Bild: unsplash

Today

Zähneputzen: Vor oder nach dem Frühstück?

19.09.2017, 09:11 · Aktualisiert: 22.09.2017, 09:37

Klären wir das – ein für alle Mal

Als ich noch klein war, haben meine Eltern mir jeden Tag die Zähne geputzt. Irgendwann wurde ich eingeschult – und damit ins Land der eigenverantwortlichen Zahnhygiene entlassen. Mit Zepter und Zahncreme rücke ich seitdem täglich an und kümmere mich darum, meine Beißer gesund zu halten.

Klären wir das – ein für alle Mal

In dieser Rubrik beantworten wir kleine Fragen des Alltags. Wenn du auch gerne eine beantwortet hättest, schreib uns an fühlen@bento.de.

Dass das gar nicht so einfach ist, zeigt die aktuelle Deutsche Mundgesundheitsstudie (2016). Danach ist Karies eine der häufigsten chronischen Erkrankungen beim Menschen. "Auch in Deutschland haben nur etwa ein Prozent der Erwachsenen kariesfreie Zähne“ sagt Franz-Xaver Reichl. Reichl ist Professor an der Zahnklinik der LMU München und Leiter des Internationalen Beratungszentrum für die Verträglichkeit von Zahnmaterialien.

Die Zahl ist ernüchternd. Wo liegt bloß das Geheimnis gesunder Zähne? Das erste Rätsel stellt sich uns schon morgens nach dem Aufstehen, wenn wir uns fragen: 

1. Vor – oder doch lieber nach dem Frühstück die Zähne putzen?

Generell kann ich meine Zähne entweder vor dem Essen putzen – oder eine halbe Stunde danach.
Zahnexperte Reichl

Wozu die Wartezeit? "Während des Essens lösen sich bestimmte Substanzen aus den Zähnen heraus, der Zahn wird etwas weicher. Das nennt man Demineralisierung“, erklärt Reichl. Putze ich jetzt die Zähne, schädige das mehr als dass es helfe. 

"Es dauert eine halbe Stunde, bis die Moleküle wie Calcium und Phosphat wieder in den Zahn zurückgehen, er also remineralisiert ist“, sagt der Experte. Erst dann sei der Zahn wieder hart und bereit für die Zahnbürste

Heißt im Umkehrschluss: 

Ist die Zeit morgens knapp, lieber vor dem Frühstück putzen.

 

2. Warum putzen wir überhaupt die Zähne?

"Jeder Mensch hat Bakterien im Mund. Beim Essen zuckerhaltiger Lebensmittel zersetzen diese Bakterien den Zucker zu Säure. Die greift unsere Zahnsubstanz an“, sagt Reichl. Und das könne wiederum zu Karies führen.

Durch das Zähneputzen sollen möglichst viele Bakterien beseitigt werden, um die Säurebildung zu reduzieren. Und auch wenn es manchmal schwer fällt: Besonders vor dem Schlafengehen sollte man nicht darauf verzichten, da die Bakterien über Nacht viel Zeit für den ungewollten Umwandlungsprozess haben.

Wie oft man sein Bett neu beziehen sollte, ob man Spinat aufwärmen darf und ob Türklinken in der Erkältungszeit Virenschleudern sind? Antworten auf so drängende Fragen gibt es hier:

Auch die Wahl der Zahnpasta spielt eine Rolle. "Produkte mit Aminfluorid schützen bis zu sechs Stunden vor Säurebildung und sind damit effektiver als Zahncremes, die Natriumflourid enthalten und nur eine Stunde lang schützen“, sagt Reichl. 

3. Wie oft sollte ich meine Zähne putzen?

 "Entweder zweimal am Tag für drei Minuten oder dreimal am Tag für mindestens zwei Minuten“, sagt Reichl. Greife ich noch öfter zur Zahnbürste, sei das eher kontraproduktiv und schädige die Zahnsubstanz.

 

4. Wie putze ich richtig? 

"Beim Putzen sollte ich darauf achten, dass die Bewegung der Zahnbürste immer vom Zahnfleisch weg führt, sonst schiebe ich die Bakterien in die Zahntaschen“, sagt Reichl. Dort können sie eine Parodontitis, eine Entzündung des Zahnfleisches, hervorrufen. Der beuge auch eine professionelle Zahnreinigung vor. "Mindestens halbjährlich“, rät der Experte.  

Auch die Auswahl der Zahnbürste ist wichtig. '"Elektrische Zahnbürsten reinigen die Zähne gründlicher als die klassischen Handzahnbürsten“, sagt Reichl. Die besten Ergebnisse würden Ultraschall-Zahnbürsten erzielen.

 

5. Muss ich nach dem Putzen auch noch Zahnseide benutzen?

Ja. "Nicht mal eine Ultraschallzahnbürste kann in jeden kleinen Zwischenraum zwischen unseren Zähnen gelangen“, sagt der Experte. Diese müsse man manuell reinigen, denn auch hier sammeln sich Bakterien

"Zahnseide für die Vorreinigung, anschließend gründlich mit einer Interdentalbürste nachputzen“, rät Reichl. Und das mindestens einmal täglich.

Die Zwischenraumbürsten muss ich übrigens nicht nach jeder Anwendung wechseln. "In der Regel kann ich sie – je nach Abnutzung – bis zu 20 Mal verwenden“, sagt Reichl.

 

6. Und was mache ich, wenn ich meine Zahnbürste vergessen habe? Kann ich mir eine leihen oder muss ich Angst vor Karies haben? 

Karies ist nicht ansteckend
Reichl

Dass jeder Mensch andere Bakterien im Mund habe, sei auch nicht schlimm. "Sonst müssten wir ja auch Angst vor dem Küssen haben“, erklärt Reichl. Problematisch könne es werden, wenn einer von beiden krank ist. "Auch Keime können über die Zahnbürste übertragen werden“, sagt der Experte. Und da heißt es dann schon: Achtung, Ansteckungsgefahr.

 


Trip

Hier kannst du nachschauen, ob dein Ryanair–Flug ausfällt

19.09.2017, 08:56 · Aktualisiert: 19.09.2017, 10:23

Die Billig-Airline veröffentlichte heute die Liste aller 2100 Ausfälle bis November

Die irische Billig-Airline Ryanair hat eine Liste aller Flüge veröffentlicht, die bis November ausfallen. Betroffene Kunden werden laut der Fluggesellschaft per Mail über ihren Flug informiert. (tagesschau)

Es geht unter anderem um die Verbindungen London – Berlin oder Hamburg – Madrid. 

Hier kannst du nachschauen, ob deine Reise betroffen ist.