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Trip

10 Dos & Don'ts für Bologna

19.08.2017, 15:31

"Wenn jemand fragt, wohin du gehst, sag nach Bologna!"

Bologna, das ist zuallererst der Song von Wanda. Die Stadt, in der Tante Ceccarelli Amore gemacht hat. "Wenn jemand fragt, wohin du gehst, sag nach Bologna!"

Die Stadt aus dem Lied, nach der auch die europäische Hochschulreform benannt ist, liegt im Norden Italiens, etwa in der Mitte, dort wo der Gebirgszug Apennin beginnt. Wegen des Leckeren Essens, der schönen Plätze und der jungen Szene trägt Bologna den Beinamen "la grassa, la rossa e la dotta":

Die Fette, die Rote und die Gelehrte.

"Die Fette" wegen der schmackhaften Spezialitäten von Tortellini bis Mortadella, "die Rote" wegen der roten Ziegeldächer und auch der politischen Richtung und "die Gelehrte" wegen der berühmten und ältesten Universität Europas, in der auch der Schriftsteller Umberto Eco unterrichtete.

Do: Was wir dir dort unbedingt empfehlen

1

Einen Aperitivo genießen

Wenn du nicht bis spät abends mit dem Abendessen warten willst, stellt der Aperitivo (ab ungefähr 18 Uhr) eine gute und günstige Alternative dar. Das Prinzip lautet: Du bezahlst ungefähr sieben Euro für ein Getränk (typisch: Aperol Spritz) und kannst dich danach uneingeschränkt am Buffet bedienen. Im Lab16 (in der Via Zamboni) gibt es von Pizza bis Pasta alles, was das Herz begehrt. Im Zerocinquantino (in der Via Pescerie Vecchie) wird ein traditionellerer Aperitivo geboten. Zum Wein werden kleine Häppchen sowie Platten mit Mortadella, Prosciutto Crudo, verschiedenen Käsesorten (Pecorino, Parmigiano, Squacquerone) und typischen Brotwaren (Tigelle, Crescente, Piadina) serviert.

2

Bei jedem Wetter unter den Arkaden entlang spazieren

Bologna ist bekannt für seine "Portici", die der Stadt ihr einmaliges Bild schenken. Insgesamt sind 38 Kilometer überdacht, was unheimlich praktisch ist. Wenn es regnet, wirst du nicht nass, und wenn in den Sommermonaten die 30 Grad überschritten werden, kannst du entspannt im Schatten die Stadt erkunden. Der längste zusammenhängende Arkadengang der Welt führt dich unter 666 Bögen knapp vier Kilometer zur Wallfahrtskirche Santuario della Madonna di San Luca. Die kleine Wanderung startet an der Porta Saragozza.

3

Die sieben segreti entdecken

Drei Highlights der insgesamt sieben Geheimnisse sollen hier verraten werden.

  1. Wenn du dich von hinten der Neptunstatue am Piazza Maggiore näherst und in einem bestimmten Winkel auf den Meeresgott schaust, glaubst du, sein bestes Stück zu erkennen. Von vorne erkennst du jedoch, dass es sich nur um seinen Finger handelt.
  2. Das zweite Geheimnis befindet sich unweit im Durchgang zwischen dem Palazzo del Podestà und dem Palazzo Re Enzo. In der Mitte ist eine Kreuzung mit vier Säulen. Stellt euch zu zweit, das Gesicht zur Wand gedreht, gegenüber auf und flüstert etwas in die Ecke. Der andere wird es laut und deutlich verstehen.
  3. Das dritte Geheimnis führt nach "Piccola Venezia". Das kleine Fenster in der Via Piella schenkt dir einen Blick, den du sonst nur in Venedig bekommst.

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4

In einer Osteria essen gehen

Wer nach Italien reist, will Pizza. Die gibt es natürlich auch in Bologna (die beste findest du in der Trattoria Pizzeria Belle Arti in der gleichnamigen Straße). Doch das kulinarische Wahrzeichen der Stadt sind die Tortellini. Probiere aber unbedingt auch andere bolognesische Spezialitäten wie Tagliatelle al ragù bolognese, Lasagne oder Cotoletta alla bolognese. Das alles wird in der Osteria dell'Orsa (in der Via Mentana ) oder in der Trattoria Osteria Buca Manzoni (in der Via Manzoni) schmackhaft und authentisch zubereitet.

