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28.07.2016, 08:23 · Aktualisiert: 28.07.2016, 15:00

10 Länder, 16 Tage, 7500 Kilometer

10 Länder, 16 Tage, 7500 Kilometer, ein alter VW-Bus und zwei Menschen, die sich bis dahin kaum kannten: Bei einer Charity-Rallye haben der Unternehmensberater Alexander Georgi, 27, und der Moderator Sascha Quade, 28, im Sommer Geld für einen Freund gesammelt. Er hat Blutkrebs – und braucht dringend einen Spender.

Nach Tagen ununterbrochener Zweisamkeit im Bus soll es nur einmal Streit gegeben haben – als der Kaffee alle war.

(Bild: Sascha Quade/Alexander Georgi)

Mit großem Zeitdruck um die Ostsee, nur über Landstraßen, noch dazu in einem knattrigen VW-Bus – warum tut man sich das an?

Sascha: Es war die Kombination aus Charity, Abenteuer, und den Challenges der Rallye, die uns so gereizt hat. Und dann noch die eigene Motivation - wir wollten es durchziehen und das schaffen!

Alex: Es war teilweise aber echt anstrengend. Durch die Sommersonnenwende wurde es nie dunkel. Wir konnten immer im Hellen fahren, haben 500 bis 750 Kilometer am Tag zurückgelegt, waren 10 bis 15 Stunden on the road.

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Bei der Charity-Rallye sammeln die Teilnehmer Geld, eigentlich wird es hinterher an offizielle Partner der Organisatoren übergeben. Ihr habt euch anders entschieden. Warum?

Sascha: Ein guter Freund von mir hat seit Jahren Blutkrebs und sucht dringend einen Spender, auch über die Aktion "Rettet Roman". Also haben wir uns entschieden, einen Großteil des Geldes an die Deutsche Knochenmarkspende zu übergeben. Es gibt immer noch viel zu wenige registrierte Spender in Deutschland, dabei könnte man damit jemand anderem vielleicht das Leben retten. Außerdem haben wir an Viva con Agua gespendet, eine Organisation, die sich für sauberes Trinkwasser in Entwicklungsländern einsetzt.

Was verbirgt sich hinter der Charity-Rallye?

Es gibt sieben verschiedene Superlative Adventure Club Rallyes (SAC) rund um die Welt. Jede hat klare Regeln, beim Baltic Sea Circle lauten die: 16 Tage, 10 Länder, über 7500 Kilometer Strecke ohne GPS und Autobahnen. Zudem muss das Auto mindestens 20 Jahre alt sein und jedes Team muss mindestens 750 Euro spenden. Ein Teil davon geht an die offiziellen Charity-Partner von SAC, wie die Meeresschutzorganisation Deepwave oder die Arche. Bei der Tour von Alex und Sascha haben die 200 Teams mit je zwei bis sechs Teilnehmer knapp 400.000 Euro gesammelt – so viel, wie noch nie.

Neben dem Charity-Gedanken haben euch noch die Challenges gereizt – was musstet ihr tun?

Sascha: Für jedes Team gab es ein Roadbook mit Aufgaben, die es auf dem Trip erledigen musste. In Russland sollten wir bei Einheimischen klingeln, Kartoffeln mitbringen und gemeinsam Abendessen und Wodka trinken. In Estland mussten wir einen Grenzbeamten dazu bringen, auf unserem Auto zu unterschreiben.

Alex: In Schweden mussten wir den stinkenden Fisch Surströmming geöffnet 200 Kilometer im Auto mitfahren lassen. Das war echt eklig.

Sascha: Ein Beweisfoto für jede Challenge kam ins Roadbook. Gewonnen hat, wer am Schluss die geilsten Aktionen und meisten Punkte hatte. Wir nicht, aber darum ging es uns auch nicht.

(Bild: Sascha Quade/Alexander Georgi)

Habt ihr dabei überhaupt etwas von den Ländern mitbekommen?

Alex: Klar! Das Team "Hot Summer Nights" war tatsächlich mit einer im Wohnanhänger eingebauten Sauna unterwegs. Verrückt. Auf den Lofoten haben wir nachts während der Sommersonnenwende erst in der Sauna gesessen und sind dann ins kalte, arktische Wasser gehüpft. Und in Estland sind wir vom Dach eines alten Gefängnisses gesprungen – das hatte schon ewig geschlossen und steht mittlerweile unter Wasser.

Der Bus ist 33 Jahre alt, ihr seid teilweise über holprige Straßen gefahren. Ging das gut?

Alex: Wenige Meter vor dem Ziel ist das Kupplungsseil gerissen. Unglaublich – 8000 Kilometer hält das Teil, und ausgerechnet dann reißt es! Ein anderes Team hat uns über die Ziellinie gezogen, unter großem Applaus der Zuschauer. Nach meiner Reparatur ist der Bulli jetzt wieder fit.

Ihr kanntet euch noch nicht lange, wart dann 16 Tage am Stück zusammen. Ohne Krach?

Alex: Wir hatten nur einmal schlechte Stimmung – als ich morgens mal keinen Kaffee hatte. Das konnten wir aber schnell klären. Nach einem Halt beim nächsten Café war wieder alles gut. Ansonsten verstehen wir uns super, weil wir eine sehr ähnliche Einstellung zum Leben haben. Als wir uns in Mexiko kennengelernt haben, war ich schon ein Jahr auf Reisen, hatte meinen Job als Unternehmensberater aufgegeben und alles verkauft.

(Bild: Sascha Quade/Alexander Georgi)

Du hast alles für die Reise aufgegeben?

Alex: Ja. Zu Hause besitze ich nur noch eine Kiste mit persönlichen Sachen. Ich bin insgesamt eineinhalb Jahre durch Südamerika gereist, habe mir in Chile den alten VW-Van gekauft. Den habe ich fit gemacht, weil ich mit ihm unbedingt an der Rallye teilnehmen wollte. Dann habe ich in Mexiko Sascha getroffen; er ist auch einer, der Dinge durchzieht, und nicht lange rumlabert.

Sascha: Als Alex mir von der Rallye erzählt hat, meinte ich nur: Alter, wenn du das echt machst, ruf mich an! Wir wollten den Leuten zeigen, dass es ein Abenteuer sein kann, Spenden zu sammeln. Dass man etwas Cooles erleben und dabei noch etwas bewegen kann.

Alex: Dann habe ich den Bulli vom Kolumbien nach Deutschland verschiffen lassen.

Jetzt bist du wieder zu Hause in Berlin. Zurück ins alte Leben?

Alex: Naja. Ich habe mir zwar eine neue Wohnung in Berlin gesucht und mache erst einmal eine Pause vom Vanlife. Aber ich arbeite jetzt nur noch 80 Prozent. Nach eineinhalb Jahren Reise weiß ich: Ich brauche mehr Zeit für Dinge, die mir Spaß machen. Sport, Spanisch lernen, den Bus aufmöbeln. Das nächste Abenteuer kommt bestimmt!

Über ihre Reise haben die beiden auch auf Facebook, Instagram und in einem eigenen Podcast berichtet.

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