nördliche Spitze erreicht man bereits nach einer Stunde.

(Bild: Anna Karolina Stock)

Mach bei der Einreise lieber kein Theater.

Dass die Reise nach Israel spezieller ist als in andere Länder, merkt man oft noch vor der Gepäckaufgabe am Heimatflughafen. 

Denn schon dort sind die Sicherheitsvorkehrungen schärfer und dauern länger. Vor dem Einchecken muss man sich einer genaueren Befragung unterziehen und das Handgepäck untersuchen lassen. 

Dafür sollte immer etwas mehr Zeit als gewöhnlich einkalkuliert werden. Besonders von Alleinreisenden wollen die israelischen Sicherheitsbeamten wissen, wieso sie ins Heilige Land reisen. 

Mein Tipp: locker bleiben und sachlich auf Fragen antworten. Patzige oder lustig gemeinte Kommentare sollten lieber vermieden werden, wenn man nicht Gefahr laufen will, wieder nach Hause geschickt zu werden. 

(Bild: Anna Karolina Stock)

Störe die Gläubigen nicht beim Gebet.

Grundsätzlich sind die Jerusalemer an Touristen gewöhnt. Selbst an religiösen Orten wie der Klagemauer gehört Fotografieren und Filmen mittlerweile dazu – außer am Schabbat.

Dann herrscht an der Klagemauer striktes Fotoverbot, da die gläubigen Israelis an diesem Tag nicht in ihrem Gebet gestört werden wollen. Wer sich nicht daran hält, kassiert im besten Fall böse Blicke. Im schlimmsten wird der unangemessenen Knipserei auf eine harte, handgreifliche Tour ein Ende bereitet. 

(Bild: Anna Karolina Stock)

Verwechsle Israel nicht mit Indien.

Israel liegt ja irgendwo da drüben im Osten, neben Ägypten, Jordanien und dem Libanon – ergo: Israel muss günstig sein. Schön wär's!

Doch die Städte in Israel sind weder günstig zum Leben noch zum Reisen. Einheimische kämpfen mit überdurchschnittlichen Lebenshaltungskosten, hohen Immobilienpreisen und Mieten. 

Touristen staunen immer wieder über die gehobenen Preise für Unterkünfte und Essen. Eine Nacht im 3-Sterne-Hotel kostet etwa 150 Euro und für ein Bett im Hostel zahlt man immer noch um die 50 Euro. 

(Bild: Anna Karolina Stock)

Vergiss nicht, wer David Ben-Gurion war.

Ben-Gurion-Universität, Ben-Gurion-Haus, Ben-Gurion-Statuen – selbst am Flughafen von Tel Aviv prangt dieser Name in großen Lettern am Terminalgebäude.

Ben-Gurion war der Gründervater des heutigen Israels. Mit der Verkündung der israelischen Unabhängigkeit im Mai 1948 rief der zionistisch-sozialistisch orientierte Ben-Gurion den modernen Staat Israel aus und war auch sein erster Ministerpräsident. Das Times Magazine listete ihn sogar als eine der wichtigsten Personen des 20. Jahrhunderts.

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