5

Von San Michele in Bosco einen Ausblick auf die Stadt haben

Das beste Panorama der Stadt erhältst du von der etwas außerhalb des Zentrums gelegenen Kirche San Michele in Bosco. Der kurze Aufstieg startet an der Porta San Mamolo. Alternative Aussichtspunkte auf die backsteinfarbige Stadt gibt es von der Terrasse der Basilica San Petronio, vom Torre degli Asinelli (siehe Punkt 1 bei Don'ts) oder vom Hotel San Donato in der Via Zamboni. Für letzteres einfach einen Drink an der Hotelbar bestellen und mit nach oben auf die Terrasse nehmen.

6

Abends eine Flasche Wein im Mercato dell'erbe trinken

In der Studentenstadt gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten, sich auf ein Gläschen Pinot Bianco oder ein Bier zu treffen. Etwas schicker geht es in den engen Gassen des alten Stadtzentrums (rund um die Via Pescerie Vecchie) zu. Zum Bier verabreden sich viele Studenten in der Via del Pratello oder bringen einfach ihre eigenen Drinks mit und setzen sich auf den Boden inmitten des Piazza Verdi, dem Mittelpunkt des studentischen Bolognas.

Oder du gehst in den Mercato dell'erbe in der Via Ugo Bassi, wo viele verschiedene Bars unter einem Dach beherbergt sind. Hier kann sich jeder seinen Lieblingswein (Flaschen gibt es schon ab zehn Euro) schnappen und dann zusammen an einem der vielen Tische in der Mitte der Halle oder draußen Platz nehmen.

7

Das Treiben auf den Straßen und Plätzen beobachten

Bolognas schönster Platz ist unumstritten der Piazza Santo Stefano mit seinem Kirchenkomplex aus sieben zusammengewachsenen Kirchen (unbedingt hineingehen!). Auch der Hauptplatz (Piazza Maggiore) mit seiner riesigen Basilica San Petronio und dem Rathaus (Palazzo Communale) ist absolut sehenswert.

An Wochenenden und Feiertagen ist das Zentrum für Autos und Busse gesperrt (genauer gesagt die Straßen Via Indipendenza, Via Rizzoli und Via Ugo Bassi) – damit man dort besser shoppen kann. Die meisten Geschäfte haben auch sonntags geöffnet.

Don'ts: Und was du lieber lassen solltest

1

Vor dem Uniabschluss auf den Torre degli Asinelli steigen

Die „due torri" (die zwei schiefen Türme) sind das Wahrzeichen von Bologna und als Mittelpunkt der Stadt, von wo aus Straßen sternförmig in alle Richtungen führen, ein beliebter Treffpunkt. Unter Studenten heißt es, man darf nicht vor dem Universitätsabschluss auf den 97,2 Meter hohen Torre degli Asinelli steigen.

Wer einen Abschluss hat oder die 498 Treppen einfach trotzdem überwindet, wird mit einem grandiosen Ausblick auf die rot-orangen Dächer der Stadt belohnt. Der Aufstieg ist es absolut wert! Der kleinere Turm (Torre della Garisenda) ist mit einem Überhang von 3,2 Metern fast so schief wie der berühmte schiefe Turm von Pisa (3,9 Meter Überhang). Von seinen 60 Metern Höhe sind heute nur mehr 48 übrig.

2

Im Sommer oder in den Semesterferien anreisen

Bolognas Universität gilt als die älteste Europas und ist bei italienischen und bei Erasmus-Studenten gleichermaßen beliebt. Um keine total ausgestorbene Stadt vorzufinden, empfiehlt es sich nicht in den Semesterferien anzureisen, da viele der Studenten zu ihren Familien nach Hause fahren. Auch von einem Kurztrip in den schwülen Sommermonaten ist abzuraten, da es leicht 40 Grad werden können. Weder das bisschen Sommerbrise noch der Sonnenuntergang bringen dann Abkühlung.

3

Zu spät im Zentrum feiern gehen

Damit die Anwohnern nachts irgendwann auch mal ein Auge zubekommen, endet das bolognesische Nachtleben im Zentrum relativ früh. Bars schließen zwischen Mitternacht und ein Uhr, kleinere Clubs (wie das Chalet Giardini Margherita, Qubò oder Kinki) zwischen drei und vier Uhr morgens.

Wenn du bis in die Morgenstunden durchtanzen willst, musst du in die großen Clubs (wie das Numa, Matis, Giostrà oder Capannina), die jedoch etwas außerhalb der Stadtmauern liegen. Um bei Commercial, House und Latino Klängen in Stimmung zu kommen, zahlst du zwischen 10 und 20 Euro Eintritt. Im Preis ist meistens ein Cocktail inbegriffen.

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