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So erlebst du den besten Urlaub in der Dominikanischen Republik

28.02.2016, 09:57 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:27

Mit weißen Stränden, frischem Obst und waghalsigen Motorradfahrten.

Wir sitzen im Flugzeug von New Jersey Richtung Punta Cana, dem östlichsten Punkt der Dominikanischen Republik. Bekannt ist er für seine Strände, Palmen und für zahlreiche Touristenresorts.

In der Reihe hinter uns unterhält sich eine Amerikanerin mit ihrer Sitznachbarin. Sie habe Horrorgeschichten gehört, die All-Inclusive-Resorts solle man am besten nicht verlassen, das sei viel zu gefährlich.

Wir trauen uns trotzdem, die Touristenhochburgen hinter uns zu lassen und stürzen uns in das einheimische Leben. Und siehe da: Mut lohnt sich!

Mit diesen sieben Tipps erlebst du die Insel richtig:

(Bild: Sanra Cohen-Rose and Colin Rose / cc by-sa)

1. Keine Angst vor abenteuerlichen Bussen

Die gängigen öffentlichen Transportmittel in der Dominikanischen Republik sind anders als alles, was man aus Deutschland kennt. Will man die überteuerten Taxis am Flughafen vermeiden, gibt es erst mal nur einen Weg: das Guagua.

Guaguas sind klapprige Kleinbusse, bei denen die Schiebetür fehlt. Es gibt einen Fahrer und einen "Schreier", der sich aus der offenen Tür lehnt und den Menschen auf der Straße zuruft, wohin das Guagua fährt. Wer mit will, winkt oder schreit zurück.

Innen quetscht man sich auf viel zu enge Sitzreihen, die nackten Beine kleben schnell am Plastik. Eins darf man hier nicht haben: Angst vor Körperkontakt. Auf unserer Fahrt werden uns Kinder, ein Kartoffelsack und ein Fernseher auf den Schoß gesetzt.

(Bild: Favoriteplaces)

2. Wage eine Fahrt auf einem Moto

Für kürzere Strecken sind Motorrad-Taxis, die "Motos", eine günstige und flexible Alternative. Gefahren wird ohne Helm, dafür in Flip Flops. Zwei Mitfahrer sind für die Moto-Fahrer kein Problem. Gepäck, Kinder und Babys werden einfach zwischen die Mitfahrer geklemmt.

Mit jeder Bodenwelle rutscht man seinem Hintermann ein wenig mehr auf den Schoß. Nach anfänglicher Skepsis fühlen wir uns nach einigen Tagen Übung auf dem Moto-Taxi ziemlich wohl.

Unsere Feuertaufe: Zu dritt auf dem Bike, in jeder Hand eine voll gestopfte Einkaufstüte für den Grillabend und unterm Arm eine Wassermelone für den Nachtisch. Wie die Profis.

(Bild: Favoriteplaces)

3. Versuch Platano-Pommes, Fisch aus dem Meer und ganz viel frisches Obst

Typischerweise isst man in der Dominikanische Republik in sogenannten "comedores". Das sind einfache Terrassen oder kleine Räume mit Holzstühlen, ohne Karte. Die Auswahl ist klein, das Essen lecker. Im Schatten lässt sich gut eine kleine Siesta einlegen. Auf dem Weg zum Klo muss man schon mal ein paar Hühner verscheuchen.

Wer auf weiße Tischdecken verzichten kann und sich auch mit Plastikstühlen zufrieden gibt, kann in der Dominikanischen Republik ebenso günstig und gut Fisch essen. Im Luis’ Fisch Restaurant zum Beispiel, etwa 15 Moto-Minuten außerhalb von Las Terrenas, im Norden der Insel.

Das Restaurant besteht aus einer Holzhütte mit Grill und liegt direkt am Traumstrand der Playa Coson. Unter den Palmen stehen bunte, wild zusammengewürfelte Tische und Stühle.

Meeresfrüchte und ganze Fische werden über dem Holz gegrillt, dazu gibt es Platano-Pommes aus Kochbananen, etwas Salat, Reis und eine typische braune Bohnen-Sauce. Auch nicht schlecht: Beim Essen kann man die Füße im Sand vergraben.

Was muss ich sonst noch über die Insel wissen?

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4. Komm mit Einheimischen ins Gespräch

Wir treffen überall hilfsbereite und lustige Dominikaner. Bestes Beispiel: Auf unserem Weg in den Norden der Insel stranden wir irgendwo im Nirgendwo in einem kleinen Dorf. Eigentlich wollten wir von hier mit einem Bus weiterfahren. Wir sehen aber keinen Bus.

Dafür stürzen sich mehrere Moto-Fahrer auf uns und versuchen uns zu überzeugen, dass wir mit ihnen als Taxi am besten ans Ziel kommen.

Ein wenig verunsichert wenden wir uns an eine Frau auf der Straße. Sie klärt uns auf: Die Bushaltestelle, die wir suchen, ist noch einige Kilometer entfernt. Mit Blick auf unsere Rucksäcke rät sie uns zum Moto. Sie pfeift zwei Fahrer ran, erklärt ihnen, wohin wir wollen und dass wir auf keinen Fall mehr als 200 Pesos (etwa 4 Euro) zahlen werden.

Sie dreht sich uns zu und sagt: "Bei ihnen seid ihr sicher, vertraut mir, ich bin Christin."

An einem anderen Tag sind wir auf dem Weg zum Strand. Da braust ein grüner Pickup an uns vorbei, macht eine Vollbremsung und fährt im Rückwärtsgang zurück zu uns.

Wir sitzen völlig verwirrt in einer Staubwolke. Durch den Staub strahlen uns vier einheimische Jungs an und singen in gebrochenem Englisch, dafür aber umso lauter, Joe Cocker’s "You are so beautiful".

5. Besuch weiße Strände und grüne Berge. Du hast sie ganz für dich allein

Die Dominikanische Republik ist nicht als Surf-Hochburg bekannt. Zum Üben reichen die Wellen aber auf jeden Fall.

Einen kleinen Fußmarsch oder eine kurze Moto-Fahrt entfernt, findet man schnell Bilderbuch-Strände: Glasklares Wasser, weißer Sand und die obligatorisch schiefe Palme. Und kein anderer Mensch, soweit das Auge reicht.

Auf dem Weg von Santo Domingo in den Norden der Insel lernen wir die weniger bekannte Seite des Landes kennen: eine mit dichtem Wald überzogene Berglandschaft.

Unser Bus schlängelt sich auf einer neuen Straße durch das saftige Grün, ein paar Kühe stehen am Straßenrand. Einige Berge hier sind sogar höher als die Zugspitze.

6. Feilsche mit jedem um so ziemlich alles

Laut dem CIA World Factbook leben mehr als 40 Prozent der Dominikaner unterhalb der Armutsgrenze. Da kann man ihnen kaum verübeln, dass sie Touristen gerne mal ein wenig mehr bezahlen lassen.

Doch manchmal wird es ganz schön absurd: Als wir an einem warmen Vormittag zu einem Wasserfall wandern wollen, halten uns ein paar Touristenführer am Start des Wanderweges auf. Das Gelände sei viel zu unwegsam, den reißenden Fluss können man nur mit dem Pferd durchqueren – für eine ordentliche Summe. Wir versuchen unser Glück beim Feilschen:

  • Schritt 1: Alles an Spanisch rausholen, was in uns steckt. Zeigen, dass wir wissen, was ein üblicher Preis ist. Dabei Witz und Charme spielen lassen.
  • Schritt 2: Felsenfest behaupten, wir hätten nur einen bestimmten (natürlich niedrigen) Betrag dabei.
  • Schritt 3: Die Walk-Away-Strategie. Sie führt normalerweise zum günstigen Preis.

Ganz so gut klappt es dieses Mal leider nicht. Immerhin ohne Pferd, aber mit Guide, laufen wir etwa 20 Minuten später los. Spätestens als wir durch das etwa knöchelhohe Flüsschen waten, müssen wir uns eingestehen: Das hätten wir auch ohne Guide geschafft.

(Bild: Favoriteplaces)

7. No stress!

Wichtig für einen Urlaub in diesem Land ist vor allem eines: sich Zeit zu nehmen. Denn Busfahrer tauschen gerne an Kreuzungen den neusten Klatsch und Tratsch aus und Kellner lassen auch schon mal ein paar Minuten auf sich warten.

All diese Eindrücke fernab der All-Inclusive-Welt haben uns gezeigt, dass die Bezeichnung "Dom Rep" die Schönheit und Vielseitigkeit der Insel ebenso wenig widerspiegelt, wie der Name Malle für Mallorca.

Dehalb haben wir uns fest vorgenommen, den Namen des Landes wieder richtig auszusprechen: Do-mi-ni-ka-ni-sche Re-pu-blik. Denn so viel Zeit muss sein.

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