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Welches Hausmittel macht die Zähne wirklich weißer?

14.11.2017, 10:40 · Aktualisiert: 14.11.2017, 10:47

Klären wir das – ein für alle Mal!

Mir war nie klar, dass ich ein Problem mit verfärbten Zähnen hatte. Bis meine Ärztin eine Mini-Kamera in meinen Mund schob. Mindestens hundertfach vergrößert sah ich plötzlich meine Zähne auf einem Bildschirm vor mir – und da strahlte nichts so weiß wie in der Zahnpasta-Werbung.

Dabei rauche ich nicht, trinke kaum Rotwein und nur ab und zu Kaffee. Offenbar lassen sich meine Zähne davon aber nicht beeindrucken.

Was kann ich jetzt tun? Mit Backpulver schrubben, mit Öl spülen oder teure Zahnpasten in der Drogerie kaufen?

Welches Hausmittel macht wirklich weiße Zähne?

Wir haben nachgefragt bei Stephan Kranz, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Zahnärzteverbandes.

"Ehrlich gesagt: Alles außer Mineralwasser sorgt für Verfärbungen", so die ernüchternde Antwort des Experten. "Das hat nichts mit vernünftiger Ernährung zu tun, auch gesunde Lebensmittel wie Brombeeren färben stark."

Zigaretten und Rotwein haben zwar einen besonders krassen Effekt – "aber es gibt nichts, was auf den Zähnen keinen Belag hinterlässt." Und man kann auch nach dem Essen, Trinken oder Rauchen nichts dagegen tun. Die Verfärbungen kommen, da sind wir machtlos.

Noch ein wenig Zucker gefällig?

Noch ein wenig Zucker gefällig? (Bild: Unsplash)

Aber wie lassen sich Verfärbungen entfernen?

Normalerweise ist die Oberfläche unserer Zähne sehr glatt und wirkt dadurch hell. Wenn die Zähne angeraut werden – was durch alle Lebensmittel passiert – verändert sich die Farbe.

"Bei einer professionellen Zahnreinigung werden die Zähne geglättet und die Farbstoffe auf den Zähnen werden entfernt", sagt Kranz. "Dadurch werden die Zähne heller, aber mit Bleichen hat das nichts zu tun." Es ist eine Reinigung – aber wer wirklich weiße Zähne will, muss zu anderen Mitteln greifen.

Hausmittel 1: Macht Natron weiße Zähne?

Wer Möglichkeiten zur DIY-Aufhellung sucht, landet schnell bei Natron oder Backpulver. Zwei unterschiedliche Produkte, ursprünglich galt Natron als klassisches Hausmittel für weiße Zähne.

"Natron hat eine Scheuerwirkung und dadurch einen Aufhellungs-Effekt", bestätigt der Zahnarzt. "Allerdings macht es die Oberfläche der Zähne rau, nach einer kurzen hellen Phase werden die Zähne wesentlich schneller wieder dunkler." Ein Jojo-Effekt also, wir haben am strahlenden Lächeln nur kurze Freude.

Und was ist mit Backpulver, das oft statt Natron benutzt wird? "Backpulver ist ganz furchtbar", sagt Kranz. "Es ist sehr aggressiv und greift die Zähne an."

Hausmittel 2: Ist Salz die bessere Wahl?

"Bei Salz arbeitet man mit Kristallen, das wirkt wie ein sehr grobes Scheuermittel", sagt Kranz. "Auch dabei gilt: Es gibt einen kurzfristigen Effekt, aber das Salz greift die Zähne an und später werden sie viel anfälliger für Verfärbungen." Klingt nach keiner guten Wahl.

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Hausmittel 3: Was ist mit Zitronen?

Eine Zitrone aufschneiden und mit der Hälfte die Zähne abreiben. Sorgt mit Sicherheit für ein frisches Gefühl im Mund, aber macht das auch weiße Zähne?

"Das ist einfach Quatsch", stellt der Arzt klar. „Zitronen säuern sehr stark und rauen dadurch die Oberfläche der Zähne an.“ Zwar sorgt die Behandlung mit einer Zitrone dafür, dass Farbstoffe auf den Zähnen abgelöst werden, "die Ätzwirkung der Zitrone ist aber sehr groß und schädlich."

Hausmittel 4: Hilft Öl im Ayurveda-Stil?

Öl ziehen bedeutet: Man behält etwa 20 Minuten eine Portion Öl im Mund und schiebt durch die Zähne es von einer Seite auf die andere. Eine Technik aus dem Ayurveda, die neben vielen anderen Effekten für weißere Zähne sorgen soll.

Alles Einbildung? "Es gibt immer wieder Patienten, die darauf schwören", sagt Kranz. "Ich habe dabei noch keinen Aufhellungseffekt festgestellt, aber immerhin schadet es nicht." Wäre also einen Versucht wert.

Und was ist mit Whitening-Cremes?

In jeder Drogerie gibt es Whitening-Cremes für zu Hause: Bringen immerhin die etwas? "Natürlich haben diese Mittel einen Effekt", sagt Kranz. "Aber er ist nur minimal im Vergleich zu dem, was professionelle Behandlungen erreichen. Wir haben starke Bleichmittel, die man nicht einfach kaufen kann – die haben natürlich eine ganz andere Wirkung."

Was man bei allen Varianten wissen muss: Gebleichte Zähne haben viel schneller wieder einen farblichen Belag. "Es passiert oft, dass Menschen geradezu wie süchtig nach diesen Cremes werden. Natürlich nicht körperlich, aber wer einmal angefangen hat, will immer wieder aufhellen."

Viele Zähne kann man gar nicht aufhellen, das hat genetische Gründe.
Stephan Kranz

Sorgt wenigstens der Arzt für dauerhaft weiße Zähne?

Bislang klingt nichts nach einer wirklich guten Option, bleibt also nur der Gang zum Zahnarzt? "Wer seine Zähne bleichen lassen will, muss erst einmal herausfinden, was überhaupt möglich ist", sagt Kranz. "Rothaarige Menschen haben zum Beispiel in der Regel weißere Zähne als Dunkelhaarige. Bleichungen haben deshalb meistens wenig Effekt."

"Man muss außerdem wissen, dass es bei der Bleichung Grenzen gibt", erklärt Kranz. "Wir können immer nur eine Aufhellung um einen Farbwert erzielen."

Das sei wie bei einem Fernseher, wenn man die Lautstärke von 20 auf 21 hochdreht. "Es hat einen Effekt – aber letztlich ist es nur eine kleine Veränderung." Außerdem werden die Zähne durch jede Behandlung mit Bleichmitteln sensibler – und wer immer wieder nachlegt, muss tief in die Tasche greifen: Jede Bleichung kostet mehrere hundert Euro.


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Es gibt jetzt eine Barbie mit Hidschab

14.11.2017, 10:27 · Aktualisiert: 14.11.2017, 11:50

Barbie zeigt jetzt ihren Glauben. Ab Herbst 2018 soll es die Kultpuppe auch mit Hidschab geben. Das verkündete das Spielzeugunternehmen Mattel auf seiner Website. (Mattel)