09.08.2018, 18:35

Zwei Fragen, zwei Antworten.

Mit fünf dicken Geldbündeln aus 200-Euro-Scheinen in der Hand ist ein Mann in die Redaktion der "Wolfsburger Nachrichten" gekommen – mit einem Ziel: Das Geld für ein Hospiz zu spenden. Insgesamt 100.000 Euro gab der Mann bei der Zeitung ab.

Wer ist der Spender?

Der Mann möchte anonym bleiben, aber seine Gabe war nicht die erste: "Der Spender war schon früher bei uns – wir können keine Angaben machen, wie oft", sagte Stephanie Giesecke, Lokalredakteurin des Blattes in Wolfsburg. Bereits im vergangenen Dezember waren in der Redaktion 50.000 Euro für den Hospizverein übergeben worden, vorher gab es bereits Spenden für andere Zwecke wie den Tierschutz. Die Zeitung machte keine Angaben, ob es damals derselbe Spender war.

In einem Begleitschreiben zu den 100.000 Euro versichert der Wohltäter, dass die Spenden aus versteuertem Einkommen stammen. Gedacht ist das Geld für die Eröffnung eines zweiten Hospizhauses in der Stadt. Der Betrag sei aber nicht zweckgebunden – falls sich das Vorhaben nicht verwirklichen lasse, könne er auch anderweitig verwendet werden.

Wie reagiert das Hospiz?

"Wir sind total platt", sagte der Geschäftsführer des Hospizvereins, Lucas Weiß nach Übergabe der Spende. "100.000 Euro in bar – das gab es noch nie", freute er sich. "Wir empfinden das auch als große Wertschätzung unserer Arbeit", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Auch der Verein wisse nicht, um wen es sich bei dem Wohltäter handele. "Wir sind dem Spender unendlich dankbar und möchten uns alle auf diesem Wege bei ihm bedanken."

Die Gaben erinnern an eine Serie von Spenden, die als sogenanntes Wunder von Braunschweig auch international für Schlagzeilen sorgten. Dabei hatte ein unbekannter Wohltäter von 2011 an einige Jahre Umschläge mit 500-Euro-Scheinen für soziale Zwecke verteilt. Meist lag ein Zeitungsartikel bei, der auf den Verwendungszweck hinwies.

Mit Material von dpa


Gerechtigkeit

So wollen Flüchtlingshelfer weiter retten – trotz Blockade

09.08.2018, 18:10 · Aktualisiert: 09.08.2018, 18:27

"Derzeit haben wir ordentlich Rückenwind."

Fast jeden Tag sterben Flüchtlinge im Mittelmeer vor der libyschen Küste. Gleichzeitig liegen die Schiffe in den Häfen, die in den vergangenen Jahren Tausende Menschen gerettet haben. Sie dürfen nicht auslaufen. Nur die zwei Schiffe der spanischen Organisation "Open Arms" sind noch auf dem Mittelmeer unterwegs. Die italienische Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen deutsche Flüchtlingsretter. Der Kapitän der "Lifeline" steht in Malta gar vor Gericht